Kampf um Olympia: EU-Parlament macht sich für Ringen stark
Russlands Präsident Putin, der frühere US-Verteidigungsminister Rumsfeld, Irans Präsident Ahmadinedschad - die Unterstützer für den Olympia-Verbleib des Ringens kommen aus den unterschiedlichsten politischen Richtungen. Jetzt setzt sich auch das EU-Parlament für den Sport ein.
Hamburg - Die Lobbyarbeit der Ringer zeigt Erfolge: Auch die europäische Politik hat jetzt Unterstützung für den Verbleib der Sportart im olympischen Programm signalisiert. Eine Resolution, die maßgeblich von dem deutschen SPD-Abgeordneten Ismail Ertug initiiert wurde, ist nach wenigen Tagen von bereits mehr als 100 Parlamentariern unterzeichnet worden. Darin heißt es unter anderem: "Ringen gehört zu den ersten antiken olympischen Disziplinen und verkörpert den wahren olympischen Geist."
Auf Wunsch der Initiatoren soll es im April ein öffentliches Hearing im Europaparlament geben, bei der Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees IOC ebenso eingeladen sind wie hochrangige Funktionäre des Ringersports. Zu den bisherigen Unterzeichnern gehören zahlreiche Sozialdemokraten, aber auch der französische Rechtspopulist Jean-Marie Le Pen und seine Tochter Marine. "Olympia ohne Ringen ist unvorstellbar", sagt Ertug.
Das Exekutivkomitee des IOC hatte im Februar beschlossen, Ringen ab dem Jahr 2020 aus dem Olympiaprogranmm herauszunehmen. Der Sport sei nicht mehr zeitgemäß und zu wenig attraktiv für das Publikum. Dagegen hat sich massiver massiver Wiederstand erhoben. Unter anderem haben sich Russlands Präsident Wladimir Putin und Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad für den Ringersport eingesetzt. Russland und Iran gehören zu den erfolgreichsten Ringer-Nationen.
Aber auch in den USA regt sich deutlicher Protest, der unter anderem von dem früheren Verteidigungsminister Donald Rumsfeld angeführt wird. Der US-Politiker war in seiner Jugend Ringer.
Mehrere Ringer-Olympiasieger haben mittlerweile aus Protest gegen die IOC-Entscheidung ihre Goldmedaillen zurückgegeben. Der bulgarische Weltklasseringer Armen Nasarjan hat sich sogar in einen Hungerstreik begebenund angekündigt, "ab sofort nur noch Sirup zu trinken", bis das IOC den Entscheid rückgängig gemacht habe.
Am 19. Mai hat der Ringer-Weltverband bei der nächsten Sitzung der IOC-Exekutive in St. Petersburg noch einmal die Chance, für seinen Sport zu werben. Endgültig entscheidet das IOC im September dieses Jahres auf seiner Vollversammlung in Buenos Aires.
aha
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