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Tour de France 2017: Düsseldorf bewirbt sich um Startetappe

Düsseldorfs Bürgermeister Geisel: "Sehr gute Nachricht für die Stadt" Zur Großansicht
DPA

Düsseldorfs Bürgermeister Geisel: "Sehr gute Nachricht für die Stadt"

Wenn es nach Düsseldorf geht, wird die Tour de France im Jahr 2017 von Deutschland aus starten. Die Stadt hat sich jetzt offiziell entschlossen, sich um den Austragungsort für die erste Etappe zu bewerben - dank der Stimmen der AfD.

Die Stadt Düsseldorf wird sich für den Start der Tour de France 2017 bewerben. Der Rat der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt entschied sich am Donnerstagabend denkbar knapp mit 40:39 Stimmen dafür, als Kandidatenstadt für den "Grand Depart" der übernächsten Frankreich-Rundfahrt ins Rennen zu gehen.

Für viele Politiker im Düsseldorfer Stadtrat hatte die knappe Mehrheit für eine offizielle Bewerbung der Stadt als Startort alledings einen bitteren Beigeschmack. Denn trotz geheimer Abstimmung war offensichtlich: Nur Stimmen der Republikaner und der AfD verhalfen der Stadt-Regierung zu der 40:39 Abstimmung.

"Das ist eine sehr gute Nachricht für die Stadt und für den Radsport in Deutschland. Die denkbar knappe Entscheidung zeigt auch, dass der Radsport bei uns noch einiges tun muss, um auch Skeptiker von seiner Reputation zu überzeugen", sagte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Vorstandschef Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sagte der "Rheinischen Post": "Das nützt der Stadt, das nützt aber auch dem gesamten Düsseldorfer Sport. Das ist ein Beitrag zur internationalen Positionierung des deutschen Sports."

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hatte für die Tour-Auftaktveranstaltung am Rhein vehement geworben und sich Radstars wie Sprinter André Greipel ins Boot geholt, hatte aber bei der Abstimmung nicht die komplette "Ampel-Kooperation" der Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP hinter sich. Die FDP hatte sich bereits im Vorfeld wie CDU und Linke gegen den "Grand Depart" ausgesprochen. Dennoch reichte es zur knappen Mehrheit.

Knackpunkt waren die Kosten für das mehrtägige Event. Laut einer Studie soll der "Grand Depart, bestehend aus der Teampräsentation, dem Auftakt-Zeitfahren am Samstag und dem Start zur ersten Etappe die Stadt rund 6,2 Millionen Euro an Zuschüssen kosten. Demgegenüber sollen Effekte für Hotellerie und Gastronomie von 57 Millionen und ein Media-Wert von 30 Millionen Euro stehen. Kritiker hatten die Rechnung angezweifelt.

Zuvor hatte sich London gegen eine Bewerbung für den Auftakt des wichtigstes Radrennens der Welt im Jahr 2017 entschieden, ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen. Mit einem Etat von mehr als 30 Millionen Euro hatten die Engländer gerechnet, allerdings auch mit einem positiven wirtschaftlichen Effekt von rund 120 Millionen Euro.

aha/sid

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Tour de FRANCE?
mufc20 06.11.2015
Warum eigentlich nicht Tour de Europe? Schließlich finden immer wieder Etappen außerhalb Frankreichs statt. Dabei wäre Frankreich eigentlich groß genug, um alle Etappen im eigenen Land abhalten zu können...
2. @ mufc20
antis 06.11.2015
Ihre Erkundekenntnisse in allen Ehren. Frankreich ist auch groß genug. Die Lösung des Rätsels: Die Tour de France startet in der jüngsten Geschichte des Radrennens alle zwei Jahre im Ausland. Und zwar immer in ungeraden Jahren. Einzige Ausnahme in der jüngeren Geschichte: Zum 100. Geburtstag im Jahr 2003 startete die Tour in Frankreich und verließ es auch nicht. Genauso wie der Giro d'Italia immer wieder im Ausland startet.
3. Haha...
treime 06.11.2015
...FDP und CDU (und Linke) waren gegen die Bewerbung. Wegen 6-10 Millionen Euro. Und ratet mal, wer damals den Eurovisions-Contest in Düsseldorf haben wollte -> die CDU unter dem alten Bürgermeister. Da waren die Kosten weit höher für die Stadt. Selbst wenn es 12 Mios kostet, es ist gute Werbung und ein nettes Event für die Bürger. Ob Marathon im Mai oder mal einmalig Startetappe für die TdF - wurscht. Düsseldorf bietet immerhin mehr Arbeitsplätze in der Region, als es Einwohner hat, von daher nur gerechtfertigt, sich darauf zu bewerben.
4. Möchtegern...
lastwebpage 06.11.2015
Tour de France (btw. die war schon mal da), Ski auf der Reihnuferpromenade, ein Riesenrad, ... und weitere Aktionen die man nach macht oder irgendwie nichts mit Düsseldorf zu tun haben. Sicher, das zieht zwar kurzzeitig Leute an, aber was ist z.B. mit der Altstadt, Schützenvereine, Sportplätze usw? Düsseldorf hat genug Probleme, mit Sachen, die vielleicht eher zu Düsseldorf gehören, als irgend etwas fremdes. (Ja, ich bin zufälligerweise Düsseldorfer)
5. antis
spon-1309986622190 06.11.2015
Nee 2013 startete sie auch in Frankreich (Korsika)
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