Eisschnelllauf: Deutsche Frauen schlittern ins Finale

Die deutschen Eisschnellläuferinnen haben in der Teamverfolgung das Finale gegen Japan erreicht. Anni Friesinger stürzte kurz vor der Ziellinie, bewahrte das Trio dann aber mit einem gekonnten Scherenschlag vor einer bitteren Niederlage. Im Endlauf ist Friesinger allerdings nicht dabei.

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Eisschnelllauf: Auf dem Bauch ins Finale, auf den Kufen zu Gold
Hamburg - Dramatische Schlussrunde: Anni Friesinger-Postma rutschte auf dem Bauch durchs Ziel, trotzdem hat das deutsche Frauen-Trio noch die Chance auf eine Goldmedaille. Zum Auftakt des letzten Wettkampftages im Olympic Oval schalteten Friesinger-Postma, Daniela Anschütz-Thoms und Stephanie Beckert im Halbfinale das Team der USA aus und treffen nun um 23.13 (Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf Japan. Im Viertelfinale waren die Deutschen tags zuvor den Niederlanden überlegen, die USA hatten überraschend Weltmeister Kanada aus dem Rennen geworfen.

In 3:03,55 Minuten setzten sich die erst zum zweiten Mal in dieser Formation laufenden Deutschen im Halbfinale gegen das Überraschungsteam mit der erfahrenen Jennifer Rodriguez und den beiden Neulingen Jilleanne Rookard und Nancy Swider-Peltz durch, weil auch die US-Läuferinnen im Schlussgang ihre Probleme hatten. Im Ziel lagen 0,23 Sekunden zwischen beiden Teams.

Lange Zeit war es vor 7000 Zuschauern ein harter Kampf, weil die Deutschen wegen der Startprobleme von Stephanie Beckert zunächst in Rückstand gerieten. Dann jedoch lief die Erfurterin stark und leistete über drei der sechs Runden bis in Ziel hervorragende Führungsarbeit. Erst Friesinger-Postmas Probleme machten das Rennen noch einmal spannend.

Bundestrainer Eicher: "Wenn Anni ein bissel wütend ist, ist sie am besten"

In einer dramatischen Schlussrunde stolperte Friesinger-Postma mehrfach, verlor einige Meter auf ihre Partnerinnen und rutschte am Ende verzweifelt und entkräftet über die Ziellinie. Dabei stellte sie den entscheidenden Vorsprung auf dem Bauch schlitternd durch einen gekonnten Scherenschlag her. Sie fluchte und schlug mit den Fäusten auf das Eis, doch dann sah sie die Eins auf der Anzeigetafel und strahlte. Als sie begriff, dass es trotzdem fürs Finale gereicht hatte, weinte sie vor Freude. Dennoch wird Friesinger den Endlauf als Zuschauerin verfolgen. Eisschnelllauf-Bundestrainer Markus Eicher nominierte an ihrer Stelle Katrin Mattscherodt.

Vor den Rennen hatte es einen tagelangen Streit um den Einsatz von Friesinger-Postma gegeben. Die 33-Jährige war erst in letzter Sekunde von Eicher nominiert worden, nachdem Mattscherodt im 5000-Meter-Rennen enttäuscht hatte. Nach dem erfolgreichen Viertelfinale gegen die Niederlande hatte Eicher erstmals eingeräumt, wie sauer sein früherer Schützling über die ursprünglich geplante Degradierung war. "Anni war total angefressen. Aber wenn sie ein bissel wütend ist, ist sie am besten", so der Bundestrainer.

mig/sid/dpa

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