"Grabenkämpfe" Gesamtes Präsidium von Dynamo Dresden zurückgetreten

Das Zerwürfnis zwischen Präsidium und Geschäftsführung des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden hatte sich zuletzt zugespitzt - nun gibt es personelle Konsequenzen.

Andreas Ritter (Mai 2017)
DPA

Andreas Ritter (Mai 2017)


Grund sollen interne Machtkämpfe sein: Das gesamte Präsidium des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden ist am Sonntagabend zurückgetreten. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Verein am Montag. Dynamo betonte allerdings, voll handlungsfähig zu sein. Man werde auch diese schwierige Situation als Herausforderung begreifen und gemeinsam bewältigen, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Jens Heinig mit.

Vereinspräsident Andreas Ritter sowie die Vizepräsidenten Diana Schantin und Michael Winkler legten ebenso mit sofortiger Wirkung ihre Ämter nieder wie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende André Gasch, der Ehrenratsvorsitzende Klemens Rasel und der stellvertretende Ehrenratsvorsitzende Michael Walter. "Insbesondere von der Art und Weise der Rücktritte" zeigte sich Heinig nach eigenen Worten "überrascht".

Zuletzt hatte es Meldungen über interne Machtkämpfe und ein Zerwürfnis zwischen dem Präsidium und der Geschäftsführung um Ralf Minge und Michael Born gegeben. "In den letzten Wochen sind in unserem Verein wieder Grabenkämpfe ausgebrochen, die den Frieden in unserer Sportgemeinschaft ernsthaft bedrohen", heißt es in der Erklärung, die unter anderem dem MDR und der "Bild"-Zeitung vorliegt.

"Trotz spektakulärer sportlicher und wirtschaftlicher Erfolge gerade in den vergangenen Jahren müssen wir nun feststellen, dass wieder Kräfte zutage getreten sind, die unseren Verein zurück in die alten Zeiten gestoßen haben." Die Zustände seien "von Lügen, Diffamierungen und persönlichen Anfeindungen" getragen, deswegen wolle man sie "nicht weiter mittragen".

Ralf Minge
Getty Images

Ralf Minge

Das Präsidium des Zweitligisten stand zuletzt stark in der Kritik. Angeblich soll es in Teilen des Aufsichtsrats, Präsidiums und Ehrenrats Bemühungen gegeben haben, Minge als Sportgeschäftsführer abzulösen. Dies stieß bei der Mannschaft und den Fans auf Unverständnis. "Das wäre für mich ein absolutes Unding. Ich als Spieler und Mannschaftskapitän und wir als Mannschaft stehen zu hundert Prozent hinter Ralf Minge", hatte Kapitän Marco Hartmann zu den internen Machtspielen gesagt: "Es gibt für uns keinen anderen, der in diesem Verein wichtiger ist. Das weiß jeder."

Die aktive Fanszene des achtmaligen DDR-Meisters hatte sich am Sonntag in der Partie gegen Greuther Fürth erneut klar auf die Seite des Sportgeschäftsführers Minge gestellt. Spruchbänder mit "Eure Lügen sind wie ein Kredit. Ihr genießt sie jetzt. Bezahlen werdet ihr später" waren zu lesen. Oder: "Der K-Block ist Anti Ritter!!!".

Schon eine Woche zuvor gegen den SV Darmstadt positionierten sich die Dynamo-Anhänger: "Ralf Minge - unantastbar!" Im Zentralorgan der Ultras hieß es: "Das Wohl des Vereins hängt zurzeit ganz wesentlich mit der Person Ralf Minge zusammen. Deshalb war es für uns nur folgerichtig, den beteiligten Personen das Vertrauen zu entziehen."

aar/dpa/sid



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bluestar2000 01.10.2018
1. Mal wieder alles unter der Decke, im Verborgenen und Gerüchte
Herzlichen Glückwunsch! Wir haben es mal wieder geschafft. Sportlich und finanziell geht es ansehnlich aufwärts, da müssen wir uns intern zerfleischen. Ja, so halt man die Kontinuität fern! Es ist zum Ko*****, mal wieder erfährt man selbst als Mitglied nun Gerüchte und Vermutungen. Alle soll sich angeblich an der Causa Minge entzünden. Wer ist den nun eigentlich GEGEN Ralf Minge und will ihn rausdrücken aus dem Verein? Bisher war ich der Meinung, dass sich dies primär auf die Personen Gasch & Born kanalisiert. Wenn jetzt etliche Gremienmitglieder zurücktreten, weil Teile der Fanschaft sie anzählen, gehen diese Personen dann nur, weil sie von der Fanschaft keinen Rückhalt mehr bekommen (weil sie nicht offensive genug zu Ralf Minge gestanden haben) oder weil sie auch an der Entmachtung von RM mitgewirkt haben??? Dies kann ich mir eigentlich beim Präsidium, bei Dr. Clemens Rasel und auch bei Michael Walter NICHT vorstellen! Warum gehen sie also??? Wenn sie "nun feststellen, dass wieder Kräfte zu Tage getreten sind, die unseren Verein zurück in die alten Zeiten gestoßen haben", warum kämpfen nicht gerade diese Kräfte, die uns in den letzten Jahren maßgeblich nach vorn gebracht haben, gegen genau diese Kräfte an. OFFEN, EHRLICH, Ross und Reiter nennen? Oder stehen diese Personen gerade dafür, die Krawallhorden der Ultras eben ausreichend zu hofieren? Rätsel über Rätsel - hoffentlich kann sich mal jemand zu einem offenen Wort entschließen!!! Ein langjähriges Dynamo-Mitglied
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