Hamburg - Der seit Tagen tobende Gaza-Konflikt wirkt sich auch auf den Sport aus: Die Vollversammlung der Nationalen Olympischen Komitees Europas (EOC) ist vom israelischen Eilat nach Rom verlegt worden. Zahlreiche NOKs hatten um den Umzug der Veranstaltung Anfang Dezember gebeten, teilte EOC-Präsident Patrick Hickey mit. Zu den 400 erwarteten Teilnehmern des Kongresses gehören IOC-Präsident Jacques Rogge und Sebastian Coe, OK-Chef der Olympischen Spiele 2012 in London.
Frauen-Volleyball-Bundesligist USC Münster wird aufgrund des Gaza-Konflikts nicht zum Rückspiel im Challenge Cup beim israelischen Meister Hapoel Kfar Saba antreten. Dies gab der Verein auf seiner Website bekannt. Der Vorstand habe sich "umfangreich über die Situation in Israel informiert und sei letztlich zu dem Entschluss gekommen, dass das Wohlergehen der Spielerinnen und des Betreuerstabes Vorrang vor dem sportlichen Wettkampf habe."
Das Spiel in Israel war für diesen Mittwoch im etwa 15 Kilometer von Tel Aviv entfernten Kfar Saba angesetzt worden. Das Hotel der USC-Mannschaft war in Tel Aviv gebucht. "Laut der Deutschen Botschaft in Israel sei für den Großraum in Tel Aviv bereits mehrfach Raketenalarm ausgelöst worden und die Menschen mussten Schutzräume aufsuchen", heißt es in der Mitteilung. "Ein solcher Zustand ist für das Team nicht zumutbar", sagte USC-Präsident Matthias Fell.
Durch den Nichtantritt wird der USC Münster wahrscheinlich aus dem laufenden Challenge-Cup ausgeschlossen und muss mit einer Geldstrafe rechnen, da der europäische Verband CEV den Antrag auf Spielverlegung abgelehnt hat. "Es gibt keine Reisewarnung für Israel. Nur wenn es eine solche gibt, kann nach den Regeln des europäischen Verbandes ein Spiel abgesagt werden", sagte USC-Geschäftsführer Detlef von Delft.
Der europäische Fußball-Verband Uefa verfährt hingegen anders: Die Verantwortlichen entschieden, dass das Europa-League-Spiel von Athlétic Bilbao bei Ironi Kiryat Schmona trotz der Lage in Israel wie geplant am Donnerstag stattfinden soll. Die Uefa beobachte die Situation in Israel intensiv und sei in Kontakt mit dem israelischen Verband und beiden Clubs, teilte der Verband mit. Auch für die Auslosung zur EM-Endrunde der U21-Junioren am 28. November in Tel Aviv plant die Uefa noch mit keinem Ausweichort.
fre/sid/dpa
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