Golf-Masters in Augusta Zahnloser Tiger

Trotz langer Leidenszeit galt Tiger Woods vor dem ersten Major-Turnier des Jahres als Geheimfavorit. Nach zwei gespielten Runden hat er nur noch theoretische Chancen auf eine Top-Platzierung.

Tiger Woods
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Immerhin hat er den Cut geschafft und darf noch zwei weitere Runden beim Masters in Augusta spielen. Schon das hatte Tiger Woods vor einem Jahr wohl niemand zugetraut. Zu viel mehr wird es allerdings nicht reichen. Nach zwei gespielten Runden liegt der 14-fache Major-Sieger mit vier über Par auf dem geteilten 40. Platz - schlaggleich mit dem 60 Jahre alten Bernhard Langer.

Woods war mit einer 73er Runde am Donnerstag noch einigermaßen solide gestartet. Nach der 75 am Freitag liegt der US-Amerikaner schon 13 Schläge hinter seinem Landsmann Patrick Reed, der am zweiten Tag die Führung übernommen hat. Um sich noch in die Top Ten vorzuarbeiten, müsste Woods am Samstag und Sonntag zwei überragende Runden spielen. Wer ihn bislang bei seiner 21. Masters-Teilnahme beobachtet hat, mag auch eine Woche nach Ostern nicht an die Auferstehung des früheren Golf-Messias glauben.

"Ich brauche sehr viel Hilfe"

Angesichts seiner Leidensgeschichte erscheint es fast als ein Wunder, dass Woods überhaupt noch Hölzer und Eisen schwingt. So hatte es der 42-Jährige auch selbst kurz vor dem ersten Major-Turnier des Jahres beschrieben. Trotzdem war er nach zuletzt stark ansteigender Form als Geheimfavorit auf den Masters-Sieg gehandelt worden. Geld sollte man darauf inzwischen nicht mehr setzen.

Tiger Woods
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Am Freitag startete Woods mit einem Bogey und leistete sich auf Bahn fünf gar ein Doppel-Bogey. Zu einem Birdie reichte es auf den ersten neun Löchern nicht. "Ich habe meine Eisen nicht gut getroffen", sagte Woods nach der Runde. "Um das Turnier doch noch zu gewinnen, brauche ich sehr viel Hilfe. Ich liege so weit hinten, dass ich mein eigenes Schicksal nicht mehr kontrollieren kann."

Trotzdem freut sich der ehemalige Weltranglistenerste über sein Comeback. "Vor sechs Monaten wusste ich nicht, ob ich jemals wieder Golf spielen würde", so Woods. "Und jetzt habe ich den Cut bei den Masters geschafft. Das fühlt sich toll an, obwohl ich so weit hinten liege."

Auch Kaymer ohne Chancen auf den Sieg

Auch Martin Kaymer hat kaum noch realistische Chancen auf eine vordere Platzierung. Der 33-Jährige liegt mit drei über Par nur einen Schlag besser als Woods und Langer auf dem geteilten 35. Rang. Nach einem Doppel-Bogey zum Auftakt war Kaymer am Freitag mit drei Birdies auf den ersten Neun stark zurückgekommen, brachte sich dann aber mit zwei Bogeys an Loch neun und zehn sowie einem Doppel-Bogey an der 17 um eine bessere Ausgangsposition fürs Wochenende.

An der Spitze des Feldes hat Reed mit neun unter Par zwei Schläge Vorsprung auf den Australier Marc Leishman, der an den ersten beiden Tagen mit Woods zusammenspielte. Auf Rang drei liegt der Schwede Henrik Stenson vor Rory McIlroy und Jordan Spieth, der sich nach seiner 66er Runde zum Auftakt am Freitag eine 74 leistete und auf den geteilten vierten Platz zurückfiel.

Für Titelverteidiger Sergio García ist das Masters nach zwei Tagen beendet. Der Spanier erholte sich nicht von seinem historischen Debakel an Loch 15 in der Auftaktrunde, als er fünf Bälle im Wasser versenkt und insgesamt 13 Schläge gebraucht hatte. Mit 15 über Par scheiterte García klar am Cut. Nur zwei Amateure hatten nach zwei Runden einen noch schlechteren Score vorzuweisen.

mmm



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