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Stasi-Akten: DOSB prüft Vorwürfe gegen Thüringens Landessportbundchef

Rolf Beilschmidt: Der DOSB prüft Stasi-Vergangenheit Zur Großansicht
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Rolf Beilschmidt: Der DOSB prüft Stasi-Vergangenheit

Rolf Beilschmidt war Weltklassehochspringer, nach seiner aktiven Karriere wurde er Sport-Funktionär. Ob seine Tätigkeit als Stasi-Informant größeres Ausmaß hatte als bisher angenommen, untersucht nun der Deutsche Olympische Sportbund.

Hamburg - Die Stasi-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wird die neuen Vorwürfe gegen den Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen (LSB), Rolf Beilschmidt, untersuchen. Das teilte der DOSB mit. Einen Termin, wann das Gremium unter dem Vorsitz von Hansjörg Geiger, ehemals Direktor beim Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, erstmals zusammentritt, stehe allerdings noch nicht fest.

In der vergangenen Woche hatte unter anderem der SPIEGEL über neue Aktenfunde über Beilschmidt berichtet. Kontakte zur Staatssicherheit hatte der ehemalige Weltklasse-Hochspringer 1993 bereits zugegeben. Die neuen Funde sollen jedoch eine weitergehende Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit belegen.

"Laut bislang unbekannter Dokumente soll er gegenüber der Stasi auch Privates über seine Klubkameraden ausgeplaudert haben", heißt es im SPIEGEL. Beilschmidt sei ein guter Freund Roland Jahns, des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). "Der hat jüngst in seinem Buch ("Wir Angepassten") um Verständnis für seinen Spezl geworben - obwohl er von den Aktenfunden wusste, die Beilschmidt nun belasten."

Der heute 61 Jahre alte Beilschmidt war nach der Wende von 1991 bis 2001 Leiter des Olympiastützpunktes Thüringen. Im Anschluss wurde er Hauptgeschäftsführer des LSB Thüringen und bekleidet das ranghöchste Funktionärsamt im Sport des Freistaats bis heute.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Doping-Opfer-Hilfeverein (DOH) Beilschmidt und den LSB-Präsidenten Peter Gösel zum Rücktritt aufgefordert.

luk/sid

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1. Genau...
Lankoron 22.10.2014
25 jahre nach der Wende wär jeder Mörder begnadigt worden. Anscheinend gilt Stasimitarbeit als viel schlimmer....und es muss nicht mal jemandem geschadet worden sein. Lang lebe das Rechtsverständnis in Deutschland.
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