Golfturnier US Open 17 Jahre alte Amateurin stiehlt allen die Show

Sie traf Ball um Ball perfekt, ließ etliche Profi-Golferinnen hinter sich. Am Ende verpasste die 17-jährige Choi Hye-Jin bei den US Open nur knapp eine Sensation. Ihr Preisgeld darf sie trotzdem nicht behalten.

Choi Hye-Jin
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Dass Choi Hye-Jin nicht für die größte Golf-Sensation des Jahres sorgen würde, entschied sich an Loch 16. Da schlug die 17 Jahre alte Südkoreanerin den Ball nicht aufs Grün, sondern ins Wasser - und ermöglichte damit ihrer Konkurrentin Park Sung-Hyun (ebenfalls Südkorea) den Sieg bei den US Open, dem mit 900.000 US-Dollar (rund 785.000 Euro) am höchsten dotierten Turnier in der Geschichte des Frauen-Golf. Das Besondere: Im Gegensatz zu Park ist Choi kein Profi.

Siegerin Park Sung-Hyun
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Siegerin Park Sung-Hyun

Beinahe wäre Choi die zweite Amateurin in der US-Open-Historie geworden, die den Wettbewerb gewinnt. Das war vor ihr nur 1967 Catherine Lacoste gelungen, der Tochter des Modeschöpfers und ehemaligen Tennisprofis René Lacoste. Chois Ergebnis (279 Schläge) ist trotzdem das beste eines Amateurs in der Geschichte der US Open.

Bis zum 16. Loch war Choi (277) schlaggleich mit Park gewesen. Dann folgte vor den Augen von US-Präsident Donald Trump, auf dessen Anlage gespielt wurde und der am Freitag angereist war, der Fehlschlag. "Danach fühlte es sich an, als wäre all die harte Arbeit umsonst gewesen", sagte Choi. Sie sei "schon ein bisschen enttäuscht".

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Das Gefühl verstärken dürfte der Umstand, dass sie von den 540.000 Dollar (etwa 470.000 Euro) Preisgeld für Platz zwei keinen Cent erhält. Als 17-Jährige ist sie nach koreanischem Reglement zu jung, um als Profi zu gelten. Und im Golfsport erhalten Amateurspieler grundsätzlich keine Prämien. "Es wäre schön gewesen, das Geld zu erhalten. Aber mein eigentliches Ziel war, mich mit den anderen zu messen. Deshalb bedeutet mir Platz zwei mehr als das Preisgeld", sagte Choi, die beim Turnier bereits im vergangenen Jahr die Amateurin mit der geringsten Anzahl an Schlägen gewesen war.

Die Deutsche Sandra Gal (289 Schläge) landete auf dem geteilten 27. Platz, Caroline Masson war am Cut gescheitert. Die Südkoreanerinnen Hur Mi-Jung und Ryu So-Yeon (beide 281) teilen sich Rang drei.

mon/AP

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insgesamt 9 Beiträge
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lucie 17.07.2017
1.
Die Suedkoreaner machen anscheinend bei der Jugendförderung alles richtig. Beeindruckend wie die jungen Damen das Frauen Golf beherrschen.
murmel57 17.07.2017
2. Was geschieht mit dem nicht ausgezahlten Geld?
Was geschieht mit dem nicht ausgezahlten Geld? Wird das für die Förderung von Jugendsport verwendet? Oder freut sich der Veranstalter über eingesparte Kosten? Brauchen Amateure kein Geld? Was ist die Begründung für die Regel Amateuren "grundsätzlich" nichts u bezahlen?
spiegelritter 17.07.2017
3. Auszahlung
Warum sollten Amateure nicht das erhalten, was Profis für Ihre Leistung erhalten hätten. Eigentlich müssten Sie das doppelte verdienen. Der Artikel geht nicht darauf ein, warum Amateure kein Preisgeld erhalten.
Le_Chiffre 17.07.2017
4. Auszahlung
Amateure dürfen bei Golfturnieren nicht um Preisgeld spielen. Diese Regelung war bisher in Stein gemeißelt. Doch ab 2016 ändert sich das. Dann dürfen auch Amateure um Preisgeld spielen - unter einer Bedingung: Der Spieler muss vorher eine gemeinnützige Organisation angeben, der das möglicherweise gewonnene Preisgeld (oder vergleichbares) gespendet wird. Der Empfänger der Spende muss vor dem Wettkampf allerdings vom Turnierveranstalter anerkannt werden. Bisher durften Amateure nur bei Loch- oder Wettspielen mit Preisgeld antreten, wenn sie zuvor ihren Verzicht auf eventuelles Preisgeld erklärt hatten. Damit reagieren die Regelhüter der Royal and Ancient (R&A) und der United States Golf Association (USGA) auf die "wachsende Zahl gemeinnütziger Golfveranstaltungen rund um die Welt, die sich für lohnenswerte Anliegen und Katastrophenhilfe engagieren." So formulierten es die Regelmacher, die alle vier Jahre gemeinsam die "Rules of Golf" überarbeiten und anpassen - nun auch Regel 3-1b.
wallaceby 17.07.2017
5. Was wird sich der Nationalist Trump...
... dabei wohl denken, wenn in seiner Anwesenheit, auf seinem Golfplatz, ausgerechnet beim Frauen-Golf die vorderen Plätze allesamt von "bad, bad foreign asian women" besetzt werden? Wird er sich jetzt Maßnahmen überlegen, welche dann wie in der Wirtschaft durch Protektionismus seine US-amerikanischen Girls wieder nach vorne bringt!? Vielleicht mittels "grab them by their pu...ies"...?
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