Diskuswerferin Pischtschalnikowa Russische Silber-Gewinnerin von London gedopt

Die Russin Darja Pischtschalnikowa droht ihre Silbermedaille von London zu verlieren. Bei der Russin wurden Spuren von anabolen Steroiden entdeckt. Die Diskuswerferin war schon 2008 für mehrere Jahre gesperrt worden, nachdem sie Dopingproben manipuliert hatte.

Diskuswerferin Pischtschalnikowa: Spuren von von anabolen Steroiden entdeckt
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Diskuswerferin Pischtschalnikowa: Spuren von von anabolen Steroiden entdeckt


Hamburg - In London jubelte Darja Pischtschalnikowa noch über Silber. Es dürfte eines ihrer letzten sportlichen Erfolgserlebnisse gewesen sein. Wegen einer positiven Dopingprobe droht der russischen Diskuswerferin eine lebenslange Sperre.

Bei der Weltmeisterin von 2011 und Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von London seien Spuren von anabolen Steroiden entdeckt worden, teilte die Anti-Dopingbehörde Rusada in Moskau der Agentur Itar-Tass zufolge mit. Der Präsident des russischen Leichtathletikverbandes WFLA, Valentin Balachnitschjow, sprach von einer "schockierenden Nachricht".

Die 27-Jährige war wegen eines früheren Dopingvergehens bereits für zwei Jahre und neun Monate gesperrt gewesen. Sie hatte mit anderen russischen Sportlern vor den Olympischen Spielen 2008 Dopingproben manipuliert. Sollte sie ihre Silbermedaille von London verlieren, würde die Deutsche Nadine Müller vom fünften auf den vierten Rang vorrücken.

Bereits der zehnte Dopingfall von London

Es ist bereits der zweite Dopingskandal um eine russische Top-Leichtathletin innerhalb von zwei Tagen. Die frühere 10.000-Meter-Europameisterin und Olympia-Vierte Inga Abitowa war am Vortag für zwei Jahre gesperrt worden. Grundlage waren Veränderungen ihres im Blutpass angegebenen Hämoglobin-Wertes.

Auch der usbekische Ringer Soslan Tigijew wurde vor wenigen Tagen überführt, er muss seine bei den Spielen in London gewonnene Bronzemedaille wegen eines Dopingvergehens zurückgeben. Tigijew war am 10. August nach dem Wettbewerb im Freistil-Ringen in der Klasse bis 74 Kilogramm auf das verbotenen Stimulanzmittel Methylhexaneamin getestet worden.

Damit wurden nun schon zehn Athleten nach den Spielen wegen Dopings überführt. Der bisher bekannteste Fall war Kugelstoß-Olympiasiegerin Nadeschda Ostaptschuk, der wegen Dopings die Goldmedaille aberkannt wurde. Die Weißrussin war bei zwei Proben positiv auf das anabole Steroid Metenolon getestet worden.

leh/sid/dpa



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