Olympische Spiele: DOSB nominiert weitere 79 Athleten

Die zweite Nominierungsrunde ist vorbei: Das Team des Deutschen Olympischen Sportbundes für London umfasst nun 164 Athletinnen und Athleten. Auch Stars wie Britta Steffen und Paul Biedermann haben jetzt ihren Platz sicher. Prominente Sonderfälle werden am 4. Juli verhandelt.

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Schwimmstar Steffen: Auf jeden Fall in London dabei

Hamburg - Das deutsche Olympiateam wächst und wächst. Am Montag nominierte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) 79 weitere Athleten für die Sommerspiele in London, damit haben rund einen Monat vor Beginn der Wettkämpfe in der englischen Hauptstadt bereits 164 Sportlerinnen und Sportler ihr Ticket sicher. Insgesamt rechnet der DOSB weiter mit einem Team von "384 bis 388 Aktiven", wie Deutschlands Chef de Mission, Michael Vesper, nach der zweiten Nominierungsrunde in Frankfurt am Main verkündete.

Die letzten Plätze im DOSB-Team werden am 4. Juli vergeben. Dann soll es auch um die Härtefälle gehen, mit denen sich das Präsidium des Dachverbands bislang noch nicht beschäftigte. Am Montag wurden Athleten aus den Sportarten Radsport, Kanu, Leichtathletik, Ringen, Schießen, Schwimmen und Moderner Fünfkampf nominiert.

"Das olympische Fieber steigt. Ich bin überzeugt, dass unsere deutsche Olympiamannschaft ihren Anhängern viel Freude machen wird", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach nach dem Treffen. 52 Männer und 27 Frauen durften sich am Montag über die Sicherheit freuen, Ende Juli in London ins Olympische Dorf einziehen zu können. Insgesamt sind nun 64 Frauen und 100 Männer fest dabei.

Vor vier Jahren hatte das deutsche Team mit insgesamt 41 Medaillen (16 Gold, zehn Silber, 15 Bronze) hinter China, den USA, Russland und Großbritannien im Medaillenspiegel Platz fünf belegt. In China waren insgesamt 440 deutsche Athletinnen und Athleten vertreten.

In der nächsten Runde am 4. Juli werden Einzelfälle diskutiert

Dieses Mal wird das Team etwas kleiner sein, an Schlagkraft soll es aber nicht einbüßen. "Es sind weniger als in Peking, aber wir glauben, dass wir eine sehr gute Mannschaft nach London entsenden, mit berechtigten Chancen auf Medaillen, auch auf Medaillen mit der richtigen Farbe", sagte Vesper.

Ihr London-Ticket in der Tasche haben nun unter anderem die Spitzenschwimmer Paul Biedermann und die Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen. Ebenfalls wieder dabei sind weitere Goldmedaillengewinner von Peking 2008: Die Kanuten Martin Hollstein und Andreas Ihle (Zweier-Kajak 1000 Meter) sowie Katrin Wagner-Augustin (Vierer-Kajak 500 Meter), die Moderne Fünfkämpferin Lena Schöneborn und Mountainbikerin Sabine Spitz hoffen auf eine Wiederholung ihres Erfolgs von vor vier Jahren. Bereits in der ersten Runde waren mit Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink (beide Fechten) sowie Judoka Ole Bischof drei Peking-Olympiasieger nominiert worden. Die zweite Nominierungsrunde brachte auch eine Premiere mit sich. Erstmals werden in London deutsche BMX-Fahrer dabei sein: Maik Baier und Luis Brethauer.

Während die ersten beiden Nominierungsrunden reibungslos über die Bühne gingen, drohen bei der abschließenden Sitzung am 4. Juli hitzige Diskussionen. "Es wird auch in diesem Jahr die eine oder andere Einzelfallentscheidung geben", kündigte Vesper an. Unter anderem könnte Hochsprung-Ass Ariane Friedrich von einem solchen Sonderbeschluss profitieren, hat sie doch bislang die nationale Norm noch nicht erfüllt. Für Tennis-Oldie Thomas Haas dürfte die Tür dagegen geschlossen bleiben. "Bei ihm sehe ich im Moment nicht, dass das noch ein Thema wird", so Vesper.

Und auch Bahnsprinter Robert Förstemann wird vorerst nicht teilnehmen. Dank eines Nominierungsschlupflochs wollte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) Förstemann zu den Olympischen Spielen nach London bringen - doch da machte der DOSB nicht mit. Der Dachverband setzte den 26-Jährigen nicht wie vom BDR erhofft auf die Kaderliste für Olympia. Förstemann muss nun die dritte Nominierungsrunde am 4. Juli abwarten, ehe er weiß, ob sich sein Traum von den Sommerspielen doch noch erfüllt.

Der Plan des BDR: Förstemann sollte offiziell als Mountainbiker gemeldet werden, dank seiner herausragenden Leistungen im Bahnsprint dann aber doch im Oval starten. Der Radsport-Weltverband UCI lässt diese Möglichkeit in seinem Reglement offen, weil es im Mountainbike keine Qualifikationskriterien gibt. Die Bahnsprint-Norm erfüllt Förstemann als Spitzenreiter in der UCI-Weltrangliste problemlos. Förstemann hatte es ursprünglich nicht ins deutsche Team geschafft und war nur als Ersatzmann benannt worden.

luk/dpa/sid

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