French Open: Nadal dominiert Ferrer bei Finalsieg

French-Open-Finale: Nadals achter Streich Fotos
AFP

Er bleibt der König der Sandplätze: Rafael Nadal hat die French Open gewonnen. Im Finale in Paris setzte sich der Spanier deutlich gegen seinen Landsmann David Ferrer durch. Mit dem Sieg hat der Weltranglistenvierte einen neuen Grand-Slam-Rekord aufgestellt.

Hamburg - Tennisprofi Rafael Nadal hat seinen Titel bei den French Open verteidigt und ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Der Spanier besiegte im Finale in Paris die Nummer fünf der Welt, David Ferrer, in drei Sätzen 6:3, 6:2, 6:3 und kassiert 1,5 Millionen Euro Preisgeld.

Mit seinem achten Erfolg beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt hat der Weltranglistenvierte seine Siegesserie bei den French Open ausgebaut. Außerdem ist er der erste Spieler, der beim gleichen Grand-Slam-Turnier zum achten Mal triumphierte.

Zu Beginn des Matches brachten beide Spieler im Roland-Garros-Stadion ihr Aufschlagspiel durch. Dennoch hatte Nadal den besseren Start im ersten Satz für sich. Er verwandelte gleich seine erste Breakchance zur frühen 2:1-Führung, musste aber bei eigenem Aufschlag das Rebreak von Ferrer zum Ausgleich hinnehmen.

Frühe Breaks für Nadal

Bei teilweise hochklassigen Ballwechseln war Nadal häufig der cleverere Spieler und setzte seinen Landsmann immer wieder mit seiner starken Vorhand unter Druck. Erneut schaffte Nadal ein Break und hatte beim Stand von 5:3 zwei Satzbälle. Gleich den ersten verwandelte er - so ging der erste Durchgang nach 41 Minuten 6:3 an den Rekordsieger bei den French Open.

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French Open: Protest mit Bengalo-Fackel
Auch im zweiten Durchgang hatte es Ferrer schwer gegen die druckvollen Schläge von Nadal. Immer wieder punktete der 27-Jährige von der Grundlinie. Wie im ersten Satz schaffte Nadal ein schnelles Break gegen seinen Landsmann. Erst mit dem 1:3 gelang Ferrer der erste Spielgewinn im zweiten Satz.

Bei stärker werdendem Regen kam Ferrer aber besser ins Match und hatte anschließend beim Aufschlag von Nadal eine doppelte Breakchance. Doch auch hier machte Nadal, der im Halbfinale den Vorjahresfinalist und Weltranglistenersten Novak Djokovic ausgeschaltet hatte, noch das Spiel und ging 4:1 in Führung. Mit einem weiteren Break zog Nadal 5:1 davon. Zwar gelang Ferrer nach einem Doppelfehler von Nadal noch ein Rebreak zu seinem zweiten Spielgewinn, den zweiten Satz musste er aber Nadal überlassen (6:2)

Nadal holt Doppelrekord

Auch im dritten Satz bot sich den Zuschauern das gewohnte Bild: Nadal dominierte das Match und ging nach frühem Break 2:0 in Führung. Ferrer gelang anschließend sein erstes Break des Satzes und gewann nach einer kurzen Regenunterbrechung sein Aufschlagspiel zu Null zum 2:2-Ausgleich. Nadal spielte nun nicht mehr so sicher - Ferrer konnte beim 3:3 den Satz dagegen weiter offen halten. Die Wende gelang dem 31-Jährigen aber nicht. Nach einer verschlagenen Vorhand ging Nadal erneut 4:3 in Führung und holte anschließend das vorentscheidende Break zum 5:3. Bei eigenem Aufschlag verwandelte Nadal dann seinen ersten Matchball und machte den French-Open-Erfolg mit dem 6:3-Satzsieg perfekt.

"Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich danke allen, die mich in dieser schweren Zeit unterstützt haben. Das waren harte Tage für mich. Ich habe noch nicht einmal davon geträumt, hier achtmal zu gewinnen", sagte Nadal. Nach seinem siebten Titel bei den French Open hatte er aufgrund einer Knieverletzung pausieren müssen und die Olympischen Spiele in London, die US Open und die Australian Open verpasst.

Das Finale in Paris wurde durch einen Zwischenfall gestört: Ein Maskierter hatte den Platz mit einer brennenden Fackel gestürmt. Das Spiel wurde beim Stand von 6:3, 5:1 für Nadal kurzzeitig unterbrochen - offenbar stand die Aktion des Mannes im Zusammenhang mit politischem Protest.

Ferrer muss damit weiter auf einen Sieg gegen Nadal warten. Er hatte zuletzt 2011 gegen ihn bei den Australian Open gewonnen. Danach kassierte er alleine vier Finalniederlagen auf Sand gegen den Titelverteidiger von Paris.

Für Nadal dagegen kommt noch ein weiterer Rekord hinzu: Mit seinem 59. Sieg in Paris hat er eine neue Bestmarke bei den French Open aufgestellt und Roger Federer (Schweiz), Guillermo Vilas (Argentinien) und Nicola Pietrangeli (Italien) hinter sich gelassen.

Im Finale der Frauen am Samstag hatte Serena Williams die Russin Maria Scharapowa besiegt.

joe

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Das war historisch
Ostwestfale 09.06.2013
Die Dominanz von Nadal auf Sand ist einfach gigantisch. Ich konnte die epische Schlacht gegen den Djoker leider nicht sehen, aber das Finale heute war auch beeidnruckend. Entgegen anderslautenden Kommentaren ist es nicht die Physis, die Nadal zu so einem Giganten macht. Es gibt viele Spieler, die ihm oder einem federer rein physisch klar überlegen sind, wie z.B. del Potro, Raonic oder Isner, aber Gott sei dank gewinnen auch im heutigen tennis nicht die mit der meisten kraft, sondern die mit den besten Fähigkeiten.Es ist einfach extrem unangenehm gegen Nadals extremen Spin zu agieren. Nadals Gegner werden sehr weit aus dem Platz hinausgetrieben und kommen kaum zum Agieren. Nadals achter Sieg ist ein historischer Triumph. Ich glaube er wird die zehn Siege in paris noch erreichen.
2. Nadal, der 7-fache Koenig der.....
peterpretscher 09.06.2013
Zitat von sysopEr bleibt der König der Sandplätze: Rafael Nadal hat die French Open gewonnen. Im Finale in Paris setzte sich der Spanier deutlich gegen seinen Landsmann David Ferrer durch. Mit dem Sieg hat der Weltranglistenvierte einen neuen Grand-Slam-Rekord aufgestellt. French Open: Nadal dominiert Ferrer bei Finalsieg - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/french-open-nadal-dominiert-ferrer-bei-finalsieg-a-904629.html)
.....Sandmaenner !!!!!!! Glueckwuensche !!!!!!!
3. großartig!
jrox 09.06.2013
nadal ist der größte! ich freu mich schon auf wimbledon. glückwunsch, rafa!
4. Ich hoffe nur...
tytan65 09.06.2013
dass alles mit rechten Dingen zuging. Allerdings glaube ich nicht, dass Nadal gegenüber Ferrer irgendeinen außersportlichen Vorteil besaß, ähem.
5. schon beeindruckend, was ...
Isildur 09.06.2013
Nadal leistet. Es ist wohl vergebens zu hoffen, dass auch mal ein Deutscher in Paris gewinnt.^^
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Die Sieger der French Open seit 2000
Jahr Männer Frauen
2014 Rafael Nadal Maria Scharapowa
2013 Rafael Nadal Serena Williams
2012 Rafael Nadal Maria Scharapowa
2011 Rafael Nadal Li Na
2010 Rafael Nadal Francesca Schiavone
2009 Roger Federer Swetlana Kusnezowa
2008 Rafael Nadal Ana Ivanovic
2007 Rafael Nadal Justine Henin
2006 Rafael Nadal Justine Henin
2005 Rafael Nadal Justine Henin
2004 Gastón Gaudio Anastassija Myskina
2003 Juan Carlos Ferrero Justine Henin
2002 Alberto Costa Serena Williams
2001 Gustavo Kuerten Jennifer Capriati
2000 Gustavo Kuerten Mary Pierce

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Legendäre Tennisspieler: Spiel, Satz und Schlägerbruch
Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.