Korruptionsverdacht um Olympia 2016 IAAF suspendiert Councilmitglied Fredericks

Weil er Schmiergeld in sechsstelliger Höhe kassiert haben soll, wird gegen Sportfunktionär Frankie Fredericks ermittelt. Nun ist der ehemalige Leichtathletikstar suspendiert worden.

Frankie Fredericks (Archivbild von 2009)
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Frankie Fredericks (Archivbild von 2009)


Der unter Korruptionsverdacht stehende ehemalige Weltklassesprinter Frankie Fredericks ist vom Leichtathletik-Weltverband IAAF bis auf Weiteres suspendiert worden. Das teilte die neue unabhängige Integritätskommission (AIU) mit.

Die Sperre soll bis zum Ende der Untersuchung aufrechterhalten werden. Der Namibier, der auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des IAAF-Councils ist, war nach Bekanntwerden der Vorwürfe im März von mehreren sportpolitischen Ämtern zurückgetreten.

Fredericks soll in eine Bestechung rund um die Olympiavergabe an Rio de Janeiro verwickelt sein. Im Mittelpunkt steht dabei die Familie des ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack, allerdings soll auch Fredericks kurz vor der Vergabe der Spiele 300.000 Dollar (circa 283.000 Euro) von Diacks Sohn Papa Massata erhalten haben. Diese Zahlungen sind derzeit auch Gegenstand von Ermittlungen der IOC-Ethikkommission. Eine Entscheidung steht noch aus. Fredericks behauptet, die Zahlungen seien rechtmäßig gewesen.

"Das Interesse des Sports erfordert es, dass Herr Fredericks provisorisch von allen seinen Ämtern suspendiert wird, obwohl er bereits freiwillig von verschiedenen Positionen zurückgetreten ist", teilte die AIU mit.

Der ehemalige 200-Meter-Weltmeister hatte unter anderem die IOC-Evaluierungskommission für die Olympischen Spiele 2024 geleitet und war bei der IAAF Mitglied in der Kommission zur Aufklärung des russischen Dopingskandals.

mon/sid/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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fatal.justice 17.07.2017
1. Sogar...
... ein possierliches Koalabärchen wäre innerhalb kürzester Zeit korrumpiert, wenn ihm der verlockende Penunzenduft eidgenössischer Bergwelten um das Näschen weht. Muss mir mal die aktuellen Jobausschreibungen des IOC näher anschauen...
isi-dor 17.07.2017
2.
Das Problem liegt im Verbandswesen an sich. Eigentlich sollte es um Ehrenämter mit kleiner Aufwandsentschädigung gehen. Solange in diesen Ämtern Geld verdient wird, ist Korruption Tür und Tor geöffnet. Sie ist also gewollt.
hcsir 17.07.2017
3. Eidgenössisch?
@fatal.justice: Die IAAF hat ihren Sitz in Monaco (gehört nicht zur Eidgenossenschaft). Und der Vorsitzende ist der als Nichtschweizer bekannte Sebastian Coe.
heinrich-wilhelm 17.07.2017
4. Fredericks
als Forist mit namibischen Wurzeln schüttele ich nur den Kopf über soviel Dummheit und Raffgier( falls das alles stimmt) und sage dir," unter dem Kaiser "hätte es das nicht gegeben,aber zugegeben ,damals gab es das IOC noch nicht. Schade für den Sport in Namibia!
fatal.justice 17.07.2017
5. Pardon
Zitat von hcsir@fatal.justice: Die IAAF hat ihren Sitz in Monaco (gehört nicht zur Eidgenossenschaft). Und der Vorsitzende ist der als Nichtschweizer bekannte Sebastian Coe.
Habe statt des Guppys den Pottwal getroffen - Sie haben natürlich Recht. Man ersetze die "eidgenössischen Bergwelten" durch "monegassische Küstengebiete". Wollte meine ursprüngliche Aussage nicht durch Faktizität verwässern. ;)
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