Betrug im Sport Entwurf für Anti-Doping-Gesetz sieht heftige Strafen vor

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, Preisgeld-Entzug und uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit: Der Entwurf für ein neues Anti-Doping-Gesetz geht sehr weit. Fraglich ist allerdings, ob der DOSB seine Zustimmung erteilt.

Blutproben für Dopinganalyse: Positive Probe Anfangsverdacht für Ermittlungen
REUTERS

Blutproben für Dopinganalyse: Positive Probe Anfangsverdacht für Ermittlungen


Hamburg - Das neue Anti-Doping-Gesetz nimmt konkrete Formen an und würde im Falle der Umsetzung Sportbetrüger in Deutschland hart bestrafen. Der neue Gesetzentwurf aus den Bundesministerien für Justiz und Inneres, der dem Deutschlandfunk und der "Berliner Zeitung" vorliegt, geht wesentlich weiter als die bestehende Regelung.

Demnach wird Doping zum Straftatbestand. Die uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit soll eingeführt werden, die eine Verschärfung der bislang gültigen Strafbarkeit für den Besitz "nicht geringer Mengen" darstellt. Zudem sollen nicht nur wie bislang die Hintermänner, sondern auch Kaderathleten unter Strafe gestellt werden, wenn sie gedopt haben oder nur in Besitz von Dopingmittel sind.

Dopern droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, auf Erwerb und Besitz sollen bis zu zwei Jahre Haft stehen. Auch Preisgelder sollen künftig eingezogen werden können, wenn auch nur der Verdacht besteht, dass Doping im Spiel gewesen ist. Das Gesetz wird begrenzt angewandt auf Spitzenathleten, die mit dem Sport ihr Geld verdienen und Konkurrenten durch Manipulation schädigen.

"Wenn das alles so umgesetzt wird wie nun offenbar angedacht, wäre das ein großer Schritt für die Zukunft der Dopingbekämpfung und im Interesse eines sauberen Sports und unserer Spitzensportler", sagte Clemens Prokop. Der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) war als strikter Befürworter eines scharfen Anti-Doping-Gesetzes zuletzt im Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) immer wieder ausgebremst worden.

DOSB will die Vorlage nun prüfen

Der DOSB, der einer derart tiefgreifenden Gesetzesreform wie nun angedacht bislang ablehnend gegenüberstand, will die Vorlage prüfen und zunächst keine Einschätzung abgeben. Die Sportgerichtsbarkeit soll das neue Gesetzt aber nicht aushebeln. Eine Befürchtung, die beim DOSB im besonderen Maße ausgeprägt ist.

"Die Regelungen, die jetzt auch das Eigendoping und den bloßen Besitz von Dopingmitteln durch den Sportler unter Strafe stellen, sind schon weitreichend. Es bedeutet, dass eine positive Dopingprobe künftig immer einen Anfangsverdacht für Ermittlungen der Staatsanwaltschaft liefern wird", sagte Sportrechtler Marius Breucker.

ham/sid

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
GPTip.com 29.09.2014
1.
Warum wird denn da der DOSB überhaupt gefragt? Fragt man die Autofahrer, inwieweit die Bußgelder erhöht werden sollen? Fragt man die Drogendealer, bevor man das BTMG verschärft? Wenn das Gesetz so kommt, dann sitzt so gut wie jeder Liestungssportler bereits mit einem Bein auf der Anklagebank.
KarlRad 29.09.2014
2. Freiheitsstrafen für Dopingsünder?
Doping gehört bestraft. Dealer, die ordentlich abkassieren und die Gesundheit Ihrer Kunden gefährden, gehören hinter Gitter. Aber das man die Dopenden einsperrt, halte ich für übertrieben. Da sollten es langjährige Sperren und empfindlichen Geldstrafen sein. Das Ganze sollte natürlich für alle gelten, zentral und gerecht geschehen. Ich bin auf die Reaktionen der Fusbbalverbände gespannt.
KarlRad 29.09.2014
3. Freiheitsstrafen für Dopingsünder?
Doping gehört bestraft. Dealer, die ordentlich abkassieren und die Gesundheit Ihrer Kunden gefährden, gehören hinter Gitter. Aber das man die Dopenden einsperrt, halte ich für übertrieben. Da sollten es langjährige Sperren und empfindlichen Geldstrafen sein. Das Ganze sollte natürlich für alle gelten, zentral und gerecht geschehen. Ich bin auf die Reaktionen der Fussbalverbände gespannt.
spon72 29.09.2014
4. Es würde mich nicht wundern...
...wenn es für unsere balltretenden Millionäre Ausnahmen innerhalb dieses bis jetzt fiktiven Gesetzes geben würde. Sowas wie der erhobene Zeigefinger und zwei Spiele Sperre, so wie bisher. Scjließlich sind sie ja die Aushängeschilder einer ganzen, darüberhinaus ziemlich hoffnungslosen, Nation!
future-trunks 30.09.2014
5.
Zitat von GPTip.comWarum wird denn da der DOSB überhaupt gefragt? Fragt man die Autofahrer, inwieweit die Bußgelder erhöht werden sollen? Fragt man die Drogendealer, bevor man das BTMG verschärft? Wenn das Gesetz so kommt, dann sitzt so gut wie jeder Liestungssportler bereits mit einem Bein auf der Anklagebank.
ganz einfach. weil durch Doping in der realen welt außerhalb des leistungssportes niemand einen schaden davon trägt außer vielleicht der doper selbst. es ist also ein gesetz, das auf die sportgerichtsbarkeit aufbaut. und wenn die sportverbände 90% der dopingmittel erlauben dann ist da plötzlich kein Doping mehr und nicht strafbar. eine sehr einzigartige Gesetzgebung, wo nicht stattliche Organisationen mehr oder weniger die Strafbarkeit bestimmen. und wo jeder mensch diese mittel besitzen darf (sind ja z.t. auch Substanzen die in normalen Medikamenten vorhanden sind) und nur 7000 menschen eingeknastet werden dürfen.
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