Kriselnder Handball-Club HSV-Präsident tritt überraschend zurück

Nächster Rückschlag für die Handballer des HSV Hamburg. Mäzen Andreas Rudolph ist mit sofortiger Wirkung als Präsident des Clubs zurückgetreten. Der Unternehmer hatte zuletzt das finanzielle Überleben des HSV gesichert. Nun droht das Aus.

HSV-Boss Rudolph: Rücktritt zur Unzeit
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HSV-Boss Rudolph: Rücktritt zur Unzeit


Hamburg - Der Präsident des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg, Andreas Rudolph, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. "Grund für meine Entscheidung sind die Turbulenzen der vergangenen Wochen, nicht nur um die Mannschaft und den Verein des HSV Handball, sondern ganz besonders um meine Person", teilte Rudolph mit.

Rudolphs Rücktritt trifft den HSV zur Unzeit. Erst im Februar hatte er zugesichert, einen Fehlbetrag im Etat von rund zwei Millionen Euro bis zum Ende der Saison auszugleichen. Das Geld des Medizintechnik-Unternehmers sollte eigentlich auch die Lizenz für die kommende Saison sichern. Diese vergibt die Liga am 15. Mai. Es blieb zunächst unklar, ob sich Rudolph an seine finanziellen Zusagen halten wollte. Erst im März hatte er in Holger Liekefett einen neuen Geschäftsführer installiert, der dem Club neue Sponsoren und Einnahmequellen erschließen sollte, um den kostspieligen Kader zu finanzieren.

Liekefett reagiert bestürzt: "Ich bin komplett geschockt. Wenn wir nicht schnell einen Bürgen oder Investor finden, dann wird es nur eine Konsequenz geben: Wir bekommen keine Lizenz und müssen die Mannschaft vom Spielbetrieb abmelden. Alles auf null." Laut Liekefett stehe der Club "vor einem riesigen Scherbenhaufen. Alleine werde ich das nicht bewerkstelligen können."

Rudolph stand seit Februar 2005 mit einer kurzen Unterbrechung an der Spitze des Vereins. Unter seiner Regie gewann Hamburg 2011 den Meistertitel und im vergangenen Jahr die Champions League. Rudolph stopfte bei den Hamburgern in der Vergangenheit immer wieder Finanzlöcher. Mehr als 20 Millionen Euro soll der 59-Jährige seit 2004 in den HSV gesteckt haben.

"Es ist nun an der Zeit, dass andere Personen in die Verantwortung treten und den Weg für 'Reset for the future' frei machen", schrieb Rudolph. Er hoffe, dass dies auch ein Signal an die Stadt und die Hamburger Wirtschaft ist, damit der Club nicht fallen gelassen werde.

max/sid



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Butenkieler 08.05.2014
1. traurig, traurig
Wenns nicht so läuft, wie Herr Rudolph es sich wünscht, schmeisst er hin und ist beleidigt. Wer zahlt jetzt die Spielergehälter und die Schulden? Bleibt der HSV Handball bestehen?
wetzer123 08.05.2014
2. Der Kern des Problems ist ein anderer
Ein Sportverein muss auf eigenen Füßen stehen und nicht davon abhängig sein, dass eine einzelne Person den Verein als Hobby begreift und mit seinem Geld finanziert. Nur dann droht nämlich das Aus wenn diese Person die Lust am Hobby verliert. Das ist dann im Handball blöd, aber genauso auch im Fußball oder sonstwo. Ich denke die anderen Branchengrößen werden schon grübeln welcher HSV Spieler wohl gut in den eigenen Kader passt. Btw da hat es der Fußball HSV ja noch gut, der muss bloß in die zweite Liga...
zocceroo 08.05.2014
3. Rudolph / Handball HSV
So wie der angebliche Großunternehmer sich geriert gibt es nur eine Erklärung - seine Kohle reicht nicht aus. Für einige(gute) Jahre mit hohem Zuschauerschnitt und lukrativen Zusatzeinnahmen durch Champons League und Final Four passte es gerade noch, jetzt ängstigt er sich ums tägliche Brot. Er sollte nur den Mumm haben, dies einzugestehen! Zocceroo
bristolbay 08.05.2014
4. Gott sei Dank
Zitat von sysopGetty ImagesNächster Rückschlag für die Handballer des HSV Hamburg. Mäzen Andreas Rudolph ist mit sofortiger Wirkung als Präsident des Clubs zurückgetreten. Der Unternehmer hatte zuletzt das finanzielle Überleben des HSV gesichert. http://www.spiegel.de/sport/sonst/handball-andreas-rudolph-tritt-als-praesident-des-hsv-hamburg-zurueck-a-968364.html
wenn dieser Retorten-Club, genährt aus der Schatulle eines Selbstdarstellers, die Platte putzt. Hat mit seinen Gehältern die Liga komplett versaut. Die Frage kann nur sein, wer ist der nächste Club?
Stäffelesrutscher 08.05.2014
5.
Zitat von sysopGetty ImagesNächster Rückschlag für die Handballer des HSV Hamburg. Mäzen Andreas Rudolph ist mit sofortiger Wirkung als Präsident des Clubs zurückgetreten. Der Unternehmer hatte zuletzt das finanzielle Überleben des HSV gesichert. http://www.spiegel.de/sport/sonst/handball-andreas-rudolph-tritt-als-praesident-des-hsv-hamburg-zurueck-a-968364.html
Tritt man dann wieder als VfL Bad Schwartau in der dritten Liga an?
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