Masters in Augusta Tipps vom Tiger

Kampf um das "Grüne Jackett": Beim Golf-Masters in Augusta kämpfen die besten Spieler der Welt um den ersten Major-Titel des Jahres. Großer Favorit ist der wiedererstarkte US-Superstar Tiger Woods. Für großes Aufsehen sorgt ein chinesisches Wunderkind.

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Hamburg - Mindestens genauso bekannt wie für seine makellosen Bahnen und superschnellen Grüns ist der Augusta National Golf Club für seine Mitgliederpolitik, die man nur mit sehr viel gutem Willen als "exklusiv" oder "konservativ" bezeichnen kann. Erst seit 1990 lässt der Club afro-amerikanische Mitglieder zu, Frauen nimmt er erst seit vergangenem Jahr auf. Leichter hat es da der Nachwuchs.

Ein Junior-Programm ermöglicht es Kindern und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren, einen Erwachsenen kostenlos zum am Donnerstag beginnden Masters, dem ersten Major-Turnier des Golfjahres, zu begleiten. Tatsächlich ist Guan Tianlang, 14 Jahre alt, dieser Tage in Begleitung eines Erwachsenen auf dem heiligen Rasen in Georgia unterwegs.

Doch der Mann an der Seite des Chinesen ist nicht sein Vater, sondern sein Caddy: Guan geht als jüngster Teilnehmer der Geschichte bei dem Turnier an den Start, qualifiziert hat er sich durch den Gewinn der asiatisch-pazifischen Amateurmeisterschaften in Thailand 2012. In der Weltrangliste der Amateure belegt er derzeit den 161. Platz.

Im Vorfeld des Turniers sorgt das Wunderkind für ähnlich viel Aufsehen wie die Form des ehemaligen und neuen Weltranglistenersten Tiger Woods. Gemeinsam gingen beide am Montag auf eine spontane Trainingsrunde. "Als ich in seinem Alter war, habe ich versucht ein paar Turniere zu spielen und meine Hausaufgaben zu schaffen", staunte Woods über Guan: "Er weiß genau, was er macht und wie er hier spielen muss." Er habe ihm lediglich ein paar Tipps gegeben, so der 37-Jährige, der bei seinem ersten Masters-Start 1995 19 Jahre alt war.

Kaymer trifft auf seine größte Herausforderung

Zwei Jahre später - ein Jahr vor der Geburt von Guan - gewann Woods erstmals das grüne Sieger-Jackett, drei weitere Triumphe folgten (2001, 2002, 2005). "Ich war drei oder vier Jahre alt, als ich Woods bei einem seiner Masters-Siege im Fernsehen gesehen habe", erinnert sich Guan.

Die Chancen stehen gut, dass der Superstar in diesem Jahr endlich seinen 15. Major-Sieg perfekt macht. Selbstbewusst wie lange nicht mehr tritt der US-Amerikaner auf, die Jahre, in denen sich alles um seinen privaten Absturz drehte, scheinen vorbei. In diesem Jahr gab es für ihn nur positive Schlagzeilen, allen voran drei US-PGA-Titel im Frühjahr und die öffentlich gemachte Liaison mit Skistar Lindsey Vonn. "Es ist ein paar Jahre her, dass ich zuletzt so gut in Form war", so Woods. Das weiß natürlich auch die Konkurrenz. "Tiger Woods ist nur zu schlagen, wenn er krank wird", sagte Vorjahressieger Bubba Watson.

Von seiner Top-Form weit entfernt war in den vergangenen Wochen der Weltranglistenzweite Rory McIlroy. Immerhin wurde der 24 Jahre alte Nordire am vergangenen Wochenende bei den Texas Open Zweiter. Auch vor seinen bisherigen Major-Siegen (US Open 2011, PGA Championship 2012) war McIlroy nicht in Form gewesen.

Dass Martin Kaymer in Augusta den zweiten Major-Sieg seiner Karriere nach dem Triumph bei der PGA Championship 2010 feiern kann, scheint unwahrscheinlich. Auf diesem Kurs scheiterte er viermal am Cut, im Vorjahr wurde er 44. "Dieser Platz ist meine größte Herausforderung", sagte Kaymer dem SPIEGEL, um beim Masters besser klarzukommen stellte er sogar seinen Schwung um.

Kaymers Ziel sei es, wieder den Cut zu schaffen: "Am Wochenende kann ich dann immer noch weitersehen. Den Sieg anzupeilen, wäre nach den letzten fünf Auftritten in Augusta vielleicht etwas zu hoch gegriffen", so Kaymer, der um 19.30 Uhr deutscher Zeit abschlägt (Liveticker SPIEGEL ONLINE).

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