3:54-Stunden-Spiel bei den French Open Matchball abgewehrt - Zverev kämpft sich ins Achtelfinale

Er kassierte immer wieder Breaks und stand am Rande einer Niederlage: Trotzdem hat Alexander Zverev in einem intensiven Tennisspiel Damir Dzumhur bezwungen und ist ins Achtelfinale der French Open eingezogen.

Alexander Zverev
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Alexander Zverev


Alexander Zverev steht erstmals im Achtelfinale der French Open. Der an Nummer zwei gesetzte Deutsche musste für diesen Erfolg hart kämpfen und sogar einen Matchball abwehren. In 3:54 Stunden besiegte Zverev Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina 6:2, 3:6, 4:6, 7:6 (7:3), 7:5.

Bereits in der zweiten Runde von Roland Garros hatte der Zverev bei seinem Sieg gegen den Serben Dusan Lajovic über fünf Sätze gehen müssen. "Das Match war Wahnsinn, ich bin sehr müde", sagte Zverev dem TV-Sender Eurosport: "Ich habe ein bisschen die Konzentration verloren, dann aber im vierten und fünften Satz doch einen Weg gefunden."

Zverev war in einem Grand-Slam-Turnier in seiner Karriere erst einmal so weit gekommen. Im vergangenen Jahr stand der 21-Jährige im Achtelfinale von Wimbledon. Im Achtelfinale trifft er am Sonntag entweder auf den Franzosen Lucas Pouille oder Russen Karen Chatschanow.

Zverev hatte auf dem Court Philippe Chatrier zu Beginn einen starken Eindruck hinterlassen. Nach nur 24 Minuten gewann er den ersten Satz, ging auch im zweiten Durchgang früh mit einem Break in Führung. Dann stellte Dzumhur sein Spiel um, nahm Zverev gleich zweimal den Aufschlag ab und schaffte so den Satzausgleich.

Im dritten Durchgang kippte das Match, Zverev unterliefen viele einfache Fehler. Dzumhur, der durch eine Kollision mit dem Balljungen für Aufsehen sorgte, dominierte nun mit seinem variablen Spiel und zahlreichen Stopps. Nachdem sich Zverev im vierten Satz jedoch im Tiebreak durchgesetzt hatte, entschied er das Duell schließlich doch noch für sich.

bka/sid/dpa



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cmann 01.06.2018
1. Härtetest!
Gut ist der Alexander Zverev schon, allerdings: wieviel 5 Satz-Matches hält er hintereinander auf Sand aus? Er hat sicherlich konditionell große Fortschritte gemacht wird allerdings wenn er im Turnier weiter kommt, dem Kraftverlust ob seines Alters (21) Tribut zollen. Ich finde gut wie er kämpft, befürchte aber das Kampfgeist alleine irgendwann nicht mehr ausreicht, weil jedes 5 Satz Match an die Substanz geht.
kopi4 01.06.2018
2.
Das zweite Mal 1:2 Sätze hinten, heute servierte der Gegner im vierten Satz zum Matchgewinn: in Paris zeigt Zverev in engen Spielen Qualitäten die er 2017 noch nicht hatte. Ein Sieg im Stile Nadals- 6:1,6:1,6:2 in 90 Minuten- würde jetzt Kraft sparen. Ist aber unwahrscheinlich, Nadals gnadenlose Dominanz in den frühen Runden ist einmalig.
jean-baptiste-perrier 01.06.2018
3. #1
"…dem Kraftverlust ob seines Alters (21) Tribut zollen." ------------- Zitat Ende ------------- Im großen und ganzen stimme ich zu, bloß was spielt denn da das Alter von 21 (!) eine besondere Rolle? Das ist doch rein körperlich ein optimales Alter auch für ausdauernden Sport. Seit zwei Jahren ist bei Sascha Zverev das Körperwachstum abgeschlossen. Also geht es gar nicht um das reine Alter? Geht es eher um die Frage, ob er vom Muskelaufbau schon optimal für seine extreme Körperlänge entwickelt ist? Da sehe ich auch noch Optimierungspotential. In zwei, drei Jahren sollte er vor allem seine Beinmuskulatur optimiert haben. Das wirkt tatsächlich immer noch sehr staksig wie bei einem Jugendspieler. Gut, das ist halt der von der Natur vorgegebene Körpertypus für Sascha Zverev. Ich denke Andy Murray war in dem Alter ein sehr vergleichbarer Typ. Der hat massiv quasi gegen seinen ursprünglichen Körpertypus an den richtigen Stellen Muskeln dazugepackt. Also körperlich muss Sascha Zverev definitiv sich noch weiterentwickeln. Das wird noch zwei, drei Jahre brauchen bis er seine optimale Statur gefunden hat. Daneben muss er aber anders als er meint eben auch noch sehr viel dazulernen. Ihm fehlt die mentale Konstanz. Zwei, Drei Sätze hat er im Programm. Doch bei Best-Of-Five ist das viel zu instabil. Das ist eindeutig eine Einstellungsfrage. Er will zu sehr brillieren und investiert zu viel seiner Energie auf die Selbstinszenierung (Faustgeben nach Allerwelts-Punktgewinnen, Schläger zertrümmern). Im heutigen Match ist er direkt zum Supervisor (!) gegangen und hat ihn aufgefordert, dass Fluktuieren auf den Rängen während der Ballwechsel zu unterbinden. Also da ist zuviel Egozentrik und zuwenig Konzentration auf die einzelnen Ballwechsel.
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