Absichtlicher Regelbruch bei US Open "Ich würde es wieder tun"

Schwer sollte er sein, der Kurs bei den US Open. Doch dieser Plan der Organisatoren ging nach hinten los. Spitzengolfer verzweifeln, einer ließ sich gar zu einem Regelverstoß hinreißen.

Phil Mickelson auf der erste Runde
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Phil Mickelson auf der erste Runde


Darf ein Golfer einen Ball spielen, der noch in Bewegung ist? Man muss kein Experte sein, um diese Frage mit Nein zu beantworten. Ein fünfmaliger Major-Sieger wie Phil Mickelson kennt die Regeln seines Sports natürlich auch. Und doch versetzte er die Golfwelt in Erstaunen, als er am vorletzten Tag der US Open genau das tat.

Auf der dritten Runde lief der US-Amerikaner einem Ball hinterher, der klar an Loch 13 vorbeiging, und spielte ihn zurück Richtung Loch, obwohl der Ball noch rollte. Ein klarer Regelverstoß, der mit zwei Strafschlägen geahndet wurde. Mickelson spielte an seinem 48. Geburtstag mit 81 Schlägen die schlechteste Runde in seiner 27 Jahre langen US-Open-Karriere.

"Ich wollte nicht respektlos erscheinen. Ich weiß, dass es dafür zwei Strafschläge gibt. In dem Moment wollte ich einfach nicht noch mal vor und zurück putten und den Schlag wieder machen", erklärte der US-Amerikaner wenig später die bewusste Aktion. "Ich habe schon oft daran gedacht, das zu tun. Jetzt habe ich es endlich getan. Ich würde es wieder tun." Der Vorfall erinnerte an eine ähnliche Aktion von Enfant terrible John Daly während der US Open 1999, als dieser einen wiederholt zu ihm zurückrollenden Ball frustriert wegschlug.

Wenn starke Schläge nicht belohnt sondern bestraft werden

Frust war wohl auch eine treibende Kraft bei Mickelson. Tatsächlich wurde der Kurs im Shinnecock Hills Golf Club dieser Tage immer wieder scharf kritisierten. Schwierige Fahnenpositionen auf ausgetrockneten Grüns und böige Winde stellten die besten Golfer der Welt vor große Probleme.

Der Plan der Turnierverantwortlichen, das Major extrem schwer zu gestalten, um Spannung und Konkurrenz bei dem mit zwölf Millionen Dollar dotierten Turnier zu erhöhen, ließ in den ersten Tagen gleich sieben ehemalige Weltranglistenerste am Cut scheitern, darunter der Deutsche Martin Kaymer sowie US-Superstar Tiger Woods. "Wir wollen, dass die US Open schwer sind, aber wir haben einige Beispiele gesehen, wo gut ausgeführte Schläge nicht nur nicht belohnt, sondern in einigen Fällen bestraft wurden", sagte Turnier-Chef Mike Davis.

An der Spitze des Tableaus steht weiterhin der Weltranglistenerste Dustin Johnson. Der US-Amerikaner hatte die Veranstalter in den vergangenen Tagen verteidigt. "Es ist das US Open. Es sollte hart sein", sagte der 33-Jährige, der am Samstag allerdings einen komfortablen Vorsprung verspielte und nun mit 213 Schlägen schlaggleich mit seine Landsmänner Brooks Koepka, Daniel Berger und Tony Finau auf die Schlussrunde geht.

sak/Reuters



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jujo 17.06.2018
1. ...
Natürlich sollte der Kurs schwer sein um den Ansprüchen zu genügen. Er sollte aber nicht so angelegt sein, das nicht der Turnierbeste gewinnt sonder derjenige mit dem meisten Glück.
noalk 17.06.2018
2. Bei 72 Löchern bräuchte man dann doch seeeehr viel Glück
Zitat von jujoNatürlich sollte der Kurs schwer sein um den Ansprüchen zu genügen. Er sollte aber nicht so angelegt sein, das nicht der Turnierbeste gewinnt sonder derjenige mit dem meisten Glück.
Das zeigt ja auch die derzeitige Turnierspitze: 1-9-37-43 der Weltrangliste. Mickelson ist 20. Auch im Tennis schaffen es eher hintere Ranglister mal weit nach vorne. Golf ist halt auch ein Freiluftsport, da kann - -wie beim Skispringen, auch mal was verblasen werden.
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