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Dopingvorwürfe gegen Cipollini: Italiens Olympiakomitee leitet Untersuchungen ein

Ex-Radsport-Profi Cipollini (Archivbild): Mit Dopingvorwürfen konfrontiert Zur Großansicht
DPA

Ex-Radsport-Profi Cipollini (Archivbild): Mit Dopingvorwürfen konfrontiert

Der ehemalige Radsport-Profi Mario Cipollini gerät immer mehr unter Druck: Nachdem eine italienische Zeitung berichtet hatte, dass der frühere Sprinter Kunde von Dopingarzt Eufemiano Fuentes war, will nun auch Italiens Nationales Olympisches Komitee den Fall prüfen.

Hamburg - Die Anti-Doping-Ermittler von Italiens Nationalem Olympischen Komitee Coni haben auf die Doping-Anschuldigungen gegen den ehemaligen italienischen Radsport-Profi Mario Cipollini reagiert. Die Ermittler wollen von den spanischen Justizbehörden Dokumente anfordern und Cipollini damit konfrontieren. In Spanien läuft derzeit der Dopingprozess um die "Operación Puerto", in dem auch der spanische Arzt Eufemiano Fuentes angeklagt ist. Laut Berichten der "Gazetta dello Sport" soll Cipollini Kunde von Fuentes gewesen sein.

Italiens Radsportverband ist entschlossen, als Zivilkläger bei einem möglichen Dopingprozess gegen Cipollini aufzutreten. "Wir werden als Zivilkläger gegen Cipollini und gegen all jene vorgehen, die unseren Sport beschmutzt haben", sagte Verbandspräsident Renato Di Rocco. Er versicherte: "Wir geben jährlich eine Million Euro für Anti-Doping-Tests aus. Damit wollen wir die Glaubwürdigkeit des italienischen Radsports aufbauen. Die Kontrollen sind viel schärfer geworden."

Der heute 45-jährige Cipollini zählte laut Angaben der "Gazetta dello Sport" 2001 zu den ersten Kunden von Fuentes und soll von diesem bis zum Jahr 2004 behandelt worden sein. Die italienische Sportzeitung publizierte Tabellen mit den Anweisungen des Arztes zur Einnahme von Dopingsubstanzen. Darauf sei angeblich auch die Telefonnummer Cipollinis in der toskanischen Stadt Lucca angegeben. Cipollioni bestreitet die Anschuldigungen. Mittels eines Bluttests will der Italiener seine Unschuld beweisen.

Contador erscheint vor Gericht

Unterdessen hat ein Sprecher des höchsten Gerichts in Madrid bekanntgegeben, dass der zweimalige Tour-de-France-Sieger Alberto Contador am 22. Februar persönlich für seine Zeugenaussage im Prozess gegen Eufemiano Fuentes erscheinen werde. Ursprünglich sollte der Spanier nur per Videokonferenz vernommen werden. Contador war 2006 Mitglied des Liberty Seguros-Teams von Manolo Saiz, einem der Angeklagten.

Bei der "Operación Puerto" hatte die spanische Polizei im Mai 2006 Blutbeutel und weitere Dopingmittel beschlagnahmt. Fuentes und weitere Personen waren verhaftet worden. Den Vorwurf der Anklage, die Gesundheit seiner Patienten gefährdet zu haben, bestreitet der Mediziner. Er habe Bluttransfusionen bei Hochleistungssportlern vorgenommen, weil deren Blut bei Wettkämpfen einen gefährlich niedrigen Hämatokritwert aufgewiesen habe, so die Erklärung von Fuentes.

mib/sid

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