Euroleague gegen Champions League Machtkampf im europäischen Basketball

Der Streit zwischen dem Basketball-Verband Fiba Europe und der Euroleague spitzt sich zu. Für die Bundesligaklubs ist es eine unangenehme Situation.

Bamberger Daniel Theis (l.), Brad Wanamaker
AFP

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Der europäische Basketball-Verband Fiba Europe lockt die Bundesliga-Klubs mit zwei garantierten Startplätzen. In der Champions League, die im Oktober starten soll, seien insgesamt 32 Mannschaften eingeplant, die in vier Gruppen spielen sollen, teilte die Fiba mit.

Damit ist klar, dass es in der kommenden Saison im europäischen Basketball zwei Spitzenwettbewerbe geben wird. Denn der bisherige Veranstalter, die Euroleague, macht weiter. Neben festen Lizenzen für elf europäische Spitzenmannschaften - darunter der FC Barcelona und ZSKA Moskau - ist dort auch ein Startplatz für einen deutschen Teilnehmer vorgesehen.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) steht nun vor der unangenehmen Situation, dass sie sich entscheiden muss. "Die BBL hat in der Angelegenheit eine kluge Position eingenommen und sich mit einer Entscheidung bisher zurückgehalten", sagt Rolf Beyer, Geschäftsführer vom Deutschen Meister Brose Baskets aus Bamberg, SPIEGEL ONLINE: "Wir werden uns am Donnerstag zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen."

Aus Kreisen der Euroleague heißt es, die Champions League des Verbands sei eine Mogelpackung. Schließlich werden die Meister aus Russland, Spanien und der Türkei weiter in der Euroleague spielen.

Für Beyer ist die Angelegenheit nicht ganz so einfach: "Als Klubvertreter muss ich mich danach richten, wo es das beste Angebot gibt", sagt Beyer. "Vom Wettbewerb her ist die Champions League attraktiv, weil sich die Teams qualifizieren müssen. Sportlich und wirtschaftlich ist aber die Euroleague attraktiver, weil dort die besten Teams Europas spielen."

Jeder Starter in der Champions League soll mindestens 100.000 Euro erhalten, der Gewinner bekommt 500.000 Euro. Diese Prämie für den Gewinner ist in der Euroleague deutlich höher.

Nicht ausschließen will Beyer, dass in der kommenden Saison der Meister in der Euroleague spielt und zwei weitere BBL-Teams in der Champions League: "Das kann passieren."

cte/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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gekreuzigt 21.03.2016
1. Beim Boxen gibt es doch auch viele Veranstalter.
Dann gibt es eben bei jeder Veranstaltung einen Sieger. Attraktiver wird der Sport ohnehin nicht.
Teddy0 21.03.2016
2.
Ich mag Basketball. Tolle Sportart die ich kürzlich für mich entdeckte
jeby 21.03.2016
3.
Also wenn die Champions League so funktionieren wird wie im Fußball, also dass immer die besten einer Liga daran teilnehmen dürfen, was sich ja von Jahr zu Jahr ändern kann (siehe z.B. Leicester in England), dann hört sich dieses Format aus sportlicher Sicht für den Zuschauer viel besser an als eine Superliga, bei denen die reichsten Clubs eine Lizenz bekommen und nie absteigen können. Aber was auch immer, angucken werde ich mir beides nicht. Dafür ist Basketball einfach nicht interessant genug.
Peter Eckes 21.03.2016
4. .
Wie wäre es denn mal mit ein paar Hintergrundinfos? Das die Euroleague offenbar nicht vom europäischen Verband organisiert wird war mir zum Beispiel bisher neu. Insbesondere bei den Europapokalen der diversen Sportarten wie Basketball, Handball, Hockey und insbesondere Eishockey merkt man deutlich warum der Fußball meilenweit enteilt ist und in der Öffentlichkeit so viel besser dasteht.
heinistone 22.03.2016
5. Der Verlierer ist ... der Basketball!
16 Mannschaften in der Euroleague, von denen 11 fest vergeben sind. Wen interessiert am 10. Spieltag wenn der Deutsche Meister z.B. als Tabellenneunter gegen Kaunas den Tabellenvierzehnten spielt?! Kein Schwein! Daher sollte man das jetzige, attraktive und faire System beibehalten.
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