Wunderhengst: Totilas-Comeback erneut verschoben

Eigentlich wollte Matthias Rath seinen Wunderhengst Totilas schon am Freitag zum Comeback ins Dressur-Viereck schicken. Überraschenderweise hat der Reiter jetzt aber umgeplant. Totilas ist seit Monaten nirgendwo aufgetreten - die Olympia-Qualifikation ist gefährdet. 

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Totilas und Reiter Rath: Erst am Samstag im Dressur-Viereck

Hamburg - Matthias Rath hat das Comeback seines länger verletzten Dressurpferdes Totilas um einen Tag verschoben. Das Paar wird nicht wie angekündigt an diesem Freitag seinen ersten Wettkampf beim Reitturnier in Hagen bestreiten und stattdessen erst am Samstag antreten.

Rath wird damit am Sonntag nicht den Grand Prix Special reiten, der bei den Olympischen Spielen für die Teamwertung zählt, sondern die Kür. "Ich weiß nicht, was die Beweggründe sind", kommentierte Klaus Roeser, der Vorsitzende des Dressur-Ausschusses am Donnerstag. "Grundsätzlich ist es jedem selber überlassen, welche Prüfungen er reitet."

Noch am Montag hatte Rath erklärt, wegen der Bedeutung in London die sogenannte Special-Tour zu reiten: "Der Special gehört auch zur Mannschaftswertung bei den Olympischen Spielen. Die Kür können wir auch noch später bei einem anderen Turnier reiten." Bundestrainer Johnny Hilberath zeigte sich von Raths Entscheidung "überrascht".

Seit Monaten Wettkämpfen ausgewichen

Rath hat seit der Europameisterschaft im August vergangenen Jahres in Rotterdam, wo das Paar eine Einzelmedaille verpasste, keinen Wettkampf mehr bestritten. Wegen Verletzungen waren Turnierstarts im Dezember und im Januar abgesagt worden. Ein zwischenzeitlicher Schau-Auftritt misslang.

Wie der Reiter ankündigte, werde Totilas die Kür zur Musik von Michael Jackson reiten. "Ich bin glücklich, dass die Musik rechtzeitig fertig geworden ist und wir unsere neue Kür präsentieren können", sagte Rath.

Während sich die Konkurrenz in der Weltcup-Serie im Winter Wettkampfpraxis holte, blieb Totilas im Stall - für Rath kein Nachteil: "Das war im Jahr davor auch schon so, dass er von Herbst bis Mai keine Wettkampfpraxis hatte. Deshalb war es für ihn keine neue Situation."

Nebenbei muss das im Herbst 2010 von Paul Schockemöhle für geschätzte zehn Millionen Euro übernommene Ausnahmepferd weiter als Deckhengst ran. Dreimal pro Woche springt der einstige Wunderhengst für zehn Minuten aufs Phantom, eine nachgebildete Stute, und gibt seinen Samen ab. Rund 8000 Euro kassiert die Besitzergemeinschaft im Erfolgsfall. "Wir werden schauen, wie lange das parallel zu den Turnieren gutgeht", sagte Rath. Ein kategorisches Ende der Deckeinsätze zu Beginn der wichtigen Turnierphase hält Rath nicht für zwingend notwendig.

Nach dem Start in Hagen will das Duo noch bei einem weiteren Turnier angreifen, ehe die wichtigen Sichtungen bei der DM Anfang Juni in Balve und beim CHIO Anfang Juli in August auf dem Programm stehen. "Dann haben wir vier Turniere vor Olympia, das müsste reichen", sagte Rath. Nach Aachen will der neue Bundestrainer Hilberath die drei Tickets für Olympia vergeben.

aha/dpa/sid

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