Hamburger Boxstall: Universum meldet Insolvenz an

Ein einstiges Schwergewicht des Boxsports ist pleite: Der Traditions-Boxstall Universum hat seine Zahlungsunfähigkeit bekanntgegeben. Laut Geschäftsführer Waldemar Kluch stehen Rechnungen in Millionenhöhe offen. Die Klitschko-Brüder und Regina Halmich hatten den Boxstall berühmt gemacht.

Boxer Klitschko, Universum-Promoter Kohl, Boxer Sullivan (v.l.): Präsentation 1999 Zur Großansicht
DPA

Boxer Klitschko, Universum-Promoter Kohl, Boxer Sullivan (v.l.): Präsentation 1999

Hamburg - Der traditionsreiche Hamburger Boxstall Universum hat Insolvenz angemeldet. Das gab Geschäftsführer Waldemar Kluch am Dienstag bekannt. "Es ist viel passiert, jetzt will ich Tatsachen schaffen. Wir haben gestern mit den Gesellschaften sämtliche Darlehen aufgekündigt und am Montag einen Konkursantrag beim Landgericht gestellt", sagte Kluch. "Universum ist nicht mehr zu retten."

Es seien plötzlich zahlreiche "Baustellen" und mindestens 20 Rechnungen in Gesamthöhe von etwa 1,5 Millionen Euro aufgetaucht, für die er nicht den Kopf hinhalten wolle, sagte Kluch. Er hatte den Stall im Juli 2011 vom früheren Boxpromoter Klaus-Peter Kohl erworben, konnte seine Vorstellungen über die Entwicklung des Unternehmens aber nie umsetzen.

Zuletzt hatte der frühere Mittelgewichts-Weltmeister Sebastian Zbik wegen einer ausstehenden Kampfbörse von knapp 190.000 Euro aus seinem WM-Kampf gegen Felix Sturm im April Strafanzeige gegen Universum gestellt und die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Nun wiederholte Zbik seine Vorwürfe gegen Kluch: "Er hat nie Anzeichen gemacht oder ein Interesse daran gezeigt, seine Rechnungen zu begleichen." Zbik hatte bereits im Oktober seinen Vertrag mit Universum fristlos gekündigt.

Die Rechte an den verbliebenen Boxern wie Denis Boizow, Dimitri Sartison, Vitali Tajbert, Ina Menzer und Rachim Tschachkijew seien auf vier Gesellschaften übergegangen, die mit Kluch zusammenarbeiten. "Die Gesellschaften gehören mir nicht. In ein bis zwei bin ich Geschäftsführer", sagte Kluch.

Universum, 1984 gegründet, galt lange als größter und erfolgreichster Boxstall Europas. Unter anderem kämpften Wladimir und Witali Klitschko, Dariusz Michalczewski, Jürgen Brähmer, Felix Sturm und Regina Halmich für Universum. Seit Ablauf des TV-Vertrags mit dem ZDF Ende Juli 2010 hatte der Boxstall jedoch mit finanziellen Problemen gekämpft.

psk/sid

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Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.