Erfurter Affäre Pechstein wieder im Visier der Doping-Ermittler

Brisante Details der Ermittlungen gegen den Erfurter Sportarzt Franke: Auf der Liste von Kunden Frankes soll auch der Name von Eisschnelllaufstar Claudia Pechstein stehen. Die 39-Jährige weist allerdings nach wie vor jeden Dopingvorwurf zurück. 

Eisschnelllaufstar Pechstein: Einer von 28 Namen auf der Franke-Liste?
DPA

Eisschnelllaufstar Pechstein: Einer von 28 Namen auf der Franke-Liste?


Hamburg - Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den Erfurter Sportarzt Andreas Franke ist auch der Name von Eisschnelllaufstar Claudia Pechstein aufgetaucht. Die 39-Jährige soll nach ARD-Recherchen eine von 28 Athleten sein, die bei Franke in Behandlung waren. Der Mediziner steht im Verdacht, Versuche mit Eigenblut von Sportlern unternommen zu haben. Die Methode, Athleten Blut abzunehmen, dieses zu bestrahlen und den Sportlern dann wieder zuzuführen, gilt als möglicherweise leistungssteigernd und ist daher im Leistungssport schon seit Jahren verboten.

Pechstein selbst hat auf Anfrage der ARD-"Sportschau" jeden Dopingvorwurf zurückgewiesen, ohne jedoch konkret auf den Fall Franke einzugehen. Sie betonte lediglich, "dass ich während meiner Karriere niemals gedopt, niemals zu unerlaubten Mitteln oder Methoden gegriffen habe", wird sie in der "Bild"-Zeitung zitiert.

Die fünffache Goldmedaillengewinnerin bei Olympischen Spielen war 2009 nach einem indirekten Blutdoping-Nachweis für zwei Jahre gesperrt worden. Sie selbst hatte den Vorwurf stets zurückgewiesen. Nach Ablauf der Sperre hat sie ein erfolgreiches Comeback gestartet und plant die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi.

Unter den Athleten, die ebenfalls auf der Liste stehen, befindet sich nach den ARD-Informationen auch der 800-Meter-Olympiasieger von Sydney 2000, Nils Schumann, der seine aktive Karriere mittlerweile beendet hat. Auch die Eisschnellläuferin Judith Hesse gehört dazu - sie habe darauf mit einer Selbstanzeige bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada reagiert.

Die Nada hat daraufhin Ermittlungen gegen Hesse und einen Radsportler aufgenommen, gegen die anderen 26 Sportler auf der Liste sei die Agentur allerdings noch nicht tätig geworden, so die ARD. Die Nada-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann hat das damit begründet, dass "eine solche Größenordnung nicht jeden Tag auf eine Nationale Anti-Doping-Agentur zukommt".

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
stedaros 29.01.2012
1.
Zitat von sysopBrisante Details der Ermittlungen gegen den Erfurter Sportarzt Franke: Auf der Liste von Kunden Frankes soll auch der Name von Eisschnelllaufstar Claudia Pechstein stehen. Die 39-Jährige weist allerdings nach wie vor jeden Dopingvorwurf zurück.* http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,812111,00.html
Warum sollen diese Größenordnungen auch nur in Spanien oder Österreich auftauchen. In Thüringen gibt es ja schließlich eine lange Tradition, die man nicht einfach in die Mülltonne tut. Man muss jede unglaubliche Leistung der letzten Jahre hinterfragen, egal aus welchem Land.
ajf00 29.01.2012
2. Pechstein mittlerweile genauso peinlich wie Wulff (kT)
kein weiterer Text
Knuuth 29.01.2012
3. ÄÄhhh..
Waren bestimmt wieder die Ähh- Ehrääh, Erethroähh, ERYTHROZYTEN!
Florida123 29.01.2012
4. Da kann sich Wulff ja freuen...
...dass jetzt die naechste Sau durchs Dorf getrieben wird. Stand HEUTE ist dieser Vorwurf absolut haltlos - wie hier wieder ueber drei Ecken herum jemand mit Dreck beworfen wird, ist geschmacklos!
vostei 29.01.2012
5. Nö - sie strengt sich mehr an als Wulff (kT)
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