Golfturnier Deutschland scheitert erneut mit Ryder-Cup-Bewerbung

Die besten Golfer Europas werden 2022 in Italien gegen die Auswahl der USA antreten. Neben Österreich, Spanien und den siegreichen Italienern hatte sich auch Deutschland als Gastgeber des Ryder Cup beworben.

Ryder Cup: Italien ist 2022 Gastgeber
AP

Ryder Cup: Italien ist 2022 Gastgeber


Italiens Hauptstadt wird Gastgeber des Ryder Cup 2022. Das gab der Veranstalter Ryder Cup Europe am Vormittag bekannt. Gespielt wird im Marco Simone Golf und Country Club, rund 17 Kilometer von Rom entfernt. Es ist erst das dritte Mal, dass der Ryder Cup auf europäischem Festland ausgetragen wird.

Unter den Bewerbern für das Turnier war erneut auch Deutschland gewesen, das mit einem Platz am Scharmützelsee in Bad Saarow in Brandenburg ins Rennen gegangen war. Auch Spanien und Österreich hatten sich beworben. Bereits vor vier Jahren war Deutschland mit seiner Bewerbung für den Ryder Cup 2018 gescheitert.

Der Chef des deutschen Bewerbungskomitees, Marco Kaussler, wurde in einer Stellungnahme zitiert: "Natürlich sind wir enttäuscht. Das deutsche Gesamtpaket war aus unserer Sicht sehr stark und konkurrenzfähig. Politik, Wirtschaft und Sport standen geschlossen hinter einem Konzept, das alle Voraussetzungen für einen großartigen Ryder Cup 2022 geschaffen hätte." Claus M. Kobold, Präsident des Deutschen Golf Verbandes, ist sich sicher, dass es keine Entscheidung "gegen Deutschland" gewesen sei und gab sich kämpferisch: "Für den DGV ist dieses Kapitel aber längst nicht abgeschlossen."

Der nächste Ryder Cup wird 2016 auf dem Hazeltine National Golf Course im US-Bundesstaat Minnesota ausgetragen.

luk



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
metalslug 14.12.2015
1. Ein Witz, oder?
Warum sollte der Ryder Cup in D stattfinden? Es gibt keinen einzigen Grund dafür. Golf in Deutschland ist dermaßen schlecht aufgestellt. Erst wenn im dem Ausmaß gegolft wie gekegelt wird, sollte man in Erwägung ziehen sich um den Ryder Cup zu bewerben. Kehrt lieber vor der eigenen Tür, tragt den Sport in die Hochschulen, baut mehr Kurzplätze und Ranges, setzt mehr auf Inklusion statt Exklusion. Und vergesst den Ryder Cup.
beegentoo 14.12.2015
2. Golf ist in Deutschland...
leider immer noch als Reichensport verschrien und hat ein mieses Image. Überelitäre Platzregeln inkl. Kleiderordnung von vor dem Gipskrieg haben einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Bild. Golf sollte als Sport mehr gefördert werden - das wäre Sache der Vereine und Clubs. Wer jemals mit dem Bag auf der Schulter einen Platz 4h lang beackert hat der weiss, dass Golf durchaus ein anstrengender Sport ist. Das Bild haben wir in D aber leider nicht. Also gibt es auch keinen Grund den Ryder-Cup zu kriegen. Das wäre so, als würde man sich hier für die Austragung des NFL-Finales bewerben.
Alastor2718 14.12.2015
3. Das Image
Die Clubs und der DGV betonen immer, dass sie ein Breitensport sein wollen. Wenn dann aber Dinge wie Gold- und Silberhologramme für den Ausweis erfunden werden, um "Billigclubs" draußen zu halten, sieht man, welch Mentalität dahinter steckt. Viele Clubs trauen sich trotz sinkender Mitgliederzahlen nicht, Neulinge mit Angeboten zu vergünstigten Mitgliedschaften zu locken. Der Grund ist die Angst vor den clubeigenen reichen Rentnern, die sich über die Abwertung ihrer einst so teuren Aufnahmegebühren beklagen. Das alles ist sehr schade - Golf ist so ein schöner Sport!
albert schulz 15.12.2015
4. Der Kelch ist vorübergegangen
Die Organisatoren wollen richtig viel Geld sehen, und Vorteile, die auch Geld kosten. Es ist nicht Sportlichkeit, die die Deutschen knauserig sein läßt, sondern purer Geiz. Es zahlt sich schlicht nicht aus, zumal der Deutsche ungern reichen Leuten dabei zusieht, wie sie nichts tun. Bei den Romanen und Angloamerikanern herrschen andere Gesetze der Wertigkeit. Viel Theater um nichts ist dort äußerst beliebt. Mehr scheinen als sein. Vermutlich steuerbegünstigt. In Deutschland ist Golf lediglich ein Instrumentarium, mit dessen Hilfe man unter seinesgleichen bleiben, seine Töchter verheiraten und seinen Söhnen angemessene Positionen zuschustern kann. Neben den anderen Geschäften. Von einer Kleiderordnung in dieser Nichtsportart kann man übrigens wenig sehen. Die laufen rum wie die Kanarienvögel. Oder Radrennfahrer. Von allen guten Geistern verlassen. Keinen Geschmack zu haben ist ganz offenbar kein Privileg reicher Leute. P.S.: Und jetzt noch nachträgliche Korrekturen. Was habt Ihr Euch denn von der tollen Mel-dung versprochen ? Daß alle Leser aufstehen wie ein Mann und für das Gute, Wahre, Schöne, den Ryder- Cup kämpfen ? Das machen die Rentner, die sich mit 67 ihren ersten Porsche kaufen. Die lesen keinen Spiegel mehr. Die lesen überhaupt nicht mehr. Meistens habe ich allerdings den Eindruck, als wären es die Mädels, die diese abartige Art des Spazierengehens mit einem Prügel über der Schulter schätzen. Wird wohl so ähnlich sein wie beim Malträtieren von Gäulen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.