Team-Telekom-Mediziner: DOSB distanziert sich von Dopingärzten

Der Deutsche Olympische Sportbund will bis Ende 2020 nicht mehr mit den umstrittenen Ärzten Lothar Heinrich und Andreas Schmid zusammenarbeiten. Die Mediziner hatten zugegeben, Radprofis des Team Telekoms gedopt zu haben.

Mediziner Schmid (l.) und Heinrich (Archiv): Keine Zusammenarbeit mehr mit dem DOSB Zur Großansicht
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Mediziner Schmid (l.) und Heinrich (Archiv): Keine Zusammenarbeit mehr mit dem DOSB

Hamburg - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich deutlich von den umstrittenen Freiburger Medizinern Lothar Heinrich und Andreas Schmid distanziert und eine Zusammenarbeit bis mindestens Ende 2020 ausgeschlossen. Zudem empfahl das DOSB-Präsidium den Olympiastützpunkten und Mitgliedsverbänden, ebenfalls von einer Zusammenarbeit mit Heinrich und Schmid abzusehen.

Die beiden Mediziner hatten zugegeben, als Teamärzte zwischen 1995 und 2006 Radprofis des früheren deutschen Radsportteams Telekom, mit Jan Ullrich an der Spitze, gedopt zu haben. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die beiden Ärzte waren im Juli eingestellt worden, weil es angeblich keine Geschädigten gab.

Schmid hatte danach einen Strafbefehl der Freiburger Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz akzeptiert und war zu einer Strafe von drei Monatsgehältern verurteilt worden. Auch gegen die führenden Mitarbeiter der ehemaligen Rennställe Team Telekom und T-Mobile, Mario Kummer, Olaf Ludwig und Rudy Pevenage, war ermittelt worden.

fre/sid/dpa

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1. Bananenrepublik
allereber 07.12.2012
Man müßte den Ärzten Berufsverbot erteilen. Kenne Ärzte die bei Medizinversuchen Kinder getötet haben und bis zum Rentnenalter weiter gearbeitet haben. In unser Bananenrepublik ist alles möglich.
2.
l.augenstein 07.12.2012
Zitat von sysopDer Deutsche Olympische Sportbund will bis Ende 2020 nicht mehr mit den umstrittenen Ärzten Lothar Heinrich und Andreas Schmid zusammenarbeiten. Die Mediziner hatten zugegeben, Radprofis des Team Telekoms gedopt zu haben. DOSB distanziert sich von Lothar Heinrich und Andreas Schmid - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/dosb-distanziert-sich-von-lothar-heinrich-und-andreas-schmid-a-871516.html)
Wieso nur bis 2020? Warum schließt der DOSB eine Zusammenarbeit mit diesen Dopingunterstützern nicht auf Lebenszeit aus? Das ist wieder mal die deutsche Funktionärsheuchelei, nach dem Motto: Wir sind strikt gegen Doping, aber nur bei den anderen!
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  • Freitag, 07.12.2012 – 10:52 Uhr
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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)