Doping-Prozess Fuentes-Vernehmung verschoben

Wer auf Enthüllungen am ersten Verhandlungstag gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der Auftakt des Prozesses gegen den spanischen Doping-Doktor Eufemiano Fuentes war geprägt von Verzögerungen und Verfahrensfragen. Am Dienstag soll es ergiebiger werden.

Dopingarzt Fuentes: Prozess beginnt mit Verzögerung
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Dopingarzt Fuentes: Prozess beginnt mit Verzögerung


Hamburg - Prozessauftakt mit Hindernissen: Erst klärte das Gericht in Madrid am Montag mit den Anwälten der Angeklagten zwei Stunden lang Verfahrensfragen. Dann wurde die mit Spannung erwartete Aussage von Eufemiano Fuentes im möglicherweise spektakulärsten Doping-Prozess der Sportgeschichte auf Dienstag verschoben.

Dann sollen auch die vier Mitangeklagten José Ignacio Labarta, Manolo Saiz, Vicente Belda Vicelo und Fuentes-Schwester Yolanda, eine Ärztin, gehört werden. Für alle fordert die Staatsanwaltschaft Haftstrafen bis zu zwei Jahren und ein ähnlich langes Berufsverbot sowie Geldstrafen bis zu rund 16.000 Euro.

Zu den 35 Zeugen, die bis zum geplanten Prozessende am 22. März vernommen werden sollen, gehört auch der deutsche Radprofi und geständige Dopingsünder Jörg Jaksche. Zu den 58 in den Fuentes-Akten aufgeführten Klienten zählt auch der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich. Betroffen sind insgesamt rund 200 Sportler, darunter Tennisprofis, Fußballer, Leichtathleten und Schwimmer.

Doping-Forscher glaubt nicht an spektakuläre Enthüllungen

Der Prozess hatte am Montagmorgen mit rund 75 Minuten Verspätung begonnen. Bis zur Vertagung auf Dienstag versuchten die Anwälte der Angeklagten, die Zulassung von Beweismitteln zu verhindern und die geplante Vernehmung der Zeugen zu verzögern.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und der Weltradsportverband UCI sind bei dem Prozess als Nebenkläger vertreten. Die Wada erhofft sich von dem Verfahren Aufschlüsse darüber, ob auch Profis anderer Sportarten die Dienste von Fuentes in Anspruch genommen haben. In den offiziellen Akten der spanischen Ermittler sind nur die Namen von Radsportlern aufgeführt.

Der Mainzer Doping-Forscher Perikles Simon glaubt nicht, dass der Prozess gravierende Konsequenzen haben wird. "Ich bin ein bisschen skeptisch", sagte der renommierte Mediziner am Montag im Deutschlandradio Kultur. Simon bemängelte, dass es für Ärzte zwar in allen europäischen Ländern sehr gefährlich sei, mit Drogen zu handeln, die Verabreichung von Dopingmitteln aber "eigentlich relativ unkritisch" vonstattengehen könne.

Der Sportmediziner sagte, er verstehe nicht, wieso der Skandal erst jetzt vor Gericht komme, ergänzte aber mit Blick auf Deutschland: "Ich sehe nicht, dass es in Deutschland zu anderen Situationen käme als jetzt hier in diesem spanischen Prozess. Das ist eigentlich für mich die interessante Quintessenz. Wir müssen nur auf die deutsche Situation gucken, hier passiert eigentlich auch nicht besonders viel."

aha/sid/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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fred82 28.01.2013
1. Betroffen sind insgesamt rund 200 Sportler!!!
darunter Tennis-Profis, Fußballer, Leichtathleten und Schwimmer. Zu den 58 in den Fuentes-Akten aufgeführten Klienten zählen neben Jan Ulrich allerdings nur Radsportler. Sagt schon alles, dieser Prozess wird sicher nichts neues enthüllen, ausser die Bestätigung jener, die behaupten Doping gäbe es vorallem im Radsport und sei in anderen Sportarten wie Tennis und Fussball lediglich am Rande existent. Stimmt, denn wenn sich 58 von 200Kunden auf eine von 4 Sportarten verteilt, dann sind das natürlich schon enorm viel mehr, als es in den anderen 3 Sportarten sein können... Na herzlichen Glückwunsch! Wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt ...
derandersdenkende 28.01.2013
2. Warum bitte
Zitat von sysopREUTERSWer auf Enthüllungen am ersten Verhandlungstag gehofft hatte, wurde enttäuscht. Der Auftakt des Prozesses gegen den spanischen Doping-Doktor Eufemiano Fuentes war geprägt von Verzögerungen und Verfahrensfragen. Am Dienstag soll es ergiebiger werden. http://www.spiegel.de/sport/sonst/fall-fuentes-prozess-gegen-doping-arzt-in-madrid-verschoben-a-880105.html
ist immer nur vom Radsport die Rede? Tennisspieler und Fußballer gehörten nachweislich auch zum Kundenstamm von Dr Fuentes.
fussball11 28.01.2013
3.
Zitat von derandersdenkendeist immer nur vom Radsport die Rede? Tennisspieler und Fußballer gehörten nachweislich auch zum Kundenstamm von Dr Fuentes.
Fuentes ist ja nun nicht der einzige Doping Arzt. Ferrari und del Moral, beide lebenslang gesperrt, haben offen für auch teuerste Fussballvereine gearbeitet. Es wird hat nicht berichtet, weil sich keiner traut. Das ist der eigentliche Skandal. Es gibt Sportarten die eine solche Macht haben das sich kein wichtiges Medium traut offen zu recherchieren und zu berichten.
jumbing 29.01.2013
4. optional
Dieser Prozess ist eine Farce. Die Dopingpraxis im Radsport läßt sich nicht mehr länger vertuschen, aber die anderen Sportarten wie Leichtathletik,Fußball, Tennis etc. werden weiterhin geschützt und speziell in Spanien hat niemand ernsthaft ein Interesse daran, dies zu ändern. Sport muß hier einem völlig übersteigerten Prestigebedürfnis dienen und dafür ist jedes Mittel recht.
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