Olympiastützpunkt unter Verdacht Sportmediziner soll Verbindungen zu Dopinglaboren haben

Der Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland ist ins Visier der Dopingermittler geraten: Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks soll die Schwerpunktstaatsanwaltschaft München 15 Dopinglabore ausgehoben und dabei unter anderem Verbindungen zu einem Sportmediziner hergestellt haben.

Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland: Im Fokus der Dopingermittler
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Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland: Im Fokus der Dopingermittler


Hamburg - Der deutsche Spitzensport kommt nicht zur Ruhe. Im Dopingskandal am thüringischen Olympiastützpunkt (OSP) gibt es immer neue Wendungen - und nun scheint die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) mit dem OSP Rheinland-Pfalz/Saarland einen weiteren Problemfall zu haben: Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks hat die Schwerpunktstaatsanwaltschaft München bei der Aushebung von 15 illegalen Dopinglaboren neue Verbindungen in den Leistungssport aufgedeckt. Mehrere Dealer sollen bereits überführt worden sein.

In den Kundenkarteien der Dopinghändler habe man nicht nur Breitensportler, sondern auch Namen aus dem Profi- und Leistungssport gefunden, heißt es in dem Bericht. "Die Spuren führen sowohl zu medizinischen Abteilungen und zu medizinischem Personal im Spitzensport als auch direkt zu Athleten", sagte Kai Gräber, Leiter der Staatsanwaltschaft. Besonders in den Fokus geraten sein soll ein Sportmediziner und ehemaliger Mitarbeiter des OSP Rheinland-Pfalz/Saarland. Der Arzt sei nach Angaben der Ermittler von einem inzwischen verurteilten Dealer aus Bayern mit Dopingsubstanzen beliefert worden.

Während seiner Tätigkeit für den Olympiastützpunkt habe der Mediziner Vorträge vor Bundeskaderathleten und deren Trainern gehalten sowie "vereinzelt Bundeskaderathleten individuell beraten", erklärte Stützpunktleiter Steffen Oberst. Die Zusammenarbeit sei mit Bekanntwerden der Vorwürfe am 8. Juni beendet worden.

Der Mediziner, gegen den ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz eingeleitet worden sein soll, sei seit 2009 für den OSP tätig gewesen. Der Fall wird mittlerweile angeblich auch von der Nada untersucht.

psk/sid



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Seite 1
nitram2 25.06.2012
1. Der Kampf gegen Doping ist so hoffnungslos,
wie der Kampf gegen Drogen. Viel zuviel mächtige Leute wettern öffentlich dagegen und wollen sich heimlich daran bedienen.
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