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Schumacher-Prozess: Holczer bestreitet Doping-Mitwisserschaft

Ex-Gerolsteiner-Boss Holczer: Lediglich ein AnfangsverdachtZur Großansicht
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Ex-Gerolsteiner-Boss Holczer: Lediglich ein Anfangsverdacht

Er will von nichts gewusst haben: Der frühere Gerolsteiner-Boss Hans-Michael Holczer hat als Zeuge im Schumacher-Prozess jede Kenntnis über Doping in seinem Team bestritten. Nur bei einem Fahrer habe er einen leisen Verdacht gehabt.

Hamburg - Der ehemalige Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer hat vor dem Landgericht Stuttgart erneut betont, nichts über Doping in dem von ihm geleiteten Radrennstall gewusst zu haben. Weder habe er je verbotene Substanzen im Medizinkoffer des Teams gesehen, noch Kenntnis vom Doping seiner Fahrer gehabt, sagte er am Dienstag als Zeuge im Betrugsprozess gegen Radprofi Stefan Schumacher.

Er habe bei seinem Spitzenfahrer, dem US-Amerikaner Levi Leipheimer, zwar einen Verdacht gehabt, aber keine Beweise. "Leipheimer in der Position, in der er war, aus der Geschichte rauszunehmen, das hätte kein Mensch verstanden. Das hätte genug Ärger gegeben", begründete er den weiteren Einsatz des US-Profis. Leipheimer war vor seinem Wechsel zu Gerolsteiner einer der Helfer von Lance Armstrong in dessen Team gewesen.

Holczer sieht sich sogar selbst als entscheidende Figur auf dem Weg zum Doping-Geständnis von Schumacher. "Ohne meine Hartnäckigkeit wäre es zu diesem Prozess nicht gekommen und ohne den Prozess definitiv nicht zu einem Geständnis von Stefan Schumacher", sagte Holczer nach seiner abschließenden Zeugenaussage. "Es ist für mich als Erfolg zu werten, dass Herr Schumacher überhaupt Doping gestanden hat."

Nachdem Schumacher zuletzt den Namen eines Team-Arztes genannt hatte, der einem anderen Fahrer 2006 Synacthen gegeben habe, äußerte sich auch Holczer am vierten Verhandlungstag dazu. Er berichtete, der Arzt habe ihn lediglich über den Wunsch des Sportlers unterrichtet, Synacthen zu bekommen. Der Arzt habe dem Fahrer aber nichts gegeben. Synacthen stimuliert die Produktion von Sexualhormonen und Cortisol in der Nebennierenrinde und gilt als schmerzbekämpfend.

Schumacher wird vorgeworfen, Holczer um Gehaltszahlungen von über 150.000 Euro betrogen zu haben. Er habe trotz Nachfrage bei der Tour de France 2008 Doping abgestritten, war im Nachhinein aber positiv getestet worden. Schumachers Verteidigung argumentiert, Holczer könne nicht betrogen worden sein. Er habe vom Doping im Team gewusst.

aha/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
un-Diplomat 30.04.2013
... ihm, dem Hol(c)zer ins Gesicht bitte. Wenn der als Chef von nichts gewusst hat, sollte er sämtliche Gehälter wegen Blindheit zurückzahlen. Nein, so was auch - der Chef hat von nichts eine Ahnung und bei einem extremst [...]
Zitat von sysopEr will von nichts gewusst haben: Der frühere Gerolsteiner-Boss Hans-Michael Holczer hat als Zeuge im Schumacher-Prozess jede Kenntnis über Doping in seinem Team bestritten. Nur bei einem Fahrer habe er einen leisen Verdacht gehabt. Gerolsteiner: Holczer weist Mitwisserschaft über Doping zurück - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/gerolsteiner-holczer-weist-mitwisserschaft-ueber-doping-zurueck-a-897378.html)
... ihm, dem Hol(c)zer ins Gesicht bitte. Wenn der als Chef von nichts gewusst hat, sollte er sämtliche Gehälter wegen Blindheit zurückzahlen. Nein, so was auch - der Chef hat von nichts eine Ahnung und bei einem extremst (pardon, dieses Wort muss einfach dabei sein) leisesten Verdacht auch keinerlei Kontrollen vorgenommen.
noodles64 30.04.2013
und sowas ist ne Meldung wert? Unverständlich!
und sowas ist ne Meldung wert? Unverständlich!
les2005 30.04.2013
In einer des Dopings generell so unverdächtigen Sportart wie Radfahren, ist das schon verständlich, daß Holczer einem bloßen leisen Verdacht nicht nachging. Zumal Leipheimer vom renommierten Postal Radstall kam, wo [...]
Zitat von un-Diplomat... ihm, dem Hol(c)zer ins Gesicht bitte. Wenn der als Chef von nichts gewusst hat, sollte er sämtliche Gehälter wegen Blindheit zurückzahlen. Nein, so was auch - der Chef hat von .....
In einer des Dopings generell so unverdächtigen Sportart wie Radfahren, ist das schon verständlich, daß Holczer einem bloßen leisen Verdacht nicht nachging. Zumal Leipheimer vom renommierten Postal Radstall kam, wo bekanntlich alles zum Besten stand. Da hätte es schon handfester Beweise (Spritze steckt noch im Arm oder so) bedurft, um Argwohn zu erregen.
hansulrich47 30.04.2013
Ein Gericht in München hat den Managern der Deutschen Bank im Fall Kirch klar Lüge unterstellt, obwohl Aussage gegen Aussage stand. Wird ein Gericht in Stuttgart den Mut haben hier das Gleiche zu tun? Oder verstecken sich die [...]
Ein Gericht in München hat den Managern der Deutschen Bank im Fall Kirch klar Lüge unterstellt, obwohl Aussage gegen Aussage stand. Wird ein Gericht in Stuttgart den Mut haben hier das Gleiche zu tun? Oder verstecken sich die Richter wieder hinter dem Nebel der (eigenen und des Managers) Ahnungslosigkeit? Beim Sport und Dopging wurde ja auch schon mal argumentiert ein Fotolaborant (Baumann) sei intellektuell nicht fähig mit einer Nadel in einer Zahnpastatube falsche Spuren zu legen ... Es bleibt lustig!!
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  • Dienstag, 30.04.2013 – 12:31 Uhr
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Die späte Erkenntnis der Sünder
  • AP
    Gedopt, gelogen, gestanden: Der ehemalige Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher hat in einem Gespräch mit dem SPIEGEL Doping zugegeben. Er ist aber nicht der erste deutsche Radsportler, der ein Geständnis ablegt.





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