Hamburg - Immer wieder spielten ihn seine Mitspieler an, passten Mitchell Marcus den Ball zu. Doch der Teenager traf einfach nicht. Er warf an den Ring, am Korb vorbei - oder ließ den Basketball ins Aus springen. Doch 13 Sekunden vor Schluss kam er dann, der große Moment für Marcus: sein erster Korb.
Mitchell Marcus ist kein gewöhnlicher Basketballer. Der Schüler der Coronado Highschool im US-Bundesstaat Texas ist geistig behindert und spielt normalerweise überhaupt nicht, sondern assistiert Trainer Peter Morales als Teammanager. Doch vor der letzten Partie der Saison entschied sich der Coach, Marcus ein wenig Spielzeit zu gönnen.
Mit zehn Punkten Vorsprung und eineinhalb Minuten Restzeit auf der Uhr kam die Nummer 24 aufs Feld - und die Zuschauer feuerten ihn mit "Mitchell, Mitchell"-Sprechchören an. "Mitchell hatte an seinen Geburtstagen immer nur einen Wunsch: einen Basketball", sagt seine Mutter Amy Marcus dem US-Fernsehsender CBS.
Doch trotz der Unterstützung wollte Marcus zunächst einfach kein Treffer gelingen. "Er hat keinen Korb gemacht, aber ich hatte gehofft, dass er sich einfach über den Einsatz freut", sagte Coach Morales CBS. Mitchells großer Moment sollte aber tatsächlich noch kommen - weil ein gegnerischer Spieler sich für eine große Geste entschied.
Wenige Sekunden vor Schluss stand Jonathan Montanez von der gegnerischen Franklin Highschool zum Einwurf bereit. Er rief Mitchells Namen und passte ihm den Ball zu. Dieser nutzte seine letzte Möglichkeit und traf. Die begeisterte Menge stürmte daraufhin den Platz, um Marcus zu feiern.
"Mitchell hatte diese Chance verdient", sagte Passgeber Montanez. Marucs Mutter war von dem Moment gerührt: "Mir werden für den Rest meines Lebens Tränen kommen, wenn ich daran denke", sagte sie. Mitchell selbst meinte einfach nur: "Ich bin sehr glücklich."
bka
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles zum Thema NBA | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH