DOSB-Versammlung in München Köhler will Weizsäckers Nachfolger werden

Der frühere Bundespräsident Horst Köhler soll eines der 15 Persönlichen Mitglieder im Deutschen Olympischen Sportbund werden. Der 67-Jährige, der im Mai dieses Jahres als Staatsoberhaupt zurückgetreten war, würde Richard von Weizsäcker ablösen.

Früherer Bundespräsident Köhler: "Für mich ist Sport eine Art Grundnahrungsmittel"
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Früherer Bundespräsident Köhler: "Für mich ist Sport eine Art Grundnahrungsmittel"


Hamburg - Horst Köhler hat eine neue Aufgabe in Aussicht: Der ehemalige Bundespräsident stellt sich bei der DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag in München als Persönliches Mitglied zur Wahl. Wird Köhler gewählt, würde er Richard von Weizsäcker im Amt nachfolgen. Der 90-jährige von Weizsäcker, von 1984 bis 1994 selbst Bundespräsident, scheidet altersbedingt aus dem Gremium aus.

"Ich habe den DOSB als Schirmherr vier Jahre lang begleitet und ihn dabei kennen und schätzen gelernt", sagte Köhler, der seit seinem Rücktritt als Bundespräsident am 31. Mai 2010 kaum öffentlich aufgetreten war. "Für mich ist Sport eine Art Grundnahrungsmittel. Deshalb habe ich mich auf Bitte von Präsident Thomas Bach gerne bereit erklärt, als Persönliches Mitglied dem DOSB zur Verfügung zu stehen", so der 67-Jährige.

Thomas Bach, der in München als DOSB-Präsident zur Wiederwahl steht, begrüßte Köhlers Bereitschaft: "Horst Köhler war dem Sport immer sehr nah. Ich freue mich, dass er unserer Bitte gefolgt ist und für dieses Amt zur Verfügung steht." Seit der DOSB-Gründung 2006 verfolge man das Ziel, auch Persönliche Mitglieder aus den Bereichen Politik, Kultur und Wirtschaft zu werben. IOC-Vizepräsident Bach dankte zudem von Weizsäcker. Dieser sei dem deutschen Sport "stets ein guter Ratgeber, Wegweiser und Unterstützer gewesen".

Insgesamt stehen am Samstag zehn aktive oder ehemalige Sportler sowie fünf Kandidaten aus den Bereichen Sport, Politik und Kultur zur Wahl. Vom DOSB-Präsidium wurden Paralympics-Siegerin Kirsten Bruhn (Schwimmen), Olympiasiegerin Britta Heidemann (Fechten), der Olympiadritte Thomas Lurz (Langstreckenschwimmen) sowie die Weltmeisterinnen Steffi Nerius (Leichtathletik) und Birgit Prinz (Fußball) vorgeschlagen. Die Vollversammlung der Aktivensprecher benannte die Olympiasieger Kathrin Boron (Rudern), Andreas Dittmer (Kanu) und André Lange (Bob), den Olympiadritten Henrik Stehlik (Trampolinturnen) sowie Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Biathlon).

Als Persönliche Mitglieder aus den Bereichen Politik, Kultur und Wirtschaft wurden vom DOSB-Präsidium neben Köhler Olympiasiegerin Rosi Mittermaier-Neureuther (Ski Alpin), Martin Roth (Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden), Klaus Steinbach (früher Präsident des Nationalen Olympischen Komitees) und Jürgen R. Thumann (Präsident Businesseurope) vorgeschlagen. Die Persönlichen Mitglieder werden wie auch der Präsident von der Mitgliederversammlung für vier Jahre gewählt. Im DOSB sind rund 27,5 Millionen Mitglieder organisiert.

fah/sid/dpa



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