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Mayweather gegen Pacquiao bei der Box-WM: Showdown der Gegensätze

Von Markus Bruhn

AP/dpa

Floyd Mayweather gegen Manny Pacquiao: Sportlich und persönlich könnten die Kontrahenten um die Box-WM nicht unterschiedlicher sein. Der Kampf im Weltergewicht wird auch zu einem Kampf der Kulturen. Der große Vergleich.

Defensive gegen Offensive, provokant gegen politisch: Wenn Floyd Mayweather in der Nacht auf Sonntagin Las Vegas auf Manny Pacquiao trifft, stehen sich zwei der besten Boxer des Planeten gegenüber - und zwei Persönlichkeiten, deren Boxstil im krassen Kontrast zu ihrem Auftreten steht. Auf der einen Seite der exzentrische US-Boxer, in der anderen Ringecke der zurückhaltende Philippiner. Mayweather gegen Pacquiao: Hier ist der große Vergleich.

Die Vorgeschichte

Die Verhandlungen zum Kampf starteten 2009. "Wenn ich über diesen Zwerg getrampelt bin, dann soll mir diese Tunte ein paar Sushi rollen", hatte Mayweather damals getönt. Außerdem verdächtigte Mayweather Pacquiao des Dopings. Gegen diese Äußerung klagte der Philippiner erfolgreich. Aufgrund derlei Scharmützel und Streit über die Gage dauerte es bis zur Unterzeichnung der Verträge bis 2015. "Ich habe immer gesagt: Ich glaube nicht, dass der Kampf kommt, aber ich hoffe, ich irre mich", sagt Dan Rafael, Boxexperte beim US-Sportsender ESPN. Mayweather wird nun wohl 180 Millionen Dollar für den Kampf erhalten, Pacquiao 120 Millionen, wie Promoter Bob Arum in der "Welt" sagte.

Die Kampfrekorde

Pacquiao wurde als einziger Boxer Weltmeister in acht Gewichtsklassen. Insgesamt entschied er 57 von 64 Kämpfen für sich, davon 38 durch K.o. Neben zwei Unentschieden stehen allerdings auch fünf Niederlagen zu Buche. Ein Tiefpunkt war die schwere K.-o.-Niederlage gegen Juan Márquez 2012. In der sogenannten Pound-for-pound-Liste, die Boxer unabhängig von der Gewichtsklasse bewertet, steht Pacquiao auf Rang drei.

Mayweathers Bilanz ist hingegen makellos: 47-mal stieg der US-Boxer in den Ring und gewann jeden Kampf. 26 Duelle entschied er dabei durch K.o. In der Pound-for-pound-Tabelle steht er auf Platz eins und gilt als derzeit bester Boxer der Welt.

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Die Boxstile

Mit 1,69 Metern Größe misst Pacquiao vier Zentimeter weniger als Mayweather, vor allem aber ist seine Reichweite mit 1,70 Metern gering (Mayweather: 1,83 Meter). Das bedingt die Kampfweise des 36-Jährigen. Seine Taktik ist auf Offensive ausgelegt, er sucht überfallartig die Konfrontation. Mayweather hingegen boxt aus der Defensive. Der Amerikaner setzt auf Konter, versucht, den Gegner mit der Führhand auf Distanz zu halten. "Manny wird nach vorne gehen, Floyd kontert und sucht nach Lücken", sagt Rafael.

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Die Teams am Ring

Eine Entourage aus mehreren Dutzend Personen begleitet Pacquiao zu seinen Kämpfen, zum großen Teil Weggefährten aus Jugendtagen. Diese beschäftigt er in mehr oder weniger relevanten Funktionen. Einer seiner Freunde ist etwa als Aufpasser für seine Hunde engagiert. Für Pacquiao ist sein Gefolge mehr eine freundschaftliche Clique, weniger ein funktionierendes Team.

Auch im Tross Mayweathers reisen zahlreiche Freunde mit: das "Money Team". Das Gefolge sorgt für Promotion in den sozialen Netzwerken, auch eine eigene Modemarke wird vertrieben. Mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Freunde hat sein Team wenig zu tun, es ist Teil seiner Inszenierung. Mayweather: "Ich lebe für mich und nicht für andere."

Der persönliche Background

Pacquiao hat sich von ganz unten durchgeboxt. Mit 15 Jahren zog er aus seinem verarmten Elternhaus aus und schaffte es über die Boxhallen Manilas zum Profiboxen. Vor seinem Profidebüt im Januar 1995 arbeitete er parallel zum Training in einer Fabrik. Heute setzt er seine Bekanntheit für soziale Projekte ein, unterstützt zum Beispiel Ernährungsprogramme. Seit 2010 ist er zudem Abgeordneter im Kongress der Provinz Sarangani. Pacquiao: "Der größte Kampf in meinem Leben ist, die Armut in meinem Land zu beenden."

Auch Mayweather ist in prekären Verhältnissen aufgewachsen. Seine Mutter und Tante waren drogenabhängig, der Vater straffällig. "Niemand weiß, durch welche Hölle ich gegangen bin", sagt er. Anders als Pacquiao kompensiert er diese Erfahrungen durch Statussymbole. Etwa kursieren Fotos, die zeigen, wie er bündelweise Geldscheine als eine Art Bettdecke benutzt.

Die Prognose

Sportlich sehen die meisten Experten Mayweather vorn. "Ich gebe Floyd einen leichten Vorteil wegen seiner Defensivqualitäten, seiner Ringintelligenz", sagt etwa Rafael von ESPN. Der britische Ex-Weltmeister Ricky Hatton sagt: "Ich sehe Mayweather hauchdünn vorne, weil er einfach immer einen Weg findet zu gewinnen."

Hatton sagt aber auch: "Der ganze Druck liegt auf Mayweather. Manny kann den Kampf ganz entspannt angehen." Für Mayweather steht sein sportliches Lebenswerk, ungeschlagen abzutreten, auf dem Spiel. Pacquiao hingegen kommt aus der Defensive, jeder Treffer zählt auch psychologisch. Darin liegt seine Chance.

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insgesamt 46 Beiträge
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1. Spektakel
padrino_don 02.05.2015
Wird ein geiler Kampf...ist mir die 30e auf jeden Fall wert...endlich wieder vernünftiges Boxen und nicht diese klitschko Kuscheleinheiten
2. Kampf des Jahrhunderts ??? Nöööö !!!
makeup 02.05.2015
Beide Boxer sind mir völlig unbekannt, aber mir geht die permanente Werbung bei Sky auf den Senkel. Es ist lachhaft für ein Sky Ticket 30 € zur verlangen. Da gehe ich lieber ein gutes Steak essen. Alles nur Geldmacherei, damit ein paar Hanseln noch mehr Kröten abschöpfen können. Wahnsinn....
3. TV Paygap
koenigludwigiivonbayern 02.05.2015
Ich nehme an, das läuft auf irgendeinem Bezahlsender. Was interessiert es mich dann? Ich war mal in Miami Beach, als irgendein PayTV-Kanal US $ 8.- für einen einzigen Kampf von Mike Tyson verlangt hatte. Um das zu vermeiden, ging ich in eine SportsBar. Als ich da ankam, lief der Kampf garnicht. Auf meine Frage, ob die das nicht übertragen würden, wurde ich belehrt, daß Miky seinen Gegner nach genau 16 Sekunden Kampf auf die Bretter geschickt hatte, was einer theoretischen PayTV-Gebühr von US $ 1800.- pro Stunde oder USD 15 768 000.- pro Person pro Jahr bedeuten würde. Nein Danke. Lieber bleibe ich ahnungslos was Boxen angeht.
4. Mag sein, dass sie auf der anderen Erdhälfte große...
Jan P. 02.05.2015
Sportler sind - Hier kennen sie wohl nur die Welt-Box-Fans. Früher bin ich um 3 Uhr für Ali + Co als jugendlicher aufgestanden. Trotz noch unterentwickelter Medienlandschaft waren diese mir ein Begriff. May + Pac sind mir trotz allg. Sport-Interesses völlig unbekannt. Da kann Sky diese Anpreisen wie sie wollen...
5. ich bin
Hornblower, 02.05.2015
generell dagegen, dass sich Männer oder Frauen gegenseitig verletzen. Andererseits möchten sie gerne ihre Kampfkunst zeigen. Gibt es keine Möglichkeit, sie besser zu schützen?
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Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.
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