GP in Malaysia Motorrad-Weltmeister Simoncelli stirbt bei Horrorunfall

Tödlicher Unfall in Runde eins: Der Italiener Marco Simoncelli war beim MotoGP in Malaysia gestürzt und von zwei Fahrern überrollt worden. Obwohl der ehemalige Weltmeister sofort medizinisch versorgt wurde, starb er kurz nach dem abgebrochenen Rennen an der Strecke.

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Hamburg - Der 24-Jährige Simoncelli erlag am Sonntag noch an der Rennstrecke seinen schweren Verletzungen, die er sich im Rennen der Königsklasse MotoGP beim WM-Lauf von Malaysia in Sepang zugezogen hatte. Das teilten die Veranstalter mit.

Simoncelli hatte in Runde zwei bei Kurve 11 die Kontrolle über sein Motorrad verloren und war über die Strecke geschlittert. Anschließend war er von Colin Edwards aus den USA sowie Valentino Rossi aus Italien überrollt worden. Beide Fahrer hatten keine Chancen auszuweichen. Edwards traf Simoncelli schwer am Rücken. Dabei verlor der Italiener seinen Helm. Das Rennen wurde daraufhin sofort abgebrochen.

"Als ich die Bilder von dem Unfall gesehen habe, stieg in mir sofort Unwohlsein auf. Wenn der Helm den Kopf verlässt, ist das nie ein gutes Zeichen", sagte GP-Pilot Casey Stoner.

Simoncelli wurde zwar sofort in das Medical Center an der Strecke gebracht und dort von erfahrenen Rennärzten erstversorgt, doch kurz nach dem Rennabbruch verloren sie den Kampf um Simoncellis Leben. Der Vater und die Freundin des Fahrers wurden in der Box von Simoncellis Honda-Team Zeugen dieses schrecklichen Unfalls. Das Rennen wurde abgesagt und ersatzlos aus dem Rennkalender 2011 gestrichen.

Simoncelli war 2010 in die MotoGP-Kategorie aufgestiegen, nachdem er im Jahr davor Weltmeister in der damaligen 250ccm-Klasse geworden war. Simoncelli hatte in seiner noch jungen Grand-Prix-Karriere 14 Siege errungen.

Der letzte tödliche Unfall in der MotoGP liegt rund ein Jahr zurück. Damals war der Japaner Shoya Tomizawa beim Großen Preis von San Marino in Misano gestorben. Der Suter-Fahrer war damals in der zwölften Runde bei Höchstgeschwindigkeit gestürzt und von den folgenden Motorrädern von Scott Redding aus Großbritannien und Alex de Angelis aus San Marino überrollt worden.

Dabei erlitt der damals 19-Jährige Frakturen am Oberkörper und einen Schädelbruch, zudem traten schwere innere Blutungen auf. Nach einem Herzstillstand wurde Tomizawa an der Strecke zunächst wiederbelebt, doch die Ärzte konnten sein Leben nicht retten. Damals war das Rennen nicht sofort abgesagt worden, was zu heftigen Diskussionen führte.

Der Crash von Simoncelli ist der zweite tödliche Motosport-Unfall innerhalb einer Woche. Am vergangenen Sonntag war Dan Wheldon beim Saisonfinale der Indy-Car-Serie verstorben.

mig/sid/dpa

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