Ermittlungen: Spanien schlittert in den Dopingskandal

Spaniens Vertrauen in seine Athleten ist tief erschüttert: Die unter Dopingverdacht geratene Leichtathletin Marta Domínguez wurde suspendiert, die Polizei nahm zudem die Schwester des umstrittenen Arztes Eufemiano Fuentes fest. Die Medien gehen hart mit den Sportstars ins Gericht.

Doping-Ermittlungen: Der tiefe Fall der Marta D. Fotos
AP

Palencia - Täglich gibt es neue Enthüllungen im spanischen Dopingskandal. Nach einem Bericht der Tageszeitung "El País" wurde die Ärztin Yolanda Fuentes, Schwester des höchst umstrittenen Sportmediziners Eufemiano Fuentes, sowie der frühere Mountainbiker Alberto León im Rahmen der Operación Galgo festgenommen.

Bei León sollen mehrere Blutbeutel gefunden worden sein. Die Fuentes-Geschwister und León wurden seit April von der Polizei überwacht. León soll zudem mit Substanzen gehandelt haben, die für Sportler verboten sind.

Bereits am Donnerstag waren der umstrittene Arzt Fuentes und Spaniens erfolgreichste Leichtathletin, Marta Domínguez, festgenommen worden. Fuentes war bereits 2006 Verdächtiger im großen Radsport-Dopingskandal, den die Operación Puerto ("Operation Bergpass") ans Licht brachte.

Domínguez, Weltmeisterin im 3000-Meter-Hindernislauf, wird zur Last gelegt, andere Sportler mit verbotenen Mitteln versorgt zu haben. Bei einer Razzia bei der Operación Galgo wurden in ihrem Haus verschiedene Substanzen gefunden, die die Spezialeinheit Uco sowie die Polizei als illegal einstufen. Das berichtet "El País". Eigenkonsum wird Domínguez bislang nicht vorgeworfen. Die 35-Jährige kam wegen ihrer Schwangerschaft nach der Festnahme unter Auflagen frei.

Abgehörte Telefongespräche brachten Fahnder auf die Spur

Der spanische Leichtathletik-Verband RFEA hat Domínguez, die eines der vier Vizepräsidentenämter bekleidete, allerdings am Freitag vorübergehend von ihren Aufgaben entbunden.

Abgehörte Telefongespräche hatten die Fahnder auf die Spur des neuen Dopingskandals gebracht. Die Polizei habe die 14 festgenommenen Verdächtigen monatelang beobachtet und überwacht, berichtete die Presse am Freitag unter Berufung auf die Ermittler. Zudem habe der im vorigen Jahr des Dopings überführte Geher Paquillo Fernández der Polizei wichtige Hinweise geliefert.

Die spanischen Tageszeitungen gehen hart mit ihren einstigen Helden ins Gericht. "El País" schreibt: "Jene, die einst Sportgeschichte schrieben, zerstören nun ihren eigenen Mythos." Marta Domínguez habe die Phantasie der Spanier beflügelt - mit ihrem Kampfgeist und ihrem Charisma. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 habe sie noch einmal antreten und ihre langjährige Karriere beenden wollen. Doch nun hätten sie und andere den Sport "entblößt". Wenn die Vorwürfe zuträfen, so ein Kommentator der Sportzeitung "Marca", "müssen wir uns für eine Frau schämen, die für uns die größte spanische Athletin der Geschichte war".

"Doping beschmutzt noch immer unseren Sport"

Die spanische Presse zeigt sich im aktuellen Dopingskandal aber auch selbstkritisch. "Doping beschmutzt noch immer unseren Sport, während wir wegschauen, berauscht von den Erfolgen", so "Marca". Akteure wie Fuentes hätten immer weiterarbeiten können, ohne dafür belangt zu werden. "Wenn einer dieser Schwindler ins Gefängnis geht, haben alle Sport-Fans gewonnen."

Der Mediziner Fuentes steht erneut im Mittelpunkt einer Dopingaffäre - und das löst bei vielen Kopfschütteln aus. "Drei große Operationen gegen Doping haben einen gemeinsamen Nenner: Eufemiano Fuentes", beklagt der Fernsehsender "Antena 3" und verweist auf Razzien der vergangenen Jahre. Fuentes sei der "faule Apfel des spanischen Sports". Der schillernde Arzt war mit der Leichtathletin Cristina Pérez verheiratet, auch sie geriet mehrfach unter Dopingverdacht.

"Man muss sich fragen", schreibt ein Blogger der Sportzeitung "AS", "ob die Leichtathletik dies alles überleben wird. Was wir hier miterleben, ist ein Erdbeben". Um Schadensbegrenzung bemüht sich der für Sport zuständige Staatssekretär Jaime Lissavetzky. Er sagte, 99 Prozent der Erfolge der spanischen Athleten seien nicht "durch Doping beschmutzt". Das Land kämpfe vielmehr gegen Doping und habe inzwischen so scharfe Gesetze wie Frankreich und Deutschland.

Passend zu der Aussage des Politikers ist das Ergebnis einer Umfrage, die auf der Web-Seite der Zeitung "El Mundo" veröffentlicht wurde. Da konnten Leser über die Frage abstimmen, ob es in Spanien mehr Doping als in anderen Ländern gebe. Zwei Drittel sind aber bislang noch guter Hoffnung und meinen: Nein.

jar/kgp/sid/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. é viva Espana
tzscheche 10.12.2010
Das mittelgrosse sudeuropaeische Land Spanien bringt seit Jahrzehnten mit penetranter Regelmaessigkeit die weltbesten Tennisspieler, die weltbesten Radfahrer, die weltbesten Formel-1 Fahrer, die weltbesten Fussball-Vereinsmannschaften und die weltbeste Fussball-Nationalmannschaft auf. Wirft das allein nicht Fragen auf?
2. Welchen Mythos???
Koltschak 10.12.2010
Dass in der gesamten Leichtathletik etwas faul ist, wissen wir doch alle! Es gibt nzur zwei Möglichkeiten: 1. Weiter diese lächerliche Verfolgung von Doping, die im Endeffekt nichts bringen wird oder 2. die Freigabe des Doping, damit auch die Unbedarften und Naiven eine faire Chance haben. Ansonsten sind und bleiben die Doper den Verfolgern immer einen Schritt voraus. Es ist mit dem Doping wie bei den Drogen: Nur eine absolute Freigabe würde das Problem lösen! Und auch andere gesundheitliche Probleme. Ärzte könnte sich viel besser um die Gedopten kümmern, ohne gleich in einen Dunstkreis des Verbrechens zu kommen.
3. ???
tzscheche 10.12.2010
Zitat von Koltschak1. Weiter diese lächerliche Verfolgung von Doping, die im Endeffekt nichts bringen wird...
Dass die Verfolgung von Doping durchaus Erfolge zeitigt, koennen Sie in dem Artikel nachlesen. Gewinner ist dann, wer die schoensten Sport-Zombies zuechtet. Mit freundlicher Uenterstuetzung von Pfizer, Roche und Bayer... Klar, mit Drogenfreigabe loest man Drogenprobleme ein fuer alle Mal...zumindest die der Dealer und der Junkies. Dafuer ist die Medizin ja schliesslich da, oder? Wenn es nach Ihnen ginge, sollte man Doping am besten ueber die Krankenkasse abrechnen koennen, n'est-ce pas?
4. toller kommentar
mcpommer 10.12.2010
Zitat von tzschecheDas mittelgrosse sudeuropaeische Land Spanien bringt seit Jahrzehnten mit penetranter Regelmaessigkeit die weltbesten Tennisspieler, die weltbesten Radfahrer, die weltbesten Formel-1 Fahrer, die weltbesten Fussball-Vereinsmannschaften und die weltbeste Fussball-Nationalmannschaft auf. Wirft das allein nicht Fragen auf?
was für ein beitrag. in spanien wird wird gedopt, u alle böse, u hier is alles sauber. die bösen südeuropäer. penetrante REGELMÄßIGKEIT? bei den radfahrern stimme ich zu. tennisspieler? wg nadal? wg einem spieler? die andere spanischen tennisspieler sind allefalls ober mittelklasse. weltbeste fußball mannschaften? naja, vielleicht sollten sie sich mal die champions league gewinner der letzten jahre angucken. weltbeste Fußballnationalmannschaft?? weil sie seit 3 - 4 jahren endlich wirklich mal was reißen? bester formel 1 fahrer? weil alonso weltmeister geworden? davor kann ich mich nicht an große spanische erfolge erinnern. so ein blödsinniger unsachlicher beitrag. u zu guter letzt: wenn sie schon mit spanisch lustig prahlen wollen, dann richtig. den ausdruck "eviva" gibt es nicht. zumindest nicht im spanischen.
5. Für die Freigabe aller Drogen
Koltschak 11.12.2010
Zitat von tzschecheKlar, mit Drogenfreigabe loest man Drogenprobleme ein fuer alle Mal...zumindest die der Dealer und der Junkies.
Was ist daran nicht zu verstehen? Die meisten Experten halten den Kampf gegen die Drogen für verloren und bei einer Freigabe gibt es dann keine Dealer mehr und keinen Milliardenmarkt. Das ist genau wie bei der Prohibition in Amerika. Prohibition weg - Al Capone weg! Und die ganze mit der Prohibition zusammenhängende Kriminalität. Der Preis und der Markt werden in Nullkommanix zusammenbrechen. In diesem Fall ergibt eins und eins zwei! Und mit den Sportzombies: glauben Sie, was Sie schreiben. Heute gewinnt doch auch wer am klügsten und besten dopt! Wie viele der Dopenutzer werden wohl erwischt?
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Dopingsubstanzen und ihre Wirkung
Epo/HGH
Die Ausdauerleistung ist wesentlich davon abhängig, wie gut der Körper Sauerstoff aufnehmen kann. Das Hormon Erythropoetin (Epo) stimuliert die Produktion roter Blutkörperchen. Die erhöhte Anzahl der im Organismus zirkulierenden Erythrozyten verbessert die Kapazität des Blutes, Sauerstoff aufzunehmen und steigert damit Ausdauerleistungsfähigkeit.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbietet den Gebrauch von Epo seit langem. Seit 1983 ist es möglich, Epo synthetisch herzustellen. Entwickelt wurde es für Patienten mit schweren Nierenleiden, die an Blutarmut leiden.

Das Wachstumshormon HGH wird bei Kleinwüchsigkeit eingesetzt. HGH lässt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Knochen wachsen, das führt zu langen Gliedmaßen, einem verformten Kopf und Riesenhänden. Zudem verändert sich die Struktur der Organe. (mit dpa)
Anabolika
Anabolika sind künstlich hergestellte Verwandte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Diese Steroid- oder Wachstumshormone haben sowohl eine den Muskelaufbau fördernde (anabole) als auch eine vermännlichende (androgene) Wirkung. Anabolika können als Tabletten als auch injiziert werden. In Deutschland sind sie rezeptflichtig, werden aber nur selten zur Therapie beispielsweise von Schwächezuständen eingesetzt.

Illegal werden Anabolika parallel zu entsprechendem Training eingenommen, um den Aufbau von Muskelmasse zu fördern – also als Dopingmittel missbraucht. Bekannte Anabolika-Präparate sind unter anderen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.
Stimulanzien
Als Stimulanzien (lat. stimulare = "anregen") werden Substanzen bezeichnet, die anregend auf den Organismus wirken. Sie stimulieren die Aktivität des Zentralnervensystems. Als Aufputschmittel werden sie kurz vor oder während des Wettkampfs eingenommen. Sie steigern die motorische Aktivität, erhöhen die Risikobereitschaft und vertreiben die Müdigkeit, aber auch das Gespür für die natürliche Leistungsgrenze. Bekannteste Stimulanzien sind Amphetamine, Kokain, Ephedrin und Koffein (nur in hohen Mengen verboten).

Viele Stimulanzien können bei regelmäßigem Konsum abhängig machen. Bei Überdosierung drohen je nach Substanz Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Nach mehreren Todesfällen im Sport, die auf die Einnahme von Stimulanzien zurückzuführen waren, wurden sie 1967 auf die Dopingliste gesetzt.
Narkotika
Betäubungs- und Schmerzmittel wie Morphine werden eingesetzt, um bei Höchstleistungen auftretende Schmerzen zu unterdrücken - beispielsweise bei einem Marathon. Die Medikamente machen abhängig, weitere Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Kreislauflähmungen. Von Radsportlern werde berichtet, dass diese auf den letzten Kilometern gerne Alkohol trinken, sagt Patrick Diel vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln. "Das dämpft den Schmerz, liefert Energie und hebt die Stimmung."

Ebenso wie Amphetamine seien auch die meisten Narkotika leicht nachweisbar und würden deshalb eher selten im Spitzensport verwendet. Zudem handle es sich auch hierbei um eine "Wettkampf-Droge", die direkt beim jeweiligen Sportereignis eingenommen werden müsse. Entsprechend hoch sei die Gefahr der Entdeckung. (mit dpa)

Meldepflichten für Sportler
Übersicht über die neuen Regelungen ab 2009
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Ein-Stunden-Regelung
Die weitreichendste Veränderung 2009 ist die Einführung der Ein-Stunden-Regelung für die Top-Athleten (rund 1400). Die Nada hatte gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Innenministerium lange gegen die Einführung dieser Regel gekämpft, sie wurde dennoch in den Wada-Code aufgenommen und alle nationalen Organisationen sowie die internationalen Verbände sind nun verpflichtet, sie umzusetzen.

Die Ein-Stunden-Regelung besagt, dass der Athlet beziehungsweise die Athletin für jeden Tag eine Stunde benennt, in der er/sie an einem vorher benannten Ort anzutreffen sein muss. Die Stunde muss jeweils gegen Ende eines Quartals (am 25. des entsprechenden Monats) für die nächsten drei Monate im Voraus benannt werden, kann aber jederzeit verändert beziehungsweise aktualisiert werden. Wird der Athlet/die Athletin in dieser Stunde vom Kontrolleur nicht am benannten Ort angetroffen, bekommt er/sie einen so genannten Strike für ein Kontrollversäumnis.

Die Nada hält den Kreis der Athleten/innen, die von der Ein-Stunden-Regelung betroffen sind, so klein wie möglich. Also so klein, wie es nach den internationalen Regeln möglich ist. Betroffen sein werden hauptsächlich Sportler/innen, die unter Profibedingungen trainieren, so dass in vielen Fällen die Stunde in eine regelmäßige Trainingszeit gelegt werden kann. Möglich ist auch, sie in die frühen Morgenstunden zu legen, dann muss allerdings gewährleistet sein, dass das Klingeln gehört wird, wenn der Kontrolleur vor der Tür steht.

Quelle: Nada
Whereabouts
Weil die ausschließliche Anwendung der Ein-Stunden-Regelung im Anti-Doping-Kampf nicht ausreichen würde, muss auch außerhalb der anzugebenden Stunde getestet werden können. Die Athleten/innen sind deshalb verpflichtet, den Kontroll-Organisationen ihre Aufenthaltsdaten mitzuteilen. Und zwar in der Form, dass sie jeweils gegen Ende eines Quartals (jeweils am 25. März, am 25. Juni, am 25. September und am 25. Dezember) ihre Daten für die nächsten drei Monate angeben müssen (Whereabouts).

Den Top-Athleten/innen ist diese Pflicht in ähnlicher Form jeweils zum 30./31. dieser Monate bereits seit Oktober 2007 auferlegt. Bisher stand diese Regelung in Verbindung mit der Verpflichtung, sich ab- oder umzumelden, wenn man mehr als 24 Stunden von seinem gewöhnlichen Aufenthaltsort entfernt ist.

Die 24-Stunden-Regelung wird künftig dadurch ersetzt, dass die Pflege der Daten strenger erfolgen muss und in der Quartalsmeldung für jeden Tag die Wohn- beziehungsweise Übernachtungsadresse sowie regelmäßige Aktivitäten (beispielsweise Schule, Uni, Arbeitsplatz, Training, Wettkampftermine sowie die jeweils dazugehörige Adresse) anzugeben ist. Diese Angaben müssen natürlich jeweils den Gegebenheiten angepasst werden.

Wird ein/e Athlet/in nicht angetroffen, wird überprüft, ob der Grund darin liegt, dass die angegebenen Daten nicht stimmen. Wird dieser Fall festgestellt, wird ebenfalls ein Strike notiert.

Quelle: Nada
Testpool
Die Wada lässt zu, dass außer dem Testpool, für den die Ein- Stunden-Regelung gelten muss, weitere Testpools gebildet werden können. Die Nada hat deshalb die "Ein-Stunden-Athleten" im so genannten RTP (Registered Testpool, analog der internationalen Bezeichnung für den IRTP – International Registered Testpool – der internationalen Verbände) zusammengefasst. Das sind rund 700 Athleten/innen.
Dem RTP gehören künftig die von den internationalen Verbänden bereits erfassten Athletinnen und Athleten an, für die die Ein-Stunden-Regelung ohnehin gilt.

Dazu kommen die Athleten des bisherigen NTP (Nationalen Testpools), die Verbänden der höchsten Gefährdungsstufe angehören (rund 700 Athleten/innen).

Zusätzlich werden sogenannte Red-Flag-Athleten aufgenommen, die Anlass für eine besondere Beobachtung gegeben haben.

Der neue nationale Testpool (NTP) umfasst die international nicht erfassten Athleten/innen des alten NTP, die Verbänden der Gefährdungsstufen II und III angehören.
Die Athleten/innen der bisherigen ATP I und II (allgemeiner Testpool) werden im neuen ATP zusammengefasst.

Die RTP-Athleten unterfallen sowohl der Ein-Stunden-Regelung als auch der Abgabe und Pflege der Whereabouts. NTP-Athleten sind verpflichtet, ihre Whereabouts abzugeben und zu pflegen. Die Athleten des ATP sind lediglich dazu verpflichtet, Adressen und Rahmentrainingspläne abzugeben, damit auch sie unangekündigt kontrolliert werden können.

Die Einteilung der Gefährdungsstufen der einzelnen Sportarten finden Sie auf der Nada-Homepage.

Quelle: Nada
Strikes
Strikes werden für Kontrollversäumnisse innerhalb der Ein-Stunden-Regel (betrifft nur den RTP) sowie für Meldepflichtversäumnisse (RTP und NTP), also der unvollständigen oder falschen Angabe der Whereabouts, vergeben.
Mögliche Versäumnisse werden künftig von der Nada geprüft; sie erteilt auch die Strikes. Eine unabhängige Kommission kann auf Wunsch des betroffenen Athleten anschließend das Verfahren auf seine Richtigkeit überprüfen.

Quelle: Nada
Sanktionen
Hat ein Athlet oder eine Athletin innerhalb von 18 Monaten drei Strikes bekommen, wird durch den jeweiligen Sportfachverband ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet, das in der Regel zu einer Sperre von ein bis zwei Jahren führen kann. Liegen Strikes von verschiedenen Organisationen (Wada, Nada sowie zuständigem internationalem Verband) vor, werden sie addiert.

Quelle: Nada
Mannschafts-Whereabouts
Wenn die Nada über die von den Verbänden gemeldeten Kader-Athleten hinaus Kontrollen im Liga-Betrieb durchführt, greift sie bei den Nicht-Kader-Athleten, die keinem Testpool angehören, auf sogenannte Mannschafts-Whereabouts zurück. Das heißt, die Vereine melden der Nada die Trainings- und Wochenpläne, so dass die Spieler/innen für Kontrollen ebenfalls aufgefunden werden können.
Nimmt ein Spieler oder eine Spielerin der Mannschaft nicht am Training teil, ist der für die Whereabouts zuständige Betreuer dafür verantwortlich, dass die Nada über den Aufenthaltsort des Spielers beziehungsweise der Spielerin informiert wird.

Quelle: Nada