French-Open-Sieg gegen Djokovic: Nadal schreibt Sandplatz-Geschichte

Er hat seinen Titel verteidigt und einen Rekord aufgestellt: Rafael Nadal triumphierte bei den French Open im Finale über Novak Djokovic. Es ist sein siebter Sieg in Paris, kein Tennisprofi hat dort so oft gewonnen wie der Spanier.

Nadal gewinnt siebten Titel: Der Sandplatzkönig krönt sich Fotos
Getty Images

Hamburg - Es war ein Triumph mit eintägiger Verspätung: Rafael Nadal hat das Finale der French Open für sich entschieden und seinen Titel verteidigt. Der Spanier setzte sich 6:4, 6:3, 2:6 und 7:5 gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien durch. Nach 3:49 Stunden, nur 49 Minuten davon am Montag, bescherte Djokovic Nadal den Sieg mit einem Doppelfehler. Das Match musste am Vortag wegen Regens unterbrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Nadal bereits zwei Sätze gewonnen, Djokovic hingegen nur einen.

Nadal hat mit dem Erfolg als erster Tennisprofi zum siebten Mal die French Open gewonnen. Als alleiniger Rekordchampion distanziert er nun auch die schwedische Tennis-Legende Björn Borg (sechs Turniersiege).

"Das ist einer der speziellsten Momente in meinem Leben", sagte der Spanier und versicherte nach seinem erneuten Triumph: "Natürlich ist zu Hause noch Platz für den Coupe des Mousquetaires. Für eine weitere Roland-Garros-Trophäe ist immer Platz." Der sichtlich mitgenommene Djokovic gab sich als fairer Verlierer: "Rafa war der bessere Spieler. Ich habe das Finale aber genossen."

Für Nadal hatte die Partie bereits am Sonntag gut begonnen. Schnell lag der Spanier mit zwei Breaks 3:0 in Führung. In der Folge entschied der Weltranglisten-Zweite die ersten beiden Sätze souverän für sich. Bei 2:0 im dritten Satz sah Nadal schon wie der sichere Sieger aus - aber Djokovic kam zurück.

Nadal kommt besser aus der Regenpause

Vor 15.000 Zuschauern kämpfte sich der Serbe wieder in die Partie. Der 25-Jährige gewann sechs Spiele in Serie und entschied den dritten Satz für sich. Für Nadal war es der erste Satzverlust im Turnierverlauf. Kurz nach Beginn des vierten Satzes erklärte Oberschiedsrichter Stefan Fransson den Platz dann wegen Regens für nicht mehr bespielbar.

Am Montag war es dann erneut Nadal, der den besseren Start erwischte. Der Spanier konnte Djokovic direkt das erste Aufschlagspiel nach der Unterbrechung zum zwischenzeitlichen 2:2 abnehmen. In der Folge versuchte Djokovic zwar dagegenzuhalten, konnte Nadal aber nicht mehr ernsthaft gefährden.

Für Djokovic war es nach drei aufeinanderfolgenden Finalsiegen bei Grand-Slam-Turnieren die erste Niederlage. Der Serbe verpasste es damit, als erster Profi seit Rod Laver 1969 alle vier Grand-Slam-Titel auf einmal zu halten.

joe/jar/mib/sid/dpa

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1. toller Sport
Ostwestfale 11.06.2012
Zitat von sysopEr hat seinen Titel verteidigt und einen Rekord aufgestellt: Rafael Nadal triumphierte bei den French Open im Finale über Novak Djokovic. Es ist sein siebter Sieg in Paris, kein Tennisprofi hat dort so oft gewonnen wie der Spanier. French Open: Nadal feiert Finalsieg gegen Djokovic - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,838019,00.html)
Leider hat das Finale nicht an das Niveau herangereicht, was die "Big Three" im Tennis, also Djokovic, Nadal und Federer in den direkten Duellen zuletzt oft an den Tag gelegt haben (man denke nur an das "epische" Match zwischen Nadal und Djokovic im Finale bei den Australien Open), aber es war trotzdem ein gutklassiges Match, was ich mir auch als Federer-Fan gerne angeschaut habe. Der Rekord von Nadal mit den sieben Siegen in Paris ist was ganz besonderes. Spätestens jetzt ist er der größte Sandplatzspieler aller Zeiten. Da ich davon ausgehe, dass der erst 26-jährige Nadal die French Open noch mindestens drei mal gewinnen wird (zumindest wenn er gesund bleibt) sind auch die 16 Siege bei Grand Slam-Turnieren von Federer für Nadal möglich. Der Spanier steht jetzt bei elf Erfolgen bei den großen Turnieren.
2. optional
coolbreeze 11.06.2012
Nadal ist ein Teufelskerl. In Paris ist er unschlagbar, wenn er fit ist.
3.
Largrador 11.06.2012
Zitat von OstwestfaleLeider hat das Finale nicht an das Niveau herangereicht, was die "Big Three" im Tennis, also Djokovic, Nadal und Federer in den direkten Duellen zuletzt oft an den Tag gelegt haben (man denke nur an das "epische" Match zwischen Nadal und Djokovic im Finale bei den Australien Open), aber es war trotzdem ein gutklassiges Match, was ich mir auch als Federer-Fan gerne angeschaut habe.
So ein Finale wie bei den Australien Open werden wir wohl für lange Zeit nicht mehr sehen. Dafür passieren solch epische Momente im Sport zu selten. Wäre ja dann auch nicht mehr episch ;) Nadals Leistungen sind aber auch deswegen so beeindruckend, da er ja in der Djokovic-Nadal-Federer-Ära spielt. Sich mit solch einer Konkurrenz, so eindrucksvoll zu behaupten, ist einfach... jetzt fehlt mir das Wort... episch! Da hatte es der Federer schon etwas "einfacher". Wobei ich damit, in keinster Weise, seine Leistungen schmälern möchte.
4. stimmt
Ostwestfale 11.06.2012
Zitat von LargradorSo ein Finale wie bei den Australien Open werden wir wohl für lange Zeit nicht mehr sehen. Dafür passieren solch epische Momente im Sport zu selten. Wäre ja dann auch nicht mehr episch ;)
Da ist natürlich was dran *g* Allerdings muss man gar nicht so weit zurückgehen, um ähnlich dramatische Finals zu finden, wie das der Australien Open. Das letztjährige Wimbledon-Finale zwischen Nadal und Djokovic war ähnlich spektakulär und bei Nadals Wimbledon-Sieg gegen Federer haben viele danach auch von einem, äh, ja genau, epischem Match gesprochen.
5. Verglichen mit den Grand-Slam-Finals
capricornia 11.06.2012
der letzten Jahre war es ein recht schwaches Spiel, was aber auch am Wetter lag. Kalt und nass, das ist zumindest für Nadals Spiel Gift. Trotzdem ist es ein beeindruckendes Comeback. Im letzten Jahr sah es ja noch so aus, als ob er keine Mittel gegen das Spiel für Djokovic hätte. Aber Nadal kann sich tatsächlich immer noch verbessern. Diesmal war der Aufschlag sehr stark, und auch die Rückhand besser als sonst. Ich glaube auch, dass er und Djokovic noch die nächsten Jahre beherrschen werden. Federer scheint langsam ein paar Prozent seiner Stärke einzubüßen, die Spieler dahinter (Ferrer, Berdich, Tsonga etc.) sind zwar solide, haben aber doch nicht das gleiche Potential. Und an jungen Spielern um die 20 ist gleich gar kein Konkurrent zu sehen.
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Legendäre Tennisspieler: Spiel, Satz und Schlägerbruch

Die Sieger der French Open seit 2000
Jahr Männer Frauen
2014 Rafael Nadal Maria Scharapowa
2013 Rafael Nadal Serena Williams
2012 Rafael Nadal Maria Scharapowa
2011 Rafael Nadal Li Na
2010 Rafael Nadal Francesca Schiavone
2009 Roger Federer Swetlana Kusnezowa
2008 Rafael Nadal Ana Ivanovic
2007 Rafael Nadal Justine Henin
2006 Rafael Nadal Justine Henin
2005 Rafael Nadal Justine Henin
2004 Gastón Gaudio Anastassija Myskina
2003 Juan Carlos Ferrero Justine Henin
2002 Alberto Costa Serena Williams
2001 Gustavo Kuerten Jennifer Capriati
2000 Gustavo Kuerten Mary Pierce
Tennis: Die Spielstile
Grundlinienspiel: Der Spieler verzichtet auf das Aufrücken ans Netz und schlägt, in der Regel mit Topspin, von der Grundlinie. Durch präzise und harte Schläge auf die vom Gegner entfernte Seite oder gegen die Laufrichtung des Konkurrenten soll ein Vorteil erzielt werden. Diese Ausdauer erfordernde Art wird vor allem von Spielern wie Rafael Nadal beherrscht und ist auf Sandplätzen am effektivsten.

Inside-Out-Spiel: Der Spieler vermeidet dabei, ebenfalls beim Spiel von der Grundlinie, entweder seine Vor- oder Rückhand und spielt nur mit einer Schlagseite. Beispielsweise wird dabei der Ball auf der Rückhandseite "umlaufen" und dann mit der Vorhand cross über den Platz gespielt. Dadurch bewegt sich der Spieler oft weit nach außen und ist anschließend anfällig für einen Schlag auf die andere Seite.

Serve-and-Volley: Der Spieler rückt nach seinem Aufschlag (Serve) direkt ans Netz vor und versucht den Ballwechsel mit einem Volleyschlag abzuschließen. Grundlage für diese Variante ist ein harter oder sehr präziser Aufschlag, damit der Gegner nur schlecht returnieren kann. Spieler wie Boris Becker, Stefan Edberg und Goran Ivanisevic agierten so vor allem auf schnellen Rasenplätzen.

Chip-and-Charge: Der Returnspieler spielt direkt einen Angriffsball und rückt ans Netz vor, wo er den Ballwechsel mit einem Volley beenden will. Auch diese Variante wird vorwiegend auf den schnellen Belägen eingesetzt und meist gegen den zweiten Aufschlag des Gegners verwendet.