Japan Turntrainer nach Prügel- und Mobbingvorwürfen gesperrt

Im japanischen Kunstturnen sind Gewaltvorwürfe öffentlich geworden. Der beschuldigte Trainer ist bereits suspendiert, die betroffene Athletin besteht jedoch auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Yuto Hayami und Sae Miyakawa
imago/AFLOSPORT

Yuto Hayami und Sae Miyakawa


Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist es im japanischen Turnverband aufgrund von Gewaltvorwürfen zu einem Skandal gekommen. Demnach soll der Kunstturntrainer Yuto Hayami die Athletin Sae Miyakawa geschlagen haben, um sie zu besseren Trainingsleistungen zu motivieren. Hayami wurde vom nationalen Turnverband gesperrt.

Bekannt wurden die Vorwürfe gegen den Trainer nicht durch die Turnerin selbst, sondern durch einen anonymen Whistleblower. Hayami bestätigte die Anschuldigungen zwar, wies jedoch darauf hin, dass er die Ausmaße der Vorwürfe für massiv übertrieben halte. Miyakawa nahm ihren Trainer schließlich in Schutz, sprach von einem Einverständnis ihrerseits und betonte, dass sie weiter mit Hayami zusammenarbeiten wolle. Ohne ihn würde sie bei der kommenden Weltmeisterschaft in Doha nicht antreten.

Die Athletin ging sogar noch weiter und beschuldigte Chieko Tsukahara, die Verantwortliche der japanischen Turnmannschaft der Frauen, des Mobbings. Zusammen mit ihrem Ehemann, dem fünfmaligen Olympiasieger Mitsuo Tsukahara und aktuellen Vizepräsidenten des japanischen Turnverbands leitet die 71-Jährige eine eigene Trainingsgruppe. Laut Miyakawa sollen Athletinnen so lange unter Druck gesetzt worden sein, bis sie sich der Trainingsgruppe angeschlossen hätten. Man habe ihr mit einer Nichtnominierung bei den Olympischen Spielen in Tokio gedroht, erklärte Miyakawa weiter.

Auch in der Vergangenheit hatten die Tsukaharas bereits für einen Skandal im Turnen gesorgt. 1991 hatte das Paar bei den Nationalen Meisterschaften die Punktrichter beeinflusst, um ihren Athleten ein besseres Abschneiden zu ermöglichen. Die anderen Teilnehmer boykottierten daraufhin die Wettkämpfe.

Nach den Aussagen Miyakawas veröffentlichte das Ehepaar nun eine Stellungnahme, in der sie sich für die Vorwürfe entschuldigten. Zudem boten sie Miyakawa einen Vergleich an, den diese jedoch ablehnte. Bis Ende Oktober hat der japanische Turnverband weitere Untersuchungen zu den Vorfällen angekündigt.

lek/dpa

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