Deutsche Handballer besiegen Serbien "Fühlen uns jetzt etwas wohler"

Erleichterung bei Christian Prokop: Die DHB-Auswahl hat unter dem zuletzt kritisierten Bundestrainer einen Erfolg im ersten Spiel seit der schwachen EM gefeiert. Kapitän Gensheimer sprach von einem Neuanfang.

Christian Prokop (links) mit Julius Kühn
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Christian Prokop (links) mit Julius Kühn


Den deutschen Handballern ist unter Bundestrainer Christian Prokop ein ordentlicher Neustart gelungen. 281 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Heim-Weltmeisterschaft besiegte die DHB-Auswahl Serbien in einem Testspiel in Leipzig 26:19 (12:7). Patrick Wiencek war mit vier Treffern der erfolgreichste deutsche Werfer.

Das Spiel gegen Serbien war das erste nach dem enttäuschenden Hauptrunden-Aus bei der EM in Kroatien - und gleichzeitig der Auftakt zu einer Reihe von Tests vor der für den Deutschen Handballbund (DHB) so wichtigen Heim-WM im kommenden Januar. Im Mittelpunkt stand vor allem der nach der Europameisterschaft schwer in die Kritik geratene Prokop, der in Leipzig deutlich weniger durchwechselte als noch beim Turnier in Kroatien.

Die DHB-Auswahl zeigte eine solide Leistung gegen einen mäßigen Gegner: Serbien gehört im Welthandball zu den kleineren Nationen und schied in Kroatien ohne Punkt in der Hauptrunde aus. Die Schwachstelle im Spiel gegen Serbien sah der Bundestrainer im Angriff. "Wenn wir die Chancenverwertung verbessern, können wir sehr zufrieden sein", sagte Prokop. Den Sieg bezeichnete er als "wichtig für uns, denn es ist der Startschuss in Richtung Heim-WM".

Uwe Gensheimer beim Siebenmeter
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Uwe Gensheimer beim Siebenmeter

Kapitän Uwe Gensheimer sprach von einem "Neuanfang für alle" und Rückraumprofi Julius Kühn sagte: "Wir haben in der Abwehr auf ein System umgestellt, in dem wir uns jetzt etwas wohler fühlen."

Prokop hatte seinen Posten erst nach längerer Debatte behalten dürfen. Bei der aus deutscher Sicht schwachen EM in Kroatien war der Coach unter anderem auch deshalb in die Kritik geraten, weil er zu Turnierbeginn auf Abwehrchef Finn Lemke von MT Melsungen verzichtet hatte. Ohne den Abwehrspezialisten hatte der deutschen Abwehr die Stabilität bei der EM gefehlt, zudem gilt der Verteidiger als wichtiger Ansprechpartner innerhalb des Teams.

Im Test gegen Serbien fehlte Lemke genauso wie Hendrik Pekeler verletzungsbedingt. Sie werden auch am kommenden Samstag (14.30 Uhr/ARD) nicht dabei sein. Dann trifft die deutsche Auswahl in einem weiteren Testspiel auf die serbische Auswahl.

jan/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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sack_reis 05.04.2018
1. 2 mal Serbien?
Warum spielt man innerhalb weniger Tage zwei Mal gegen den gleichen Gegner?
wetzer123 05.04.2018
2. Ich würde da erst mal nix draus schließen
Gegen die schwachen Gegner sah es bei der EM schließlich teilweise auch ganz ok aus. Warten wir also lieber erst mal der ersten richtigen Test ab. Also gegen Gegner wie Frankreich, Spanien, Dänemark...
jean-baptiste-perrier 06.04.2018
3. Durchaus üblich!
"Warum spielt man innerhalb weniger Tage zwei Mal gegen den gleichen Gegner?" ----------- Zitat Ende ------------- Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass das bei derartigen Testspielen im Handball nahezu Standard ist? Die Antwort wieso man das häufig so macht, liegt nicht zuletzt auch in finanziellen (neben sportlichen ) Überlegungen. Die Fassungs-Kapazitäten der meisten Hallen ist im Vergleich zu Fußball-Stadien ja sehr begrenzt. Es gibt jedoch häufig eben eine größere Nachfrage an Karten für solche Testspiele, dass man eben zumeist locker auch zwei Hallen füllen kann (auch an verschiedenen Orten). Diese zusätzlichen Einnahmen machen derlei Begegnungen finanziell schlicht wesentlich lukrativer. Womöglich (bei großen Namen) könnte man das natürlich auf noch mehr Partien ausdehnen. Bloß gibt es dann doch eine natürliche Grenze und das sind die terminlich festgelegten Spielpläne der jeweiligen Ligen.
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