Eklat bei Box-Gala Blutiger Kampf neben dem Ring

Die Boxprofis Thomas Ulrich und Jürgen Brähmer hatten ihre Kämpfe gerade beendet, da brach neben dem Boxring eine wilde Schlägerei aus. Mittendrin prügelte sich ein bekannter Boxveranstalter - der seiner Konkurrenz vorwirft, Rechtsradikale angeheuert zu haben.


Hamburg - Eine halbe Stunde nach Mitternacht lieferten sich der Hamburger Box-Promoter Ahmet Öner vom Arena-Boxstall und seine beiden Leibwächter in der Color Line Arena eine wilde Keilerei mit einer Gruppe Sicherheitskräfte. Die in der Nähe sitzenden Zuschauer flüchteten panikartig von ihren Plätzen, während im Ring gerade der Kampf der Frauen-WM zwischen Heidi Hartmann und der Polin Karolina Lukasik angesagt wurde.

Boxer Brähmer (li.): Auch nach seinem Kampf flogen die Fäuste
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Boxer Brähmer (li.): Auch nach seinem Kampf flogen die Fäuste

In einer Loge am Ring, in der sich die Ehrengäste gerade noch in Sicherheit bringen konnten, prügelte ein Sicherheitsmann auf einen der Öner-Begleiter so stark ein, dass dieser blutüberströmt von Sanitätern versorgt werden musste. Auch der Promoter selbst musste von einem Arzt behandelt werden.

Der Schlägerei soll eine Reihe von Provokationen vorausgegangen sein. "Wir konnten bislang noch nicht ermitteln, wer da auf wen losgegangen ist. Klar ist nur, dass es Provokationen durch Herrn Öner gegeben hat", sagte Christoph Hawerkamp, Sprecher des Boxstalls Universum, dem Sport-Informations-Dienst (sid). Universum veranstaltete den Kampfabend, bei dem Ulrich seinen EM-Titel verteidigte und Brähmer einen umstrittenen Punktsieg landete.

Öner, nach Universum-Chef Klaus-Peter Kohl und Wilfried Sauerland die Nummer drei der deutschen Box-Promoter, bestritt in einer offiziellen Stellungnahme die Vorwürfe. Zusammen mit seinen Begleitern sei er "während der gesamten Veranstaltung von zwölf 150-Kilo-Schlägern provoziert worden", so der Türke, der die Gruppe der rechtsradikalen Szene zuordnet: "Einige sind stadtbekannt".

Öner wirft dem Universum-Boxstall, für den es die 250. Profi-Veranstaltung war, eine gezielte Aktion vor: "Mir wurde eine Falle gestellt. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Schläger mit Einverständnis des Veranstalters - zumindest aber nicht gegen dessen Willen - auf uns angesetzt waren." Er selbst habe Schläge und Tritte abbekommen, seine Begleiter seien sogar "mit schweren Verletzungen" ins Krankenhaus eingeliefert worden, erklärte Öner.

Universum wies die Vorwürfe zurück. "Das entbehrt jeder Grundlage. Für Universum ist es einfach nur bedauerlich, dass unsere Jubiläums-Veranstaltung durch so einen unschönen Zwischenfall gestört wurde", sagte Hawerkamp: "Herr Öner hatte mit diesem Event überhaupt nichts zu tun, keiner seiner Boxer war beteiligt. Wir haben keine Ahnung, was er mit seiner Provokation erreichen wollte." Universum-Chef Kohl wollte die Auseinandersetzung nicht kommentieren. "Ich muss erst rausfinden, was da passiert ist", sagte der Hamburger Geschäftsmann, der nur wenige Meter von der Prügelei entfernt saß.

all/sid/dpa

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