Nach Remis gegen Deutschland Handball-Verband weist Einspruch Sloweniens ab

Es bleibt beim Unentschieden der deutschen Handballer gegen Slowenien: Der Einspruch des Gegners bei der EM ist endgültig abgewiesen. Die Slowenen hielten den deutschen Ausgleich für irregulär.

Deutscher Jubel nach dem Ausgleich
DPA

Deutscher Jubel nach dem Ausgleich


Die Europäische Handball-Föderation hat auch den zweiten Einspruch Sloweniens gegen die Wertung des EM-Vorrundenspiels gegen Deutschland (25:25) abgewiesen. Dies bestätigte DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben mit dieser Entscheidung gerechnet. Alles andere wäre eine große Überraschung gewesen", sagte Hanning. "Wir sind froh, dass wir uns jetzt wieder auf das Sportliche konzentrieren können."

Damit hat das Ergebnis endgültig Bestand, da Slowenien keine weitere Einspruchsmöglichkeit besitzt. Ob sich der WM-Dritte nun tatsächlich - wie angedroht - vom Turnier zurückzieht, bleibt abzuwarten. Die EHF hatte schon am Dienstag den ersten Slowenien-Protest abgewiesen.

Die DHB-Auswahl hatte am Montagabend nach dem Einsatz des Videobeweises wegen einer Regelwidrigkeit der Slowenen beim Anwurf von Paul Drux in letzter Sekunde einen Siebenmeter zugesprochen bekommen, den Tobias Reichmann zum glücklichen 25:25-Ausgleich verwandelte. Beide EHF-Instanzen kamen zu dem Schluss, dass die Entscheidung der litauischen Schiedsrichter regelkonform war, weil der Ball die Hand von Drux in der regulären Spielzeit und nicht erst nach Abpfiff verlassen hatte.

aha/dpa



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Seite 1
flux71 17.01.2018
1.
Das für unsere Zeit so typische, von Hass erfüllte Gegeneinander, dringt auch immer tiefer in den Sport ein, wo Regeln -- den Gesetzen im "normalen Leben" gleich -- einfach einseitig ignoriert werden, um sich selbst in eine Opferrolle zu manövrieren, die dann man mit der Androhung, sich aus dem Verkehr zu ziehen, auf die Spitze getrieben wird. Statt sich also auf die Gesetze, pardon: Spielregeln zu verlassen, die jeder Verband, also auch jeder Spieler kennt und für gut befunden hat, wird Ärger bewusst produziert. Wie gesagt: typisches Verhalten für eine deutlich nach rechts kippende Gesellschaft.
dancar 17.01.2018
2. flux71: Zustimmung!
tja Slowenien ist halt auch ein Balkanstaat; dort zählt ein Sieg halt mehr als irgendwelche Regeln.... aus Wikipedia: noch immer ist der genaue Grenzverlauf zwischen Slowenien und Kroatien nicht geklärt. Am 6. Juni 2010 wurde in einem Volksentscheid beschlossen, diese Streitigkeiten mit Hilfe einer internationalen Kommission unter Führung der EU beizulegen.... dieses Thema geht auch in die gleiche Richtung; im Zweifel kein Verzicht auf einen Quadratkilometer Land
Taugur 17.01.2018
3. Uihhh jede Menge Drall im Ball
Zitat von flux71Das für unsere Zeit so typische, von Hass erfüllte Gegeneinander, dringt auch immer tiefer in den Sport ein, wo Regeln -- den Gesetzen im "normalen Leben" gleich -- einfach einseitig ignoriert werden, um sich selbst in eine Opferrolle zu manövrieren, die dann man mit der Androhung, sich aus dem Verkehr zu ziehen, auf die Spitze getrieben wird. Statt sich also auf die Gesetze, pardon: Spielregeln zu verlassen, die jeder Verband, also auch jeder Spieler kennt und für gut befunden hat, wird Ärger bewusst produziert. Wie gesagt: typisches Verhalten für eine deutlich nach rechts kippende Gesellschaft.
Da muss man mal drauf kommen, die Kurve vom Spielprotest zur "rechts kippenden Gesellschaft" hinzubekommen. /Palm Den Curve Ball kann man auch andersrum spielen: "Typisch linkes 68er-Verhalten, wollen keine Regeln akzeptieren" oder "Die Ex-Jugoslaven sind halt doch noch halbe Kommunisten" ;-> Aber globalpolitsche Aspekte außen vor... Ich kann die Emotionen der Slowenen gut verstehen. Und so sehr ich mich über den Punkt freue, wäre schöner gewesen das Spiel einfach in der regulären Spielzeit mit 2 Toren Vorsprung zu gewinnen. Die Desasterabwehr in der ersten Halbzeit war nicht schön anzusehen.
flux71 17.01.2018
4.
Zitat von TaugurDa muss man mal drauf kommen, die Kurve vom Spielprotest zur "rechts kippenden Gesellschaft" hinzubekommen. /Palm Den Curve Ball kann man auch andersrum spielen: "Typisch linkes 68er-Verhalten, wollen keine Regeln akzeptieren" oder "Die Ex-Jugoslaven sind halt doch noch halbe Kommunisten" ;-> Aber globalpolitsche Aspekte außen vor... Ich kann die Emotionen der Slowenen gut verstehen. Und so sehr ich mich über den Punkt freue, wäre schöner gewesen das Spiel einfach in der regulären Spielzeit mit 2 Toren Vorsprung zu gewinnen. Die Desasterabwehr in der ersten Halbzeit war nicht schön anzusehen.
Entschuldigung, aber wozu sind denn Regeln und Gesetze da, wenn man hintenrum ankommt und jedes einzelne vor den CAS oder den EUGH zerrt. Und wenn das "Ergebnis" des Gerichts nicht passt, einfach mal nicht anerkennen. So wird's doch gemacht. Wenn Slowenien nun nach Hause fahren sollte, ist es doch genau DAS! Für mich sind die Parallelen zwischen "richtigem Leben" und Sport auch nicht verwunderlich. Wieso sollte der Sport da was besonderes sein? Ist doch klar, dass sich die Welt da widerspiegelt. Und die ist halt, wie sie geworden ist: Rechtslastig. Der Rechtsdrall ist ja kaum noch aufzuhalten.
Larnaveux 17.01.2018
5.
Zitat von flux71Entschuldigung, aber wozu sind denn Regeln und Gesetze da, wenn man hintenrum ankommt und jedes einzelne vor den CAS oder den EUGH zerrt. Und wenn das "Ergebnis" des Gerichts nicht passt, einfach mal nicht anerkennen. So wird's doch gemacht. Wenn Slowenien nun nach Hause fahren sollte, ist es doch genau DAS! Für mich sind die Parallelen zwischen "richtigem Leben" und Sport auch nicht verwunderlich. Wieso sollte der Sport da was besonderes sein? Ist doch klar, dass sich die Welt da widerspiegelt. Und die ist halt, wie sie geworden ist: Rechtslastig. Der Rechtsdrall ist ja kaum noch aufzuhalten.
Also für mich ist das einfach das, was es ist: Die Slowenen ärgern sich über einen verloren gegangenen Sieg, den sie gehabt hätten, wenn sich niemand von ihnen praktisch zur Schlusssirene beim deutschen Anwurf in den Mittelkreis gestellt hätte. So ein Rumgemeutere und Gepöbele hat es schon früher geben und wird es auch immer geben. Und wie wir sehen, schaffen selbst Videobeweise keine endgültige Klarheit, solange wir nicht mittlerweile alles auf gefühlte Tausendstel-Sekunden herunterbrechen. Wir haben uns früher auch über Schiedsrichterentscheidungen aufgeregt, auch noch nach dem Spiel. Und natürlich waren Entscheidungen gegen uns immer falsch. Logisch. Wenn es nun um mehr geht als die Ehre, nutzen manche eben die Rechtsprechung aus. Dafür ist sie übrigens auch da. Andere Leute zeigen ihre Nachbarn wegen eines Apfels auf der verkehrten Seite an oder notieren sich Autonummern vor einem Bordell und melden es der Polizei. Auch so was gab's immer schon und wird es auch weiterhin geben. Wo also ist die politische Komponente in diesem Vorgang? Und insbesondere, was hat das mit einem Rechtsdrall zu tun? Ich denke, Sie wollen den nur gerne sehen und müssen ihn hier mal unterbringen (Rechts ist natürlich an allem Schuld. Sogar am Verhalten von emotional aufgeladenen Handballspielern. Oder vielleicht, nur mal als Idee, vielleicht passt auch der Feminismus, der gerade die Opferrolle der Frau neu definiert? Ach, Mist, ist die Männer-EM, sonst hätte man das ja anbringen können... Bleibt also nur politisch-rechts = böse). Der Forist Taugur hat vollkommen recht: Wenn man Parallelen zu politischen Statements und Verhaltensweisen finden möchte, dann findet man die praktisch überall und nicht nur rechts. Insofern ist Ihr Bezug einfach unpassend. Auch wenn Sie bestimmt ganz stolz darauf sind, dass Sie das mal gesagt haben.
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