In Schlägereien verwickelt? Polizei nimmt zwei russische Fußballnationalspieler fest

Alexander Kokorin und Pawel Mamajew sollen mehrere Menschen angegriffen und verletzt haben. Nun bestätigte die Polizei in Moskau die Festnahme der beiden. Ihnen droht zudem der Ausschluss aus der Nationalmannschaft.

Fußballer Kokorin (l.) und Mamajew (März 2016)
REUTERS

Fußballer Kokorin (l.) und Mamajew (März 2016)


Die russischen Fußballnationalspieler Alexander Kokorin und Pawel Mamajew sind festgenommen worden. Das bestätigte die Moskauer Polizei am Mittwoch. Die beiden Sportler sollen in der russischen Hauptstadt in Schlägereien verwickelt gewesen sein.

Beide Sportler stellten sich russischen Medienberichten zufolge freiwillig den Ermittlern. Wirbel gab es zunächst um Kokorin, der eine Frist verstreichen ließ und damit riskierte, auf die Fahndungsliste der Polizei gesetzt zu werden. Sein Anwalt hatte zuvor um eine Vernehmung am Donnerstag gebeten.

Die beiden Fußballer sollen am Montag in einem Café und einem Restaurant in Moskau mehrere Menschen angegriffen und verletzt haben. Ein Beamter des Industrie- und Handelsministeriums wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Der Mann habe schlichten wollen und soll dabei attackiert worden sein, hieß es. Die beiden Spieler sollen zudem den Fahrer einer Fernsehmoderatorin geschlagen haben.

Unklar ist bisher, ob Kokorin und Mamajew in Untersuchungshaft kommen. Darüber könnte möglicherweise am Donnerstag entschieden werden.

"Alle müssen Gesetze einhalten"

Russlands Sportminister Pawel Kolobkow hatte am Dienstag mit der ganzen Strenge des Gesetzes gedroht. "Es spielt keine Rolle, wer es ist - Fußballspieler, normale Bürger - alle müssen Gesetze einhalten", sagte er dem Fernsehsender Russija 24. Die Fußballer müssten mit dem Ausschluss aus der Nationalmannschaft rechnen.

Kolobkow verwies auf ein Video, das in den Medien verbreitet wurde und belegen soll, dass die beiden Fußballer in den Streit verwickelt waren. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitrij Peskow, bezeichnete die Video-Frequenzen als "ziemlich unangenehm". Es habe mehrere Zeugen für die mutmaßlichen Übergriffe gegeben. "So können die Behörden leichter die Umstände ermitteln."

Aufnahme aus einer Überwachungskamera in dem Moskauer Café
Russian Interior Ministry Chief Department in Moscow/REUTERS

Aufnahme aus einer Überwachungskamera in dem Moskauer Café

Für die WM 2018 in Russland waren Kokorin und Mamajew nicht berücksichtigt worden. Sie waren bereits 2016 in die Schlagzeilen geraten, weil sie nach dem frühen EM-Aus der Sbornaja bei einer Party in Monaco für etwa 250.000 Euro Champagner bestellt hatten.

Kokorin kehrte später in die russische Auswahl zurück, nachdem er sich für sein Verhalten entschuldigt hatte. Mamajew hat seitdem kein Länderspiel mehr bestritten. Aktuell steht er bei FK Krasnodar unter Vertrag, Kokorin spielt für Zenit St. Petersburg.

aar/dpa



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