Golf Woods bekommt Wildcard für Ryder Cup

Er zeigte zuletzt schwankende Leistungen, beim Ryder Cup ist Tiger Woods trotzdem dabei: Der Weltranglistenerste erhielt eine Wildcard für das US-Team - und tritt gegen die europäische Mannschaft um den deutschen Major-Sieger Martin Kaymer an.

US-Golfprofi Woods: "Ich liebe es, im Ryder Cup zu spielen"
AP

US-Golfprofi Woods: "Ich liebe es, im Ryder Cup zu spielen"


Hamburg - Der schwächelnde Golf-Superstar Tiger Woods kann aufatmen: Der 34-Jährige erhielt von US-Kapitän Corey Pavin am Dienstag eine Wildcard für das amerikanische Ryder-Cup-Team. Der Weltranglistenerste ist damit beim 39. Vergleich der besten Golfprofis aus Europa und den USA Anfang Oktober im walisischen Newport dabei. Nach den Enthüllungen aus seinem Privatleben hatte Woods erstmals in seiner Karriere die direkte Qualifikation für das US-Team verpasst, weil er nach enttäuschenden Leistungen in diesem Jahr nicht unter den besten acht amerikanischen Profis war. Bis zuletzt gab es Spekulationen, ob Pavin dennoch auf Woods vertraut.

"Ich liebe es, im Ryder Cup zu spielen und mit meinen Teamkollegen rauszugehen, um zu sehen, ob wir die Anderen schlagen können", sagte Woods, der den vorherigen Ryder Cup wegen einer Verletzung verpasst hatte. Bis zur letzten Sekunde hatte Pavin seinen Superstar im Unklaren darüber gelassen, ob er ihm trotz der zuletzt stark schwankenden Leistungen einen Platz im US-Kader geben würde. Mit Platz elf bei der Deutsche Bank Championship in Norton im US-Bundesstaat Massachusetts, durch den er auch Platz eins in der Weltrangliste verteidigte, hatte Woods am Wochenende aber ansteigende Form bewiesen. "Ich habe ihn gestern Nacht gefragt, ob er zum Team gehören will, und er sagte: 'Absolut'. Ich bin glücklich, dass er sich so darüber freut, dabei zu sein", sagte Pavin.

"Wenn er auf Tiger verzichtet, muss er sich einer Gehirn-Untersuchung unterziehen", hatte der 18-fache Major-Sieger Jack Nicklaus unlängst in Richtung Pavin gesagt und Woods damit trotz einer katastrophalen Saison Rückendeckung gegeben. "Egal in welcher Form er ist, er muss ihn nominieren."

Kaymer ist für Europa am Start

Für Woods wird es die sechste Teilnahme bei dem prestigeträchtigen Kontinental-Vergleich. "Auswärts ist es immer schwer. Die Fans buhen einen aus und beschimpfen einen. Aber ich habe die Erfahrung, damit umzugehen", sagte der Gewinner von 14 Major-Titeln. Neben ihm erhielten auch Zach Johnson, Stewart Cink und völlig überraschend der erst 21 Jahre alte Newcomer Rickie Fowler eine Wildcard für das US-Team. Direkt qualifiziert hatten sich bereits zuvor Phil Mickelson, Hunter Mahan, Bubba Watson, Jim Furyk, Steve Stricker, Dustin Johnson, Jeff Overton und Matt Kuchar.

Auf europäischer Seite werden nach seinem sensationellen Sieg bei der PGA Championship alle Augen auf Deutschlands neuen Golfstar Martin Kaymer gerichtet sein. Der 25-Jährige ist nach Bernhard Langer erst der zweite Deutsche, der beim traditionsreichen Mannschaftswettbewerb dabei ist. Golf-Routinier Langer hatte nach starken Leistungen auf der Senior-Tour ebenfalls auf eine Teilnahme per Wildcard gehofft, am Ende hatte sich Team-Kapitän Colin Montgomerie aber gegen den 53-Jährigen entschieden.

Angeführt wird das europäische Team vom Weltranglisten-Dritten Lee Westwood aus England. Außerdem setzt Montgomerie, der mit einem Altersdurchschnitt von knapp 30 Jahren das jüngste Europa-Team in der Ryder-Cup-Historie zusammengestellt hat, auf Ian Poulter, Ross Fisher, Rory McIlroy, Graeme McDowell, Peter Hanson, Miguel Angel Jiménez, Padraig Harrington, Luke Donald sowie Edoardo und Francesco Molinari.

wit/dpa/sid



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