Bewerbung um WM 2019: Handball-Posse, dritter Akt

Nach tagelangem Streit herrscht wieder Einigkeit beim Deutschen Handballbund: Der DHB will sich nun doch um die Austragung der WM 2019 bewerben. Die Initiatoren räumten Fehler ein.

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DHB-Präsident Strombach: Gibt nun doch sein GO für die WM-Bewerbung

Hamburg - Der Deutsche Handballbund (DHB) wird sich nun doch um die Ausrichtung der Handball-Weltmeisterschaft 2019 bewerben. Das hat das Präsidium des DHB nach tagelangen Unstimmigkeiten entschieden. Es ist der dritte Akt einer Posse, wie sie der Verband noch nicht erlebt hat.

Rückblick: Am 2. Juli bestätigte der Handball-Weltverband IHF offiziell eine WM-Kandidatur des DHB. Dabei äußerte sich Bob Hanning, Manager der Füchse Berlin und Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten Leistungssport im DHB-Präsidium: "Um den Erfolg des Handballs zukünftig zu sichern, müssen wir internationale Präsenz zeigen. Die Bewerbung zur Ausrichtung von Welt- und Europameisterschaften ist dabei ein wichtiger Baustein. Welche Begeisterung möglich ist, hat man bei der Ausrichtung der WM 2007 gesehen."

Eine Woche später zog der DHB die Bewerbung wieder zurück. Die Kandidatur war initiiert worden vom designierten DHB-Präsidenten Bernhard Bauer und Hanning. Da sie sich mit der Bewerbung aber über die Mitglieder des aktuellen Präsidiums hinweggesetzt haben, ist die Kandidatur ohne Wissen der DHB-Führung beim Weltverband IHF eingegangen.

Jetzt ist Zusammenhalt gefragt

Nach tagelangen Streitereien lenkte das Präsidium des Deutschen Handballbunds (DHB) nun ein und will der Bewerbung um die Ausrichtung der Handball-WM 2019 doch nicht mehr im Weg stehen.

"Ich bin froh, dass der Handball nun wieder im Vordergrund steht. Ich halte eine Bewerbung um die Ausrichtung der WM 2019 für die Entwicklung unserer Sportart für unabdingbar und für das Ziel Olympiasieg elementar. Nun geht es darum, alle Kräfte zu bündeln", sagte Hanning und reagierte damit auf die Nachricht vom aktuellen Verbandspräsidenten Ulrich Strombach, der am Donnerstagmittag bekanntgab, die in der vergangenen Woche bei der IHF eingereichte Absichtserklärung für eine deutsche Bewerbung nicht wie angekündigt zurückzuziehen.

"Wir wollen mit dem alten Präsidium behilflich sein, dass unsere Nachfolger noch auf diesen Zug aufspringen können", sagte Strombach nach seiner Versöhnung mit Hanning und Bauer. Dieser sagte: "Wir haben in guter Absicht gehandelt. Dass wir das derzeitige Präsidium nicht über unser Vorhaben unterrichtet haben, war jedoch ein Fehler."

Der DHB will nun bei der IHF eine Fristverlängerung für die Abgabe des Grundkonzepts der Bewerbung erreichen. Dieser soll vom 2. September auf einen Termin zum Ende des Monats verschoben werden, da das neue Präsidium erst am 21. September gewählt wird. Über die Vergabe der WM wird dann am 28. Oktober in Doha entschieden.

Patric Strub, Sportdirektor der IHF, signalisierte bereits, dass der DHB mit seinem Antrag auf eine Verschiebung "gute Chancen" habe.

ken/sid

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Hallenhandball-Weltmeister der Männer
Jahr Team
2015 ???
2013 Spanien (31:19 gegen Dänemark)
2011 Frankreich (37:35 n.V. gegen Dänemark)
2009 Frankreich (24:19 gegen Kroatien)
2007 Deutschland (29:24 gegen Polen)
2005 Spanien (40:34 gegen Kroatien)
2003 Kroatien (34:31 gegen Deutschland)
2001 Frankreich (28:25 n.V. gegen Schweden)
1999 Schweden (25:24 gegen Russland)
1997 Russland (23:21 gegen Schweden)
1995 Frankreich (23:19 gegen Kroatien)
1993 Russland (28:19 gegen Frankreich)
1990 Schweden (27:23 gegen die UdSSR)
1986 Jugoslawien (24:22 gegen Ungarn)
1982 UdSSR (30:27 n.V. gegen Jugoslawien)
1978 Deutschland (20:19 gegen die UdSSR)
1974 Rumänien (14:12 gegen die DDR)
1970 Rumänien (13:12 n.V. gegen die DDR)
1967 CSSR (14:11 gegen Dänemark)
1964 Rumänien (25:22 gegen Schweden)
1961 Rumänien (9:8 n.V. gegen die CSSR)
1958 Schweden (22:12 gegen die CSSR)
1954 Schweden (17:14 gegen Ges.-Deutschland)