Erfolg gegen Thompson: Klitschko siegt durch K.o. in Runde elf

Ein unerwartet hartes Stück Arbeit: Nahezu die gesamte Kampfdauer benötigte Weltmeister Wladimir Klitschko, um Tony Thompson zu besiegen. Der Herausforderer zeigte eine gute Deckung und Nehmerqualitäten. Doch am Ende stand der erhoffte Knockout für den Ukrainer.

Hamburg - Wladimir Klitschko bleibt Schwergewichtsweltmeister der Verbände WBO, IBF und IBO. Der Ukrainer besiegte seinen amerikanischen Herausforderer Tony Thompson nach anfänglichen Schwierigkeiten durch K.o. nach 1:38 Minuten in Runde elf. "Er hat genauso geboxt, wie ich ihn eingeschätzt habe", sagte Klitschko nach dem Fight, "war voll drauf. Es hat Spaß gemacht, gegen so einen Gegner zu boxen."

Klitschko verbesserte seinen Kampfrekord auf 51 Siege (45 durch K.o.) bei drei Niederlagen. Thompson musste die zweite Niederlage in seinem 33. Profikampf hinnehmen. "Er war viel stärker über den gesamten Kampf" sagte Thompson, "und dann hat er den perfekten Schlag gelandet."

Thompson, der sich im Juli 2007 mit einem deutlichen Erfolg gegen Luan Krasniqi das Herausfordererrecht gegen Klitschko gesichert hatte, begann den Kampf selbstbewusst, ließ sich von Klitschko nicht beeindrucken. Der Ukrainer musste zwei, drei Mal klammern, um sich vor potentiell gefährlichen Situationen zu schützen.

Gleich zu Beginn von Runde zwei fand sich der Amerikaner dann das erste Mal auf dem Ringboden wieder. Er war jedoch nur ausgerutscht, als er einem Schlag von Klitschko ausweichen wollte. Beide Boxer wurden aktiver, schlugen relativ viel für eine Auseinandersetzung im Schwergewicht. Zum Ende der drei Minuten rasselten beide dann mit den Köpfen zusammen, was sowohl bei Klitschko als auch Thompson einen Cut hinterließ, die in der Folgezeit aber beiden keinerlei Probleme bereiteten.

Ab Runde drei versuchte der Weltmeister seine Angriffe mehr mit der linken Führhand vorzubereiten, suchte geduldiger nach der Lücke für seinen rechten Hammer. Doch Thompson überzeugte durch eine starke Verteidigung.

Zur Mitte des Kampfes wirkte Klitschko erschöpft, schlug aber trotzdem deutlich mehr als der Herausforderer. Thompson, der starke Nehmerqualitäten bewies, schien hinter seiner Deckung auf den Lucky Punch zu warten. Ab Runde sieben wurde auch Thompson deutlich behäbiger in seinen Bewegungen und seinen Reflexen. "Ich bin irgendwie müde geworden, weiß nicht wieso", sagte der 37-Jährige. Klitschko wirkte jetzt sicherer, streute sogar einen von ihm selten gesehenen linken Aufwärtshaken ein und glänzte mit einer Links-Rechts-Kombination.

Gleiches Bild in den Runden acht bis zehn. Klitschko schlug, Thompson versteckte sich immer mehr hinter seiner Doppeldeckung. Doch den entscheidenden Schlag in Runde elf, eine krachende Rechte des Weltmeisters, konnte er nicht verhindern. "Den habe ich nicht kommen sehen", gestand er ein. Und auch der Champion war ehrlich: "Ich habe nicht gedacht, dass es so schwer wird."

Nächster Gegner von Klitschko soll Ende des Jahres der Russe Alexander Powetkin werden, der für den Berliner Promoter Wilfried Sauerland in den Ring steigt. Der 27 Jahre alte Olympiasieger von 2004 ist als Pflichtherausforderer des Verbandes IBF anerkannt. Der in 15 Kämpfen ungeschlagene Russe bestreitet in der kommenden Woche in Tschechow einen Aufbaukampf gegen den Amerikaner Taurus Sykes.

fsc/sid

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Klitschko vs. Thompson: Premiere auf dem Ringboden