Finalsieg über Serena Williams: Stosur triumphiert bei den US Open

Sensation bei den US Open: Im Endspiel der Damen besiegte Samantha Stosur die Favoritin Serena Williams in nur gut einer Stunde Spielzeit. Vor allem im ersten Satz war die Australierin hoch überlegen. Ihre Gegnerin ließ ihren Frust an der Schiedsrichterin ab.

Tennis-Profi Stosur: Erster Titelgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier Zur Großansicht
dapd

Tennis-Profi Stosur: Erster Titelgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier

Hamburg - Samantha Stosur hat zum ersten Mal die US Open gewonnen. Im Endspiel besiegte die Australierin Serena Williams 6:2, 6:3 und sicherte sich für den größten Triumph ihrer Karriere 1,8 Millionen Dollar Preisgeld. Die 27-Jährige bestritt erst ihr zweites Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier, nachdem sie im Vorjahr das Finale der French Open gegen Francesca Schiavone aus Italien verloren hatte. Williams verpasste damit ihren vierten Triumph in New York nach 1999, 2002 und 2008.

"Es war immer ein Traum von mir, hier zu stehen. Es war einer meiner besten Tage, und ich freue mich, dass ich ihn heute hatte", sagte Stosur, die einen Tag nach dem Halbfinal-Sieg über die Kielerin Angelique Kerber das Endspiel klar dominierte. Zur Überraschung der knapp 20.000 Zuschauer im nicht ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium war Stosur in allen Belangen überlegen und holte sich mit zwölf Punkten in Folge nach nur einer halben Stunde den ersten Satz.

Nach ihrem fulminanten Halbfinal-Erfolg über die dänische Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki wirkte Williams müde und bewegte sich schlecht. Zudem kam der im Turnier bisher so starke Aufschlag die Favoritin kaum.

Williams vergibt zwei Breakbälle zu Beginn des zweiten Satzes

Das änderte sich nach einem umstrittenen, aber korrekten Punktabzug, der Stosur das Break zum 1:0 im zweiten Satz brachte. Williams rief nach einer krachenden Vorhand "Come on", noch bevor Stosur den nicht mehr zurückspielbaren Ball berührte. Dies bestrafte die griechische Schiedsrichterin Eva Asderaki, brachte Williams damit gegen sich auf.

"Am Ende ist es egal, Samantha hat besser gespielt", sagte Williams, die ihr Niveau nach dem Zwischenfall zwar steigern konnte, aber die Chance zum 3:1 vergab, als sie zwei Breakbälle ungenutzt ließ und Stosur zum 2:2 ausgleichen konnte. Williams machte auch in der Folge zu viele Fehler und verlor ihren Aufschlag zum 3:4. Wenig später wehrte sie die ersten beiden Matchbälle noch ab, rettete sich beim Stand von 3:5 und eigenem Aufschlag in den Einstand. Aber ihre dritte Chance ließ sich die Australierin nicht nehmen und verwandelte nach 73 Minuten Spielzeit den entscheidenden Ball.

Im Finale der Männer stehen sich am Montagabend (22 Uhr MESZ, Liveticker SPIEGEL ONLINE) Titelverteidiger Rafael Nadal und Novak Djokovic gegenüber.

ham/dpa

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1. Wahnsinn
Penalty Master 12.09.2011
Das Finale war für mich die beste Leistung in Dameneinzel seit langer Zeit. Stosur hat unglaublich intelligent gespielt, machte alles mit viel Planung und Umsicht. Der Kommentator auf Eurosport hat komplett versagt, den Gameplan von Stosur zu beleuchten, sagte so gar, sie würde nur ihre Routine abspulen. Was für ein Schwachsinn. Ich dagegen fand, dass Stosur mit enorm hoher Konzentration und einem klaren Plan gespielt hatte. Immer wieder schlug Williams zu der schwächeren Rückhandseite von Stosur auf, aber wie Stosur blitzschnell diese umläuft und mit Vorhand inside-out cross-court nimmt! Der Breakball zum 3:2 im ersten Satz war so, mehrere andere Male auch und zum Schluss der fulminant verwandelte Matchball. Einfach Weltklasse. Die Williams Familie hat sich mal wieder nicht mit Ruhm bekleckert. Symbolisch dafür steht, wie sie komplett unfähig waren, nach der Niederlage von Serena Williams die Leistung von Stosur anzuerkennen und zu applaudieren, sondern einfach nur da saßen, während alle um sie herum klatschten. Die waren schon immer so arrogant und enorm schlechte Sportsmänner / -frauen.
2. Fand ich auch
Shiraz, 12.09.2011
Zitat von Penalty MasterDas Finale war für mich die beste Leistung in Dameneinzel seit langer Zeit. Stosur hat unglaublich intelligent gespielt, machte alles mit viel Planung und Umsicht. Der Kommentator auf Eurosport hat komplett versagt, den Gameplan von Stosur zu beleuchten, sagte so gar, sie würde nur ihre Routine abspulen. Was für ein Schwachsinn. Ich dagegen fand, dass Stosur mit enorm hoher Konzentration und einem klaren Plan gespielt hatte. Immer wieder schlug Williams zu der schwächeren Rückhandseite von Stosur auf, aber wie Stosur blitzschnell diese umläuft und mit Vorhand inside-out cross-court nimmt! Der Breakball zum 3:2 im ersten Satz war so, mehrere andere Male auch und zum Schluss der fulminant verwandelte Matchball. Einfach Weltklasse. Die Williams Familie hat sich mal wieder nicht mit Ruhm bekleckert. Symbolisch dafür steht, wie sie komplett unfähig waren, nach der Niederlage von Serena Williams die Leistung von Stosur anzuerkennen und zu applaudieren, sondern einfach nur da saßen, während alle um sie herum klatschten. Die waren schon immer so arrogant und enorm schlechte Sportsmänner / -frauen.
Unglaublich, wie druckvoll Stosur gespielt hat. Serena Williams so in die Defensive zu drücken, ist glaube ich noch nie einer Gegnerin gelungen. Die Vorhand war einfach sensationell. Vor diesem Hintergrund wird auch die Leistung von Kerber im Halbfinale aufgewertet. Die konnte wenigstens zeitweise mithalten, und Stosur hat schon da ziemlich gut gespielt.
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Sieger der US-Open seit 2000
Jahr Herren Damen
2014 Marin Cilic Serena Williams
2013 Rafael Nadal Serena Williams
2012 Andy Murray Serena Williams
2011 Novak Djokovic Samantha Stosur
2010 Rafael Nadal Kim Clijsters
2009 Juan Martín del Potro Kim Clijsters
2008 Roger Federer Serena Williams
2007 Roger Federer Justine Henin
2006 Roger Federer Maria Scharapowa
2005 Roger Federer Kim Clijsters
2004 Roger Federer Swetlana Kusnetzova
2003 Andy Roddick Justine Henin
2002 Pete Sampras Serena Williams
2001 Lleyton Hewitt Venus Williams
2000 Marat Safin Venus Williams

Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.