IOC-Präsident Bach will E-Sport vorerst nicht ins olympische Programm aufnehmen

E-Sport erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Für eine baldige Aufnahme in das olympische Programm reicht es allerdings noch nicht. Zumindest, wenn es nach IOC-Präsident Thomas Bach geht.

IOC-Präsident Thomas Bach
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IOC-Präsident Thomas Bach


IOC-Präsident Thomas Bach hat eine baldige Aufnahme von E-Sport in das olympische Programm vorerst zurückgewiesen. "Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir eine Reihe von offenen Fragen beantwortet haben", sagte der 64-Jährige auf einer Pressekonferenz vor dem E-Sport-Forum in Lausanne. "Bis dahin macht es keinen Sinn, über die Aufnahme ins olympische Programm zu sprechen. Mein Nachfolger wird die Möglichkeit haben, diese Entscheidung zu treffen", so Bach weiter.

Grundsätzlich zeigte sich der Mannschafts-Fecht-Olympiasieger von 1976 mit der Mannschaft jedoch offen gegenüber dem Thema: "Man sieht einige gemeinsame Werte zwischen E-Sport und den traditionellen Sportarten. Die Leidenschaft ist eindeutig das, was uns zusammenbringt", sagte Bach: "Wir müssen diese zentralen, gemeinsamen Werte richtig identifizieren und von dieser Position aus weitermachen."

Ablehnende Haltung gegenüber "Killerspielen"

Bach untermauerte aber auch erneut die ablehnende Haltung des Internationalen Olympischen Komitees gegenüber sogenannten "Killerspielen": "Wir haben eine rote Linie, wenn es um eine Aktivität geht, bei der es um die Verherrlichung von Gewalt oder Diskriminierung geht. Die kann nicht überschritten werden. Da sind wir uns absolut klar."

Bei dem zweitägigen Austausch zwischen IOC, Vertretern von E-Sport-Unternehmen und Sportlern geht es um eine Annäherung sowie die Frage, ob E-Sport olympisch werden soll. Mit dabei sind unter anderem drei deutsche E-Sport-Profis der Fußballsimulation "Fifa".

bam/sid



insgesamt 14 Beiträge
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Felix aus Frankfurt 21.07.2018
1. Man kann ja geteilter Meinung sein, ob E-Sport zu Olympia soll, aber:
"Wir haben eine rote Linie, wenn es um eine Aktivität geht, bei der es um die Verherrlichung von Gewalt oder Diskriminierung geht. Die kann nicht überschritten werden. Da sind wir uns absolut klar." Kannste Dir nicht ausdenken! Sagt der Chef des Verbandes, der folgende Sportarten im Angebot hat: - Boxen - Fechtkampf (unterschiedliche Wettbewerbe mit unterschiedlichen Waffen) - Karate - Judo - Ringen Im Gegensatz zu ESport dreschen die Athelten hier TATSÄCHLICH aufeinander ein! Zusätzlich zu den Sportarten, bei denen Waffen eine Rolle spielen (die damit potentiell verherrlich werden), z.B.: Bogenschießen, Biathlon, moderner 5-Kampf (Schießen UND Fechten!), Skeet, Luftpistole.
wilmotz 21.07.2018
2. Fifa
Warum Fifa Profis? Das Spiel ist zur Zeit nicht wirklich geeignet für professionelles Spielen. (paytowin/bugs/schlechte online Server) Gibt viele bessere Titel: LoL, Dota, CS, Overwatch, SC2
noalk 21.07.2018
3. Unter einer Voraussetzung ...
... hätte ich nichts gegen eSport bei Olympischen Spielen einzuwenden: Das Spiel müsste eine vollkommen neue Entwicklung sein, die keinem Spieler bekannt sein dürfte.
oli h 21.07.2018
4. Zustimmung
Es muss ja nicht alles, was Spiel ist, olympisch sein. Schafkopfen und Halma sind es ja auch nicht. Für mich gehört zu Olympia schon auch ein gewisses Maß an körperliche Ertüchtigung.
Tharsonius 21.07.2018
5.
Zitat von oli hEs muss ja nicht alles, was Spiel ist, olympisch sein. Schafkopfen und Halma sind es ja auch nicht. Für mich gehört zu Olympia schon auch ein gewisses Maß an körperliche Ertüchtigung.
Informieren sie sich mal über professionelle E-Sportler. Dann erfahren sie auch welche körperliche Fitneß das erfordert um solche Höchstleistungen zu erbringen. Die Jungs bringen ihre 400+ APM nicht einfach nur auf den Monitor ohne dafür fit zu sein. Fitness-Sport gehört da obligatorisch dazu.
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