Olympische Sommerspiele 2024 Hamburg rechnet mit 11,2 Milliarden Euro Kosten

Hamburg hat die Kostenschätzung für die Olympischen Sommerspiele 2024 vorgelegt. Die Stadt geht von Ausgaben in Höhe von 11,2 Milliarden Euro aus. Laut Kritikern lässt sich die Summe derzeit aber noch nicht realistisch berechnen.

Geplanter Olympia-Stadtteil auf dem Kleinen Grasbrook: Umstrittenes Milliarden-Projekt
DPA

Geplanter Olympia-Stadtteil auf dem Kleinen Grasbrook: Umstrittenes Milliarden-Projekt


Die Hansestadt Hamburg hat einen ersten Kostenentwurf für die Olympischen Sommerspiele 2024 vorgestellt. Die Ausgaben für das Großereignis sollen demnach 11,2 Milliarden Euro betragen (Hier kommen Sie direkt zum offiziellen Finanzreport).

Zudem rechnet Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, der das Finanzierungskonzept im Rathaus vorstellte, mit potenziellen Einnahmen in Höhe von 3,8 Milliarden Euro. Die von öffentlicher Hand zu tragenden Kosten betragen demnach rund 7,4 Milliarden, davon soll der Bund laut Scholz 6,2 Milliarden bezahlen.

Neben Hamburg kandidieren Los Angeles, Paris, Rom und Budapest für die Ausrichtung des Sportereignisses. Die offiziellen Bewerbungsunterlagen und Garantieerklärungen müssen bis zum 8. Januar 2016 beim IOC eingereicht werden. Am 29. November gibt es jedoch noch ein Bürger-Referendum zu der Entscheidung.

Scharfe Kritik von Olympiagegnern

Olympiagegner hatten zuletzt immer wieder kritisiert, dass die Berechnung der Olympia-Kosten viel zu früh komme und die endgültigen Zahlen zu diesem Zeitpunkt der Bewerbungsphase noch nicht realistisch einzuschätzen seien.

Auch der Rechnungshof der Stadt hatte vor den finanziellen Risiken einer Olympiabewerbung gewarnt. Die Finanzprüfer kritisierten den Zeitpunkt des Referendums, da die Kosten für die Errichtung der Spielstätten und der Infrastruktur bis dahin noch nicht realistisch abgeschätzt werden könnten. "Für eine unwiderrufliche Entscheidung ist es daher noch zu früh", hieß es in einer früheren Stellungnahme.

"Das Ganze gibt sich den Anstrich des Seriösen, räumt aber die Bedenken des Rechnungshofes nicht aus", sagt Carola Ensslen von der Initiative "Stop Olympia": "Zu diesem frühen Zeitpunkt können trotz der Puffer, die eingebaut wurden, noch keine verlässlichen Aussagen über die Kosten gemacht werden."

Auch der Umweltaktivist und Gründer des olympiakritischen Blogs "fairspielen", Dirk Seifert, kritisierte das Finanzkonzept: "Das sind gigantische Zahlen, wenn man bedenkt, dass es hier um eine Sportveranstaltung geht", sagte Seifert dem Sportinformationsdienst: "Diese Spiele sind enorm teuer. Wie Hamburg das meistern will, ist mir schleierhaft."

bka

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insgesamt 144 Beiträge
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hyperlord 08.10.2015
1. Absurd
Hamburg hat schon genug Geld an die Elbphilharmonie verschwendet - die über 7 Milliarden Euro sollte man besser in die Verbesserung der Schulen und Bildung stecken.
mulli3105 08.10.2015
2. Interessante Zahlenspiele
sah heute morgen in n-tv eine Summe von 7,4Mrd genannt - aber was will man von einem Hamburger Senat, der ein Opernmilliardengrab erschuf, das inzwischen das wohl 15fache des geplanten Etats erreicht, verlangen? Ahnung in Etatplanung jedenfalls nicht. Völlig überflüssig, in Zeiten wie diesen auch noch solche ungeheure Summen in eine 14tägige Sportveranstaltung zu stecken. Wer sich schon im Vorwege um rd. 4 Mrd verrechnet, der wird mit einem solchen Projekt erneut scheitern. Reichen uns Bürgern diese Geldgräber in HH und Berlin denn nicht schon?
hakmak 08.10.2015
3. ein Beispiel an London nehmen
Ich denke dass Hamburg mit den 11,2 Mrd. Euro geschätzten Kosten genauso an die Sache rangeht wie London. Da wurde der Budgetrahmen nicht ausgeschöpft. Es gab kein Zerwürfnis über gestiegene Kosten.
jujo 08.10.2015
4. ...
Dann wissen die Hamburger um welche Summe sie abstimmen. 11,5 Milliarden plus 50%. (minimum!)
makromizer 08.10.2015
5.
7,4 Mrd. netto sind ca. 4000€ pro Hamburger. Und das, wenn die Kosten korrekt geschätzt wurden, was bei Großprojekten historisch auch nicht grad die größte Stärke der hamburger Politik ist.
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