Handball: Clubs streiten über Endspiel im Fußballstadion

Jubelnde Kiel-Profis: Zukünftig erst durch einen Finalsieg zur Meisterschaft? Zur Großansicht
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Jubelnde Kiel-Profis: Zukünftig erst durch einen Finalsieg zur Meisterschaft?

Kann ein Finale in einem Fußballstadion den Handball attraktiver machen? Seit die Überlegungen der Liga-Geschäftsführung öffentlich sind, diskutieren die Clubs. Rekordmeister THW Kiel schimpft: "Das ist ein Pseudo-Spiel, das keiner braucht." Offener zeigt sich hingegen der HSV.

Hamburg - Am Osterwochenende fiel in Sachen deutsche Handball-Meisterschaft eine kleine Vorentscheidung. Der THW Kiel feierte einen 30:27-Sieg gegen den HSV Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen ließen gegen Magdeburg einen Punkt liegen. Der Rekordmeister hat nun drei Punkte Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger. Doch mehr noch als der Meisterkampf beherrscht derzeit ein anderes Thema die Liga: ein mögliches Endspiel in einem Fußballstadion.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich die Liga-Leitung mit diesem Thema beschäftigt. "Es gibt Überlegungen", hatte Geschäftsführer Frank Bohlmann einen "Sport Bild"-Bericht bestätigt. In einem möglichen Finale sollen sich demnach ab der Saison 2014/2015 der Erst- und Zweitplatzierte der Hauptrunde gegenüberstehen.

Ausgetragen werden soll die Partie dann in einer Fußballarena. Davon versprechen sich die Verantwortlichen verbesserte Vermarktungsmöglichkeiten. Über die mögliche Neuausrichtung soll bei einer Mitgliederversammlung der Bundesliga-Clubs im Sommer entschieden werden.

"Deutsches Ligasystem ist fairer"

Beim Meisterkandidaten Kiel finden die Ideen überhaupt keinen Anklang - im Gegenteil: "Das ist ein Pseudo-Spiel, das keiner braucht. Der THW wird sich klar dagegen positionieren", sagte THW-Geschäftsführer Klaus Elwardt: "Wir müssen den Handball anders voranbringen, und zwar indem wir die Nationalmannschaft stärken."

Damit stellte sich der 57-Jährige auf die Seite von Bob Hanning. Der Manager der Füchse Berlin hatte sich zuvor ebenfalls kritisch geäußert. "So ein Endspiel würde eine ganze Saison auf den Kopf stellen", sagte Hanning der B.Z.: "Und in ein Fußballstadion zu gehen, ist eben nicht Handball."

Auch THW-Kapitän Marcus Ahlm ist gegen die Idee. "Ich kann die Argumente für ein Endspiel gut verstehen, halte als Sportler aber nichts davon", sagte Ahlm: "In Schweden habe ich die Playoffs erlebt, in der Bundesliga ein System, in dem derjenige Meister wird, der nach 34 Spieltagen der Beste ist. Das ist fairer und deshalb auch besser."

Weitaus aufgeschlossener zeigt sich der HSV Hamburg. "Man sollte das Thema nicht gleich ad acta legen. Es ist positiv, dass man sich darüber Gedanken macht, wie man das Produkt Handball weiter aufwerten und die Attraktivität der Sportart erhöhen kann", sagte HSV-Geschäftsführer Christoph Wendt.

bka/sid

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Schwachsinn
greatsouthern 01.04.2013
Entscheidend ist doch immer das Fernsehen. Da muss gearbeitet werden. Und die Atmosphäre in der Halle ist einfach nicht aus dem Stand ins Stadion zu übertragen.
2. Wie in jeder Sportart...
rics 01.04.2013
geht es hier nicht um Attraktivität, sondern um Geld, Geld, Geld.
3. Feldhandball
thapk 01.04.2013
Da stellt sich die Frage, ob nicht wieder Feldhandball gspielt werden soll.
4. Ich bin dafür, das nach der kompletten Serie
Erich91 01.04.2013
Zitat von sysopDPAKann ein Finale in einem Fußballstadion den Handball attraktiver machen? Seit die Überlegungen der Liga-Geschäftsführung öffentlich sind, diskutieren die Clubs. Rekordmeister THW Kiel schimpft: "Das ist ein Pseudo-Spiel, das keiner braucht." Offener zeigt sich hingegen der HSV. http://www.spiegel.de/sport/sonst/handball-club-streiten-ueber-finale-im-fussball-stadion-a-891903.html
der 8. und der 9. in einem Wanderzirkus bei einer Tour durch Deutschland den Titel in mindestens dreizehn Spielen ausspielen, und das ganze dann von Lanz und Cindy moderiert wird.
5. optional
RugbyLeaguer 01.04.2013
Die Idee ansich ist nicht schlecht. Für mich hat Handball immer noch ein "altbackenes" Schulhallen Image. Liegt auch wohl daran das ich letzte Saison ein Spiel (weiß nicht mehr wer gegen wegen) gesehen habe, das wirklich in einer besseren Turnhalle gespielt wurde..... Allerdings ein richtiges Play-Off mit 5,6 oder 8 Teams halte ich dann doch für sinnvoller und spannender. Aber bitte nur EIN Spiel! Bei einem 5er Play-Off können in der zweiten Runde auch der 1. gegen den 2. Spielen. Somit hätte man das Spiel :-)
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THW Kiel: Die Bayern des Handballs

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2014 THW Kiel
2013 THW Kiel
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2010 THW Kiel
2009 THW Kiel
2008 THW Kiel
2007 THW Kiel
2006 THW Kiel
2005 THW Kiel
2004 SG Flensburg-Handewitt
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2002 THW Kiel
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2000 THW Kiel
1999 THW Kiel
1998 THW Kiel
1997 TBV Lemgo
1996 THW Kiel
1995 THW Kiel
1994 THW Kiel
1993 SG Wallau/Massenheim
1992 SG Wallau/Massenheim
1991 VfL Gummersbach
1990 TV Großwallstadt