Toter Ex-Footballer: Familie von Junior Seau verklagt die NFL

Die Hinterbliebenen von Junior Seau gehen gerichtlich gegen die National Football League vor. Sie beschuldigen die NFL, die Risiken von Hirnschädigungen ignoriert und verschweigen zu haben, die durch Football ausgelöst werden. Seau litt unter einer solchen Krankheit - und beging Suizid.

Toter Ex-NFL-Profi Seau: Depressionen und StimmungsschwankungenZur Großansicht
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Toter Ex-NFL-Profi Seau: Depressionen und Stimmungsschwankungen

Hamburg - Die Familie des ehemaligen Football-Profis Junior Seau hat die National Football League (NFL) verklagt. Der frühere Linebacker der San Diego Chargers hatte vergangenen Mai im Alter von 43 Jahren Suizid begangen, weil er an einer Gehirnerkrankung litt. Ausgelöst wurde diese durch die ständigen körperlichen Attacken beim Football, bei denen auch der Kopfbereich betroffen ist.

In ihrer Klage, die sie am Mittwoch beim "California Superior Court" in San Diego einreichte, beschuldigt Seaus Familie die NFL, die Risiken von Hirnschädigungen durch Football absichtlich zu ignorieren und zu verbergen. Sie verklagte auch den Helmhersteller Riddell. Dessen Helme seien "in ihrer Konstruktion, Prüfung, Montage und Fertigung fahrlässig", so der Vorwurf. "Die Helme waren unzumutbar gefährlich und unsicher", behauptet der Anwalt der Familie.

"Wir wissen, dass diese Klage Junior nicht zurückbringen wird. Aber die NFL muss sich um seine ehemaligen Spieler kümmern. Und sie muss dafür sorgen, dass das Spiel für künftige Generationen sicherer wird", sagte Seaus Ex-Frau Gina, eine der Kläger.

Tausende Klagen gegen die NFL

Eine Anfang des Monats veröffentlichte Studie eines Teams von unabhängigen Forschern kam zu der Erkenntnis, dass Seaus Gehirnzellen geschrumpft und verletzt waren, ein Indiz für eine chronisch traumatische Enzephalopathie (CTE). Die Folge können unter anderem Depressionen und Stimmungsschwankungen sein - genau das war auch bei Seau zu beobachten.

Eine solche Erkrankung, die durch ständige Schläge auf den Kopf resultieren, war bei mehreren früheren NFL-Profis festgestellt worden. Nicht nur Seaus Familie geht gerichtlich gegen die Liga vor: Mehr als 4000 ehemalige Spieler sowie Familien von rund 1500 verstorbenen Profis haben die NFL bislang verklagt.

ham/AP

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craigferg 24.01.2013
Nichts Neues. Das Problem dabei ist nur, dass ehemalige Spieler, die jetzt klagen, sagen, sie würden alles wieder genauso machen. Das kanns auch nicht sein. Und viele schwimmen einfach mit. Sicher ist es gerechtfertig, bei diesem [...]
Nichts Neues. Das Problem dabei ist nur, dass ehemalige Spieler, die jetzt klagen, sagen, sie würden alles wieder genauso machen. Das kanns auch nicht sein. Und viele schwimmen einfach mit. Sicher ist es gerechtfertig, bei diesem MIlliardengeschäft etwas zu bekommen, wenn ein solcher Tatbestand vorliegt, aber bei vielen ist es nur Abzocke, was leider wieder viel in ein schlechtes Licht stellt. Schließlich haben sie wissentlich mit Gehirnerschütterungen gespielt und sagen, sie würden es wieder machen. Man hätte sich denken können, dass das nicht gut ist. Abdeckung der medizinischen Kosten durch die NFL für ehemalige Spieler ja, aber sonst die Sammelklage abweisen, weil zu viele Trittbrettfahrer dabei sind.
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  • Mittwoch, 23.01.2013 – 22:09 Uhr
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