Frauentennis WTA-Chefin plant Strafen gegen Stöhnen

Dezibel-Messgerät, Punktabzug, Erziehungskur: Die Tennis-Profitour der Frauen möchte gegen das laute Stöhnen einiger Spielerinnen vorgehen. Mit einem neuem Regelwerk und empfindlichen Strafen soll den Profis das nervige und unfaire Verhalten abtrainiert werden.

Tennisprofi Asarenka: Sieg bei den Australian Open
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Tennisprofi Asarenka: Sieg bei den Australian Open


Hamburg - Monica Seles brachte es auf den Platz, Marija Scharapowa machte es nach - und auch die frischgebackene Australian-Open-Siegerin Victoria Asarenka tut es: stöhnen. Laut und ausdauernd, zu Lasten des Gehörs aller Zuschauer, und - vor allem - der Nerven ihrer Gegnerinnen. Schon im vergangenen Sommer wollte die internationale Spielerinnen-Gewerkschaft Strafen für zu lautes Stöhnen einführen. Nun hat die Profitour der Frauen WTA konkrete Maßnahmen angekündigt.

So sagte die WTA-Chefin Stacey Allaster in einem Interview mit "USA Today", dass die Tour-Verantwortlichen exzessives Stöhnen mit Punktabzug sanktionieren wollen. Als exzessiv gilt das Stöhnen dann, wenn der Lärmpegel einen Dezibel-Wert von 100 überschreitet. Das entspricht der Lautstärke eines Disco-Lautsprechers aus einem Meter Entfernung. Die menschliche Schmerzschwelle liegt bei etwa 130 Dezibel. Gemessen werden könnte die Intensität des Gestöhnes mit einem tragbaren Gerät, Allaster nennt es ein "Grunz-O-Meter".

Neben neuen Regeln und dem technischen Hilfsgerät soll als dritte Gegenmaßnahme die Erziehung der Sportlerinnen dienen. "Wenn Spielerinnen stöhnen, müssen sie es sich eben abtrainieren. Jungen Athletinnen soll das Stöhnen gar nicht beigebracht werden", sagte Allaster. Wann die Veränderungen greifen sollen, wollte sie aber noch nicht sagen.

"Ich stöhne, seit ich denken kann"

Bislang können die Schiedsrichter nur auf die sogenannte Behinderungs-Regel zurückgreifen, doch das Stöhnen ist darin nicht detailliert erfasst. Viele Tennisspielerinnen wehren sich zudem gegen den Vorwurf, mit den Geräuschen ihre Gegnerin behindern zu wollen. "Ich stöhne, seit ich denken kann. Niemand hat es mir beigebracht", verteidigte sich etwa Scharapowa. Sie behauptet, mit dem lauten Ausatmen mehr Energie auf den Ball lenken zu können.

Laut Kritikern ist die bessere Kraftausnutzung aber nur ein Nebenaspekt des Stöhnens. Die Spielerinnen wollten durch ihre zeitlich genau platzierten Laute das Geräusch des Balls beim Schläger-Kontakt verdecken - und der Gegnerin somit das Abschätzen der Flugkurve erschweren. "Es ist wie Schummeln", sagte Tennis-Ikone Martina Navratilova einmal: " Es übertönt das Geräusch, das entsteht, wenn der Ball den Schläger trifft."

Männer, die beim Tennisspielen stöhnen, gibt es auch - US-Legende Jimmy Connors war so ein Beispiel. WTA-Chefin Allaster macht aber die "weibliche DNA" für den Krach verantwortlich: "Bei den Männern hört es sich eben anders an."

psk



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insgesamt 62 Beiträge
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BettyB. 31.01.2013
1. Verstehe ich nicht?
Das wirklich interessante am Tennis ist doch gerade das Stöhnen. Und den Reflex den stöhnenden SpielerInnen abzugewöhnen bedeutete, sie zu benachteiligen...
Acerb 31.01.2013
2. Sport ist Körperästhetik (gewesen)
Zitat von sysopAPDezibel-Messgerät, Punktabzug, Erziehungskur: Die Tennis-Profitour der Frauen möchte gegen das laute Stöhnen einiger Spielerinnen vorgehen. Mit einem neuem Regelwerk und empfindlichen Strafen soll den Profis das nervige und unfaire Verhalten abtrainiert werden. http://www.spiegel.de/sport/sonst/frauen-tennis-wta-chefin-plant-strafen-gegen-stoehnen-a-880744.html
Mal davon abgesehen, dass das nur unfair abstellbar ist (100 Dezibel schlecht, 98 noch ok??), gibt's genug andere bedeutend unästhetischere Erscheinungen im Sport. Eine Auswahl: - der gefrorene Rotz an Biathleten-Nasen - der Darminhalt am Bein der Marathonläuferinnen - das Gespucke der Fußballer(innen) - die freigelegten Hühnerbrüste der Fahradfahrer - die widerlich androgynen Kraftsportlerinnen - die ohrenziehenden Strampelanzug-Ringer (...) Aber Stöhnen ist ja besonders ekelig. Schon klar.
whatfor 31.01.2013
3. Geschlechtstypisch?
Vielleicht können viele Frauen gar nicht anders als bei Performance-Spitzen (z.B. das Schlagen eines Balles) während einer körperlicher Anstrengung laut zu stöhnen? Ich glaube Scharapowa daher sogar, dass sie es schon immer gemacht hat, dass sie gar nicht anders kann. Fast alle Freundinnen, die ich bisher hatte, haben laut gestöhnt, wenn sie z.B. eine volle Getränkekiste vom Boden aufgehoben haben (natüüürlich habe ich Hilfe angeboten) o.ä. Auch beim Volleyball mit gemischten Teams, was ich viele Jahre lang gespielt habe, haben alle Mädels bei jedem (!) Schlag, den sie ausgeführt haben, gestöhnt, ganz gleich ob beim Schmettern, Pritschen oder Baggern ...
gbk666 31.01.2013
4.
Wofür dann noch Tennis schauen!?!
synchronschwimmer 31.01.2013
5. Tennis ist doch Megaout!
Der Tennisboom hier in Deutschland ist Gottseidank ja eh längst vorbei. Immer mehr Hallen und Plätze werden geschlossen. Im Fernseh schaut sichs ja auch kaum noch einer an. Wenn jetzt noch das Stöhnen verboten wird und die Damen ja seit längerem schon nicht mehr in sexy Unterwäsche auftreten dürfen..wirds hoffentlich nicht mehr lange dauern, bis es bald gar keinen mehr interessiert.
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