Blaualgen-Alarm in der Alster Schwimmen beim Ironman in Hamburg abgesagt

Wegen einer zu hohen Blaualgen-Konzentration im Wasser muss das Schwimmen beim Ironman in Hamburg ausfallen. Die Athleten laufen nun doppelt - können sich jedoch nach wie vor für die WM auf Hawaii qualifizieren.

Triathlon in Hamburg
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Triathlon in Hamburg


Duathlon statt Triathlon: Der Ironman in Hamburg wird in diesem Jahr ohne das Schwimmen stattfinden. Grund dafür ist die zu hohe Konzentration von gesundheitsgefährdenden Blaualgen in der Alster durch die große Hitze der vergangenen Wochen. Das teilten die Organisatoren am Freitag mit.

Die Athleten starten nun mit einem sechs Kilometer langen Lauf, bevor der Wettkampf wie üblich mit 180 Kilometer Radfahren weitergeht und mit einem Marathon endet. Trotz der Änderung gelte der Wettkampf am Sonntag als Qualifikation für die WM im Oktober auf Hawaii und als deutsche Meisterschaft, betonte Björn Steinmetz, Geschäftsführer der Ironman Germany.

Durch die Umstellung ändert sich auch der Zeitplan: Die Profi-Männer starten am Sonntag (29. Juli) um 7.00 Uhr, die Frauen beginnen zwei Minuten später. Der Start ist am Hamburger Jungfernstieg. Der Ironman in Hamburg hatte vor einem Jahr seine Premiere in der Hansestadt gefeiert.

Video: Blaualgen-Alarm an der Ostseeküste

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Die Änderung wirkt kurios. Zur Erinnerung: Die Schwimmdistanz beim Ironman beträgt 3,86 Kilometer. Der US-Amerikaner Jarrod Schoemaker legte die Strecke in 39:17 Minuten bisher am schnellsten zurück. Für knapp sechs Kilometer Laufen brauchen gute Athleten unter 25 Minuten.

Der Veranstalter rechnet laut eigenen Angaben mit schnelleren Ankunftszeiten. Sollte die Weltbestzeit der Ironman-Serie fallen (7:40:23, Tim Don im Jahr 2017), würde die Zeit aber nicht als neuer Rekord anerkannt werden, da nicht die komplette Ironman-Distanz erfüllt worden wäre.

Die Reaktionen der Athleten fielen laut Organisator "gemischt" aus. Grundsätzlich habe es aber Verständnis für die Entscheidung gegeben, da eine Gesundheitsgefährdung vorliegt. Vorjahressieger James Cunnama begrüßte die Entscheidung, das Schwimmen abzusagen. "Kein Problem", sagte der Südafrikaner.

In Hamburg habe man sich für den sechs Kilometer langen Ersatz-Lauf unter anderem deswegen entschieden, da dieser zum Streckenaufbau passen würde. Das teilte der Veranstalter auf Anfrage des SPIEGEL mit.

tip/jan/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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Affenhauptmann 27.07.2018
1. IM ohne Schwimmen
Der Veranstalter kann nichts dafür, aber ein IM ohne Schwimmen ist eben kein IM, da es auch kein Triathlon mehr ist.
spiegelleserin123 27.07.2018
2. Kritisieren ohne Verstand...
Die gegenüber der Schwimmzeit verkürzte zusätzliche Laufzeit erklärt sich vermutlich dadurch, dass Laufen einen wesentlich höheren Energieaufwand bedeutet, zumal bei der Hitze aktuell... Am Ende geht es um die Gesamtbelastung.
vogelskipper 27.07.2018
3. Trotzdem Quali für WM - sehr ungerecht!
Das ist sehr unbefriedigend und ungerecht für die sehr guten Schwimmer unter den Athleten! Komische Entscheidungen, die die Funktionäre da treffen.
Creator88 27.07.2018
4.
Zitat von vogelskipperDas ist sehr unbefriedigend und ungerecht für die sehr guten Schwimmer unter den Athleten! Komische Entscheidungen, die die Funktionäre da treffen.
Was finden Sie daran komisch? Das ist eben kein Fußballspiel, bei dem man sagen kann "na dann probiers doch nächstes Wochenende nochmal". Was sollen die Veranstalter tun? Die Quali streichen ist ebenso ungerecht für die Athleten, die sich genau für diesen einen Tag vorbereitet haben. Die Starter schwimmen lassen? Geht auch nicht, da hier eben die höhere Gewalt zugeschlagen hat. Das ist eben leider so bei Freiluftspotarten, die unter Bedingungsschwankungen leiden. Was würden Sie als Veranstalter/Funktionär tun?
madlex 27.07.2018
5. Korrektur
Korrektur: Den offiziellen Ironman Weltrekord hält seit diesem Frühjahr Matt Hanson, aufgestellt beim IM Texas der eine 2 Meilen zu kurze Radstrecke hatte. Die Anerkennung des Rekords hat für eine ziemliche Kontroverse gesorgt, die jemandem der sich ein bisschen mit Triathlon auseinandersetzt eigentlich nicht hätte entgehen sollen. Schade. Was das Thema “Qualifikation für die WM” angeht: Wer der Meinung ist, das Rennen sollte kein Kona Qualifier sein, disqualifiziert sich direkt. Das Rennen ist für die überwiegende Zahl der age grouper die einzige Chance sich zu qualifizieren und der Ironman als Business hat absolut kein Interesse daran eine signifikante Zahl von Kunden unnötigerweise zusätzlich zu verärgern.
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