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Neuer DOSB-Boss: Hörmann droht Gerichtsverfahren

DOSB-Boss Hörmann: Oberlandesgericht hat Verfahren eröffnet Zur Großansicht
Bongarts/Getty Images

DOSB-Boss Hörmann: Oberlandesgericht hat Verfahren eröffnet

Stolperstart für den neuen DOSB-Boss: Alfred Hörmann kommt möglicherweise an einem Gerichtsverfahren wegen des Vorwurfs von Preisabsprachen nicht vorbei. Der Sportfunktionär soll als Unternehmer gegen das Kartellrecht verstoßen haben. Er selbst weist die Anschuldigungen zurück.

Der neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, muss sich wahrscheinlich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten. Drei Tage nachdem der 53 Jahre alte Unternehmer als Nachfolger von Thomas Bach zum Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gewählt worden war, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf die Eröffnung eines Hauptverfahrens wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht.

Oberstaatsanwalt Holger Schönwitz sagte dem Sportinformationsdienst: "Die Generalstaatsanwaltschaft hat sich den Vorwurf des Bundeskartellamts zu eigen gemacht und verfolgt diesen weiter." Bestätigt das OLG den Spruch des Kartellamts, müsste Hörmann 150.000 Euro zahlen, sein früheres Unternehmen aus der Tondachziegelbranche, die Creaton AG, rund 66 Millionen Euro. Schönwitz: "Die Geldbuße, die das OLG gegen Herrn Hörmann aussprechen kann, könnte bis zu einer Million Euro betragen." Das Gericht ist dabei an die Bußgeldhöhe gegen Hörmann nicht gebunden.

Hörmann, langjähriger Chef des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), hat den Vorwurf des Kartellrechts-Verstoßes stets zurückgewiesen. Er sei zu seiner Zeit bei der Creaton AG an keiner Preisabsprache beteiligt gewesen. Das Kartellamt hatte mehreren Firmen aus der Tondachziegelbranche, darunter auch der Creaton AG mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Hörmann, 2008 "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" vorgeworfen.

Hörmanns Anwalt Alexander Birnstiel verwies in einer Stellungnahme darauf, dass der Betrag von einer Million Euro nichts mit Hörmann zu tun habe und nur ein Hinweis auf die gesetzliche Obergrenze sei. "Deshalb stellt es eine rein theoretische Erwägung dar und ist außerdem völlig fernliegend, dass das OLG Düsseldorf die Bußgeldberechnung des Bundeskartellamtes auf den Kopf stellen und den gesetzlichen Bußgeldrahmen ausschöpfen könnte", betonte der Anwalt.

Hörmann sieht in dem anhängigen Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen ihn keinen neuen Stand. "Durch die Aktenabgabe an das OLG hat sich in der Sache des Ordnungswidrigkeitenverfahrens nichts geändert", heißt es in einer am Dienstag vom DOSB veröffentlichen Mitteilung Hörmanns.

Vor Hörmanns Wahl hatte der Corporate-Governance-Beauftragte Jürgen Thumann dem DOSB-Präsidium "nach eingehender Prüfung und intensiver Erörterung" bestätigt, dass dieses Thema keinerlei Auswirkungen auf dessen Kandidatur habe. Eine interne Prüfung des Deutschen Skiverbandes, dem Hörmann noch bis 29. Dezember vorsteht, hatte ihn ebenfalls entlastet.

In einer früheren Version des Artikels wurde angedeutet, dass es in jedem Fall zu einem Prozess gegen Hörmann kommen werde. Dies ist mittlerweile korrigiert.

aha/sid/dpa

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