Global Ocean Race: Deutsche Segler mit historischem Erfolg

Die Skipper Boris Herrmann und Felix Oehme haben beim Portimão Global Ocean Race Geschichte geschrieben. Erstmals gelang einer deutschen Crew auf einem deutschen Schiff bei einem internationalen Hochsee-Rennen ein Etappensieg. SPIEGEL ONLINE sprach mit den Siegern.

Hamburg - Mit dem Gewinn der Auftaktetappe beim Portimão Global Ocean Race hat die deutsche "Beluga Racer" des Skippers Boris Herrmann am Sonntag Historisches vollbracht. Nie zuvor hatte ein deutsches Schiff mit einer deutschen Crew bei einem internationalen Hochsee-Rennen um die Welt einen Etappensieg verbuchen können. "Es war eine tolle Ankunft. Nachdem wir den Tafelberg gesehen hatten, kamen uns ein Helikopter und Boote entgegen. Die Leute haben geklatscht", sagte Skipper Herrmann direkt nach der Ankunft im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Skipper Herrmann und Oehme: Historischer Erfolg beim Portimão Global Ocean Race
beluga-racer.com

Skipper Herrmann und Oehme: Historischer Erfolg beim Portimão Global Ocean Race

Auf der 6900 Seemeilen langen Strecke von Portugal nach Kapstadt hatte Herrmann mit seinem Co-Skipper Felix Oehme von den Kanaren an in Führung gelegen. Danach wählten die beiden eine schnellere Passage als die anderen Segler, das Gleiche gelang ihnen bei den Kapverden. Auch die Kalmenzone am Äquator durchfuhr das Duo weiter im Osten als der Rest des Feldes.

Dadurch gewannen die beiden noch einen größeren Vorsprung und gerieten durch die unterschiedliche Routenwahl in ein anderes Wettersystem als die Konkurrenz, wodurch sich der Vorsprung auf 600 Meilen vergrößerte. Zum Ende der Etappe, für die Herrmann und Oehme 35 Tage benötigten, wurde es noch einmal spannend, weil die "Beluga Racer" in ein Windloch geriet.

Zudem wählten ihre ärgsten Konkurrenten, die Chilenen Felipe Cubillos und José Muñoz, eine andere Route, als die beiden 27-jährigen Deutschen, wodurch lange offen war, wer als Erster in Kapstadt einlaufen würde. "Bis ungefähr drei Uhr nachts war nicht klar, ob wir gewinnen würden. Die Chilenen haben einen anderen Winkel gewählt und hatten dadurch andere Windverhältnisse", so Herrmann.

Letztlich verwiesen die beiden Deutschen mit ihrer zwölf Meter langen Jacht vom Typ Akilaria die "Desafio Cabo de Hornos" der Chilenen mit rund zwei Stunden Vorsprung auf Rang zwei. "Das war verdammt knapp, ein spannendes Finish", erklärte Herrmann. Nach der Ankunft stiegen die beiden Skipper in ein Schlauchboot und fuhren ihren Konkurrenten entgegen. Sie jubelten ihnen zu und halfen ihnen sogar, die Segel einzuholen: "Wir haben eine tolle Kameradschaft, man weiß ja, was die anderen durchgemacht haben", sagte Herrmann.

Mit dem Start zur zweiten Etappe am 7. Dezember geht es für die Crews über den Indischen Ozean in das 7500 Seemeilen entfernte neuseeländische Wellington. Zuvor werden noch einige Wartungsarbeiten am Boot zu erledigen sein. Zwar gab es keine unlösbaren technischen Probleme auf See, dennoch wurde es einmal brenzlig wie Herrmann im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärte: "Eines Nachts auf Höhe der Kapverden ist vorne an unserem zwei Meter langen Bugspriet eine Befestigung gerissen. Bei viel Wind musste ich dann gesichert nach vorne klettern und so schnell wie möglich diese Halterung wieder anbringen, damit wir den Spinnaker wieder setzen und weitersegeln konnten."

Insgesamt waren die beiden Skipper aber "zufrieden mit dem Boot", dennoch bekommt die "Beluga Racer" ein neues Großsegel. Und eine Heizung, denn auf der nächsten Etappe wird es merklich kühler werden.

jar/dpa

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